„Ich bin ei­ne Ro­man­ti­ke­rin“

Die le­di­ge Schau­spie­le­rin Alex­an­dra Nel­del plant zu­min­dest im Fern­se­hen Hoch­zei­ten

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENSCHEN -

ie ist ein ech­ter Pu­bli­kums­lieb­ling: Alex­an­dra Nel­del sorg­te als Ti­tel­hel­din in den Ver­fil­mun­gen der „Wan­der­hu­ren“-Sa­ga und in der Se­rie „Ver­liebt in Berlin“für her­vor­ra­gen­de Ein­schalt­quo­ten. Jetzt baut die ARD auf die Zug­kraft des Stars und hat der Schau­spie­le­rin ei­ne ei­ge­ne Film­rei­he auf den Leib ge­schrie­ben: In „Ein­fach Ro­sa“(Frei­tag, 30.10., 20.15 Uhr) spielt die 39-Jäh­ri­ge ei­ne Frau, die zwar ih­ren Bräu­ti­gam schon drei­mal vor dem Trau­al­tar hat ste­hen las­sen, aber trotz­dem Hoch­zeits­pla­ne­rin wird und Paa­re un­ter die Hau­be bringt. Ob Nel­del, die in Berlin lebt, der­zeit ver­liebt ist, ver­rät sie nicht. Doch im In­ter­view mit Cor­ne­lia Wystri­chow­ski be­kennt sie sich zu­min­dest zu ih­rer ro­man­ti­schen Ader. Frau Nel­del, Sie wur­den mit vie­len ro­man­ti­schen Rol­len be­kannt und spie­len nun in ei­ner neu­en ARDFilm­rei­he ei­ne Hoch­zeits­pla­ne­rin, die aus­ge­rech­net Ro­sa heißt. Wie ro­man­tisch sind Sie sel­ber? Das ist von der Ta­ges­form ab­hän­gig. Manch­mal bin ich to­tal ro­man­tisch, manch­mal gar nicht. Aber ich mag Ker­zen­schein und Blu­men, in­so­fern bin ich schon ei­ne Ro­man­ti­ke­rin. Se­hen Sie sich ger­ne Adels­hoch­zei­ten im Fern­se­hen an? Ich weiß, was Prin­zes­sin Dia­na bei ih­rer Trau­ung an­hat­te, und als Wil­li­am und Ka­te ge­hei­ra­tet ha­ben, war ich auf Ab­ruf beim Film­dreh, und es war wirk­lich so, dass ich erst nach dem Ja-Wort ans Set muss­te. Sie sel­ber ha­ben als Schau­spie­le­rin auch schon mehr­mals vor lau­fen­der Ka­me­ra ge­hei­ra­tet … Ja, ein paar Hoch­zei­ten ha­be ich schon hin­ter mir. In der Se­rie „Ver­liebt in Berlin“ha­be ich ge­hei­ra­tet, im Ki­no­film „Bar­fuß“eben­falls, und in der Ki­no­ko­mö­die „Sam­ba in Mett­mann“hab ich Ha­pe Ker­ke­ling ge­hei­ra­tet. Ha­ben Sie selbst denn schon ein­mal ei­ne Hoch­zeit zum Bei­spiel für ei­ne Freun­din oder Ver­wand­te or­ga­ni­siert? Ich war zwar schon Braut­jung­fer und ha­be in­so­fern bei der Vor­be­rei­tung ge­hol­fen, aber rich­tig or­ga­ni­siert ha­be ich noch kei­ne Trau­ung. Wür­den Sie denn für die ei­ge­ne Hoch­zeit ei­nen „Wed­ding­plan­ner“en­ga­gie­ren? Ich samm­le jetzt in mei­ner Rol­le als Ro­sa zwar wahn­sin­nig vie­le Er­fah­run­gen. Aber ich weiß nicht, ob ich ei­ne gan­ze Hoch­zeit al­lei­ne pla­nen könn­te, ich glau­be, da müss­te ich auch Hil­fe ho­len. Ich ha­be schon ei­ne Hoch­zeit er­lebt, die von ei­nem Wed­ding­plan­ner or­ga­ni­siert war, und die war wirk­lich bom­bas­tisch. Wenn man ei­nen Hoch­zeits­pla­ner hat, geht si­cher auch we­ni­ger schief. Das ist doch auch ei­ne an­ge­neh­me Vor­stel­lung. Die Film­rei­he zeigt ja, dass es vie­le Ar­ten des Hei­ra­tens gibt, von der kon­ven­tio­nel­len Ze­re­mo­nie bis zum Ehe­ver­spre­chen im Heiß­luft­bal­lon. Wie stel­len Sie sich die per­fek­te Hoch­zeit vor? Ich wuss­te ja schon vor­her durch Freun­din­nen, dass es da ei­nen gro­ßen Markt gibt, aber was man sich al­les ein­fal­len las­sen kann, das ist schon enorm. Man kann bar­fuß am Strand hei­ra­ten, mit wei­ßen Tau­ben oder oh­ne, oder so­gar un­ter Was­ser. Der Fan­ta­sie sind kei­ne Gren­zen ge­setzt. Aber un­ter Was­ser wä­re nichts für mich. Und was wür­den Sie gar nicht wol­len? Baum­stamm­sä­gen oder an­de­re lus­ti­ge Spiel­chen? Ich fin­de, wenn sich Freun­de so viel Mü­he ge­ben, dann ist das mit so viel Lie­be ver­bun­den, dass das wohl da­zu­ge­hört. Hat bei der ARD ei­gent­lich nie­mand ge­me­ckert, dass Sie als Un­ver­hei­ra­te­te ei­ne Hoch­zeits­pla­ne­rin spie­len? Nein, dar­über wur­de über­haupt nicht ge­spro­chen. Und als Schau­spie­le­rin kann ich mir das schon gut vor­stel­len. Das ge­hört zu mei­nem Job. Wie wür­den Sie sich den per­fek­ten Hei­rats­an­trag vor­stel­len? Ich glau­be, das kann man nicht ver­all­ge­mei­nern. Die ei­ne Frau träumt von ei­nem Prin­zen auf ei­nem Schim­mel, die an­de­re geht vi­el­leicht vor ih­rem Part­ner auf die Knie und macht ihm ei­nen An­trag, weil er sel­ber sich nicht traut zu fra­gen. Wie das bei mir aus­se­hen wür­de, weiß ich nicht, und was heißt über­haupt per­fekt? Es muss eben in dem Mo­ment für die bei­den Par­tei­en stim­men. Was hat Sie ei­gent­lich an der Rol­le der Ro­sa ge­reizt? Ro­sa ist ei­ne sehr er­fri­schen­de Rol­le. Es war von An­fang an klar, dass es nicht ein­fach um ei­ne Hoch­zeits­pla­ne­rin geht, die Pär­chen ver­hei­ra­tet, son­dern dass es auch vie­le Ne­ben­ge­schich­ten gibt. Ro­sa hat zum Bei­spiel drei­mal am Trau­al­tar bei der ei­ge­nen Hoch­zeit ge­knif­fen, im­mer bei dem­sel­ben Mann. Trotz­dem will sie Men­schen ver­hei­ra­ten – aber nur, wenn sie glaubt, dass die bei­den wirk­lich zu­sam­men­ge­hö­ren. Alex­an­dra Nel­del Berlin kam 1976 in

zur Welt und mach­te ei­ne Leh­re zu­nächst als Zahn­arzt­hel­fe­rin,

ne­ben­bei jobb­te Hos­tess und sie als

wur­de da­bei für RTL-Sei­fen­oper die schlech­te „Gu­te Zei­ten,

Zei­ten“ent­deckt. ih­rem Aus­stieg Nach 1999 aus der Se­rie

dreh­te Nel­del zahl­rei­che wie Ki­no­fil­me

„Bar­fuß“Schwei­ger, mit Til

ih­ren end­gül­ti­gen Durch­bruch hat­te der sie 2005 mit

Te­le­no­ve­la „Ver­liebt in der in Berlin“,

sie künst­lich auf Ent­lein häss­li­ches

ge­trimmt wur­de. den ver­gan­ge­nen In Jah­ren war Nel­del

vor al­lem in Fern­seh­fil­men se­hen – un­ter an­de­rem zu als Po­li­ti­ker­gat­tin sorg­te sie in der hoch­ge­lob­ten

Po­lit-Sa­ti­re „Der für Fu­ro­re. Mi­nis­ter“

Alex­an­dra Nel­del le­dig und lebt ist

in Berlin. (ski) Die ARD setzt of­fen­bar gro­ße Hoff­nun­gen in Sie und hat be­reits vier „Ro­sa“-Fil­me ge­dreht, be­vor über­haupt die ers­te Fol­ge ge­zeigt wur­de. Pla­nen Sie wei­te­re Pro­jek­te für den Sen­der? Es ist noch nichts wirk­lich spruch­reif. Jetzt hof­fe ich erst ein­mal, dass vie­le Zu­schau­er „Ein­fach Ro­sa“ein­schal­ten und dass das Pu­bli­kum die neue Rei­he gut an­nimmt. Wenn das der Fall ist, wol­len wir wei­te­re Fol­gen dre­hen.

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