Spa­ren lohnt sich trotz Nied­rig­zin­sen

Bun­des­bank ver­weist auf nied­ri­ge In­fla­ti­on – Re­al­ren­di­te in der Re­gel noch po­si­tiv

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Bri­git­te Schol­tes

FRANK­FURT - Spa­ren lohnt sich auch in Zei­ten nied­ri­ger Zin­sen. Das schreibt die Deut­sche Bun­des­bank in ih­rem jüngs­ten Mo­nats­be­richt. Denn auch wenn man für Ta­ges­geld sel­ten mehr als ein Pro­zent Zin­sen er­hält, manch­mal noch nicht ein­mal 0,1 Pro­zent, so dür­fe man nicht nur die no­mi­na­len Zin­sen be­trach­ten, son­dern müs­se die ak­tu­ell sehr nied­ri­ge In­fla­ti­ons­ra­te da­von ab­zie­hen. Und dann er­wirt­schaf­te­ten vie­le Spa­rer selbst nur mit Bank­ein­la­gen noch ein klei­nes Plus. Ver­tre­ter von Ge­nos­sen­schafts­ban­ken und Spar­kas­sen je­doch spre­chen gern von Ent­eig­nung der Spa­rer, rech­nen vor, dass die­se Geld ver­lie­ren, das ih­nen dann beim Auf­bau der Al­ters­vor­sor­ge feh­le.

Die nied­ri­gen Zin­sen hal­ten die Deut­schen aber nicht vom Spa­ren ab, schreibt die Deut­sche Bun­des­bank in ih­rem jüngs­ten Mo­nats­be­richt. Sie le­gen im­mer noch et­wa neun Pro­zent ih­res ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens zu­rück. Auch wenn die deut­schen Spa­rer ei­nen gro­ßen Teil ih­rer An­la­gen in ren­di­te­schwa­chen Bank­ein­la­gen par­ken, so hal­ten sie auch noch hö­her ver­zins­li­che An­la­ge­for­men, et­wa in Le­bens­ver­si­che­run­gen. De­ren rea­le Ren­di­te lie­ge im­mer noch im po­si­ti­ven Be­reich, schreibt die Bun­des­bank. Mehr noch: Seit 2012 sei sie we­gen der rück­läu­fi­gen Preis­stei­ge­rungs­ra­te wie­der auf ein Ni­veau ge­stie­gen, wie es zu Be­ginn der neun­zi­ger Jah­re und Mit­te der 2000er Jah­re üb­lich war. Schließ­lich le­gen ei­ni­ge Spa­rer ihr Geld auch in Ak­ti­en an und er­wirt­schaf­ten da­mit mit­t­el­bis lang­fris­tig ei­ne hö­he­re Ren­di­te.

Rech­net man al­le An­la­ge­for­men zu­sam­men, dann ha­ben die Haus­hal­te zwi­schen 2008 und 2015 ei­ne durch­schnitt­li­che Ren­di­te von 1,5 Pro­zent er­wirt­schaf­tet. Grund­sätz­lich aber ge­hen die Deut­schen lie­ber auf Num­mer Si­cher und in­ves­tie­ren in li­qui­de Bank­ein­la­gen. „Ver­ant­wort­lich da­für dürf­te un­ter an­de­rem ei­ne aus­ge­präg­te Ri­si­ko­aver­si­on der pri­va­ten Haus­hal­te sein, die durch die kri­sen­be­ding­ten Ka­pi­tal­markt­tur­bu­len­zen in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit noch spür­bar zu­ge­nom­men und Ren­di­te­ge­sichts­punk­te (wei­ter) in den Hin­ter­grund ge­scho­ben hat“, schreibt die Bun­des­bank. Je ver­mö­gen­der ein Haus­halt ist, des­to mehr passt er sich im Üb­ri­gen dem Zins­um­feld an und schich­tet noch stär­ker in Ak­ti­en um.

FOTO: DPA

Das „ welt­größ­te Spar­schwein“steht seit ges­tern am Schil­ler­platz in Lud­wigs­burg und soll Bür­ger zum Spa­ren ani­mie­ren.

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