Psychothriller aus Stuttgart

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - FERNSEHEN SAMSTAG & SONNTAG - Von Kat­ja Korf

Tat­ort: Der Preis des Le­bens (ARD, Sonn­tag, 20.15 Uhr) - Stuttgart liegt in die­sem „Tat­ort“un­ter dem ty­pi­schen kalten Ne­bel im Kes­sel. Die Er­mitt­ler Thors­ten Lan­nert (Ri­chy Müller) und Se­bas­ti­an Bootz (Fe­lix Kla­re) müs­sen den Mord an Jörg Al­brecht auf­klä­ren. Der saß 15 Jah­re im Ge­fäng­nis, weil er ein Mäd­chen ver­ge­wal­tigt und da­nach er­dros­selt hat­te. Sein Kom­pli­ze wur­de nie ge­fasst. Nur ei­nen Tag nach sei­ner Ent­las­sung aus dem Knast fin­det ein Pas­sant Al­brechts Lei­che. Die Zu­schau­er wis­sen lan­ge vor Boots und Lan­nert, wer den Mann um­ge­bracht hat – und war­um.

Im Zen­trum die­ses „Tat­ort“steht aber oh­ne­hin nicht die Fra­ge nach dem Tä­ter und des­sen Mo­tiv. Bei­des wird rasch of­fen­sicht­lich. Doch um­so schwe­rer fällt es, die Schul­di­gen zu fas­sen und zu über­füh­ren. Sol­che Kon­stel­la­tio­nen lang­wei­len rasch, die Su­che nach den Schul­di­gen ent­fällt ja. Doch an Span­nung man­gelt es hier kei­nes­falls: Es ent­wi­ckelt sich ein Psychothriller, der von star­ken Darstel­lern und sei­ner strin­gent er­zähl­ten Sto­ry pro­fi­tiert.

Ne­ben den ge­wohnt star­ken Haupt­dar­stel­lern über­zeu­gen auch Ro­bert Hun­ger-Büh­ler und Michae­la Cas­par als Ehe­paar Wendt, den El­tern des von Jörg Al­brecht er­mor­de­ten Mäd­chen. Ih­nen nimmt man Schmerz und Wut ab. Über­zeu­gend, fes­selnd und be­rüh­rend: Die Stutt­gar­ter blei­ben ei­nes der bes­ten Er­mitt­ler­teams der „Tat­ort“-Rie­ge.

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