Schwer­mut in Zeit­lu­pe

Mit „An­gels & Ghosts“gibt es Nach­schub für Fans von Da­ve Ga­han

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SZENE AM WOCHENENDE - Von Te­re­sa Dapp

Ein biss­chen hat Da­ve Ga­han das Ge­fühl, De­pe­che Mo­de mit den Souls­a­vers zu be­trü­gen. Denn seit dem ers­ten Al­bum mit dem Duo hät­ten sie gar nicht mehr auf­ge­hört zu schrei­ben. „Selbst als ich mit De­pe­che auf Tour war, ka­men mir Ide­en in den Kopf“, er­zähl­te der 53-jäh­ri­ge Sän­ger kürz­lich dem „Guar­di­an“.

Die ers­te Zu­sam­men­ar­beit Ga­hans mit Rich Ma­chin und Ian Gl­over, al­so Souls­a­vers, war nir­gends so er­folg­reich wie in Deutsch­land, „The Light the De­ad See“er­reich­te hier Platz zwölf der Al­bum­charts. Am gest­ri­gen Frei­tag ist der Nach­fol­ger „An­gels & Ghosts“er­schie­nen.

Die Klän­ge sind me­lan­cho­lisch­düs­ter, die Tex­te nach­denk­lich bis schwer­mü­tig und die Kom­po­si­ti­on an­spruchs­voll. Von ein­zel­nen Aus­brü­chen ab­ge­se­hen, geht es sehr ru­hig zu, manch­mal fast wie in Zeit­lu­pe. Da­mit bie­ten die neun Lie­der ge­nau das, was man nach dem Vor­gän­ger er­war­tet. Mit elek­tro­ni­schen Ele­men­ten ge­hen die Mu­si­ker ex­trem spar­sam um, da­für steht Ga­hans Stim­me mehr im Vor­der­grund.

Wenn er mit De­pe­che Mo­de ins Stu­dio ge­he, dann neh­me er von An­fang an Er­war­tun­gen mit, sag­te Ga­han dem On­li­ne-Ma­ga­zin „Pitch­fork“. Sei­ne Ar­beit mit Souls­a­vers sei da­von frei. „Man muss mit ver­schie­de­nen Leu­ten ar­bei­ten, vor al­lem, nach­dem man so viel mit den­sel­ben Leu­ten ge­ar­bei­tet hat“, er­klärt der bri­ti­sche Fa­mi­li­en­va­ter, der die Ex­zes­se von einst längst hin­ter sich ge­las­sen hat – und schwärmt im sel­ben Atem­zug da­von, dass er sich mit De­pe­che-Mo­de-Kol­le­ge Mar­tin Go­re als „ech­tes“Team füh­le. „Ich bin si­cher, dass wir uns En­de die­ses Jah­res zu­sam­men­set­zen und dar­über re­den, noch ei­ne Plat­te zu ma­chen“, ver­riet Ga­han. (dpa)

FOTO: SO­NY MU­SIC

Da­ve Ga­han steht seit 35 Jah­ren bei De­pe­che Mo­de am Mi­kro­fon. Ak­tu­ell wan­delt er auf So­lo­pf­a­den.

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