Über die Fa­cet­ten der Men­sch­lich­keit

„Pad­dy“Kel­ly kommt mit sei­nem neu­en Al­bum „Hu­man“nach Friedrichshafen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - LOKALES UND SERVICE -

FRIEDRICHSHAFEN – Jah­re­lang war es still ge­we­sen um Micha­el Patrick Kel­ly, den jun­gen Mu­si­ker, der an der Sei­te sei­ner Fa­mi­lie – der „Kel­ly Fa­mi­ly“– als Pad­dy Kel­ly be­reits ei­ne Welt­kar­rie­re hin­ter sich hat. 2015 mel­det er sich nach sei­ner sechs­jäh­ri­gen Klos­ter­aus­zeit mit dem So­lo­al­bum „Hu­man“zu­rück – ei­nem Al­bum über die Fa­cet­ten des Mensch­li­chen, das er am Di­ens­tag, 17. No­vem­ber, auch im Graf-Zep­pe­linHaus vor­stel­len wird. La­vina Stau­ber hat mit dem Sän­ger über die Er­fah­run­gen in Frank­reich und al­te Er­in­ne­run­gen an den Bo­den­see ge­spro­chen. Sie sind meh­re­re Jah­re aus dem Mu­sik­ge­schäft aus­ge­stie­gen und ha­ben in ei­nem fran­zö­si­schen Klos­ter ge­lebt, stu­diert und ge­be­tet. Was hat Sie da­zu be­wegt, Ihr Le­ben um­zu­krem­peln? So ei­ne Ent­schei­dung fällt man nicht von heu­te auf mor­gen. In ers­ter Li­nie war es die Fest­stel­lung, dass die Glücks­sym­bo­le wie Reich­tum und Be­rühmt­heit nicht so er­fül­lend sind. Wir hat­ten als Fa­mi­lie viel er­reicht, Micha­el Patrick Kel­ly gibt am Di­ens­tag, 17. No­vem­ber, um 20 Uhr ein Kon­zert im Graf-Zep­pe­lin-Haus, Ol­ga­stra­ße 20 in Friedrichshafen. Kar­ten ab 35 Eu­ro gibt es un­ter an­de­rem bei Süd­fin­der-Ti­cket, Te­le­fon 0751 / 29 55 57 77, oder on­li­ne un­ter

www.sued­fin­der.de/ti­cket aber ich woll­te trotz­dem mehr. Und die­ses Mehr, mein Glück so­zu­sa­gen, konn­te ich nicht in ma­te­ri­el­len Wer­ten fin­den. Ich ha­be auch ei­ne Art Test­pha­se durch­lau­fen, ha­be viel in der Bi­bel ge­le­sen, mich mit Mön­chen aus­ge­tauscht und Or­dens­ge­mein­den be­sucht. Ich woll­te in mich ge­hen kön­nen und mich auf die Su­che be­ge­ben. Die Sehn­sucht nach Glück, das ist das, was mich haupt­säch­lich an­ge­zo­gen hat. Manch­mal muss man fluss­auf­wärts schwim­men, um an die Qu­el­le zu kom­men. Was ha­ben Sie aus die­ser Zeit an Er­fah­rung mit­ge­nom­men? Zum ei­nen hat man ein an­de­res Fun­da­ment im Mu­sik­mi­lieu, man weiß, wo man her­kommt. Man hat in­ne­ren Frie­den und Aus­ge­gli­chen­heit. Das an­de­re ist das Be­ten, das Bi­bel­le­sen. Ich ha­be die Pra­xis des Glau­bens mit in mein Le­ben in­te­griert. Was mir aber manch­mal fehlt, ist die Stil­le, es ist ja schon ein lau­tes Ge­schäft, in dem ich bin. An­fangs war es schwer die Stil­le aus­zu­hal­ten, aber heu­te ist sie et­was, wo­nach ich im­mer wie­der dürs­te. Wie viel von die­ser Zeit und den Er­fah­run­gen die­ser Zeit steckt in Ih­rem neu­en Al­bum „Hu­man“? Die Zeit im Klos­ter war schwer­punkt­mä­ßig ei­ne spi­ri­tu­el­le Er­fah­rung, aber auch ei­ne men­sch­li­che. Es wa­ren Mön­che aus al­ler Welt in die­sem Klos­ter, aus ver­schie­de­nen Kul­tu­ren mit ver­schie­de­nen Men­ta­li­tä­ten. „Hu­man“dreht sich um das Mys­te­ri­um Mensch. Wir wis­sen viel über Ge­ne­tik, über die Phi­lo­so­phie, über die Bio­lo­gie, aber trotz­dem bleibt der Mensch ein Mys­te­ri­um. Das ist für mich fas­zi­nie­rend. Man könn­te zwan­zig Al­ben über den Men­schen schrei­ben und es wür­de nicht rei­chen. „Hu­man“ist ein Ver­such. Sie tou­ren ge­ra­de durch Deutsch­land und sind am 17. No­vem­ber auch in Friedrichshafen. Wa­ren Sie frü­her schon in Friedrichshafen? Ich glau­be, ich war vor vie­len, vie­len Jah­ren schon mal in Friedrichshafen. Ich kann mich er­in­nern, mit mei­nen Ge­schwis­tern an der Pro­me­na­de ge­spielt zu ha­ben. Auf je­den Fall fällt mir Zep­pe­lin da­zu sein – und na­tür­lich der wun­der­schö­ne Bo­den­see.

FOTO: GRE­GOR HO­HEN­BERG

Aus Pad­dy ist Micha­el Patrick Kel­ly ge­wor­den.

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