Ver­trag bringt Na­tur­schutz und Mi­li­tär in Ein­klang

Bund und Land si­chern Schutz der Na­tu­ra-2000-Ge­bie­te auf Bun­des­wehr­ge­län­de – Un­ter­zeich­nung in Stet­ten

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Se­bas­ti­an Mu­solf

STET­TEN AM KALTEN MARKT - Der Schutz von Na­tur und Land­schaft auf mi­li­tä­risch ge­nutz­ten Flä­chen ist jetzt recht­lich ge­si­chert – ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung ha­ben Ver­tre­ter des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg und der Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben am Mon­tag im Sol­da­ten­heim in Stet­ten un­ter­zeich­net. Sie gilt für al­le Trup­pen­übungs­plät­ze in Ba­den-Würt­tem­berg.

„Wir wer­den heu­te ei­ne Ver­ein­ba­rung un­ter­zeich­nen, die der um­fas­sen­den recht­li­chen Si­che­rung der Zie­le des Na­tur­schut­zes auf den mi­li­tä­ri­schen Flä­chen in Ba­den-Würt­tem­berg dient“, sag­te der par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär bei der Bun­des­mi­nis­te­rin der Ver­tei­di­gung, Mar­kus Gr­ü­bel (CDU). „Die Ver­ein­ba­rung bringt Na­tur­schutz und mi­li­tä­ri­sche Nut­zung in Ein­klang“, füg­te Gr­ü­bel an, der 1978 und ’79 selbst auf dem Heu­berg ge­dient hat­te. Bund und Land ha­ben er­kannt, dass sich Na­tur­schutz und mi­li­tä­ri­sche Nut­zung nicht aus­schlie­ßen, son­dern sich ge­gen­sei­tig er­gän­zen: Die Trup­pen­übungs­plät­ze si­chern als Rück­zugs­ge­bie­te die Exis­tenz man­cher be­droh­ter Tier- und Pflan­zen­ar­ten, mein­te der Staats­se­kre­tär. So le­be et­wa die Gro­ße Hö­cker­schre­cke aus der Fa­mi­lie der Feld­heu­schre­cken auf dem Trup­pen­übungs­platz Heu­berg – es sei das bun­des­weit ein­zi­ge Vor­kom­men. „Die Bun­des­wehr­flä­chen ge­hö­ren bun­des- und lan­des­weit zu den wert­volls­ten Ge­bie­ten des eu­ro­päi­schen Schutz­ge­biets­net­zes Na­tu­ra 2000“, er­klär­te Gr­ü­bel.

Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Mi­nis­ter für den Länd­li­chen Raum und Ver­brau­cher­schutz, Alexander Bon­de (Grü­ne), er­klär­te, dass die­se Na­tu­ra-2000-Ge­bie­te (sie­he Kas­ten) die Ar­ten­viel­falt im Land be­wah­ren. 347 sol­cher Flä­chen ge­be es in Ba­denWürt­tem­berg, sie neh­men 17,4 Pro­zent der Lan­des­flä­che ein. Bund und Land über­neh­men auf mi­li­tä­risch ge­nut­zen Flä­chen jetzt ge­mein­sam den Schutz und die Pfle­ge der Na­tu­ra-2000-Flä­chen – de­tail­lier­te Re­ge­lun­gen über die je­wei­li­gen Pflich­ten und die Aus­ge­stal­tung der Zu­sam­men­ar­beit ent­hält die neue Ver­ein- ba­rung. Bon­de nann­te da­her die jetzt er­folg­te Er­klä­rung ei­nen „wich­ti­gen Be­stand­teil der Na­tur­schutz­po­li­tik un­se­res Lan­des.“

Für das Fau­na-Flo­ra-Ha­bi­tat-Ge­biet (FFH) auf dem Stet­tener Trup­pen­übungs­platz sei vor Kur­zem ein Ma­nage­ment­plan für Na­tur­schutz und Pfle­ge er­stellt wor­den, be­rich­te­te Bon­de. Auf dem Are­al be­stim­men vor al­lem Wald­meis­ter-Bu­chen­wäl­der und Ma­ger­ra­sen-Wa­chol­der­hei­den-Kom­ple­xe die Land­schaft. Bun­des­forst ist ein­ge­bun­den Der un­ter­zeich­nen­de Ver­tre­ter der Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben, Axel Kun­ze, ist zu­stän­dig für den Be­reich Bun­des­forst. Des­sen Mit­ar­bei­ter küm­mern sich auch um die Staats­fors­ten auf mi­li­tä­ri­schen An­la­gen. „Ziel ist es, die Wald­land­schaft zu gestal­ten und zu er­hal­ten und den An­for­de­run­gen der mi­li­tä­ri­schen Nut­zer ge­recht zu wer­den. Wir las­sen uns durch die heu­ti­ge Ver­ein­ba­rung gern in die Pflicht neh­men“, sag­te Kun­ze. Ein gro­ßer Teil der Staats­wäl­der auf mi­li­tä­ri­schen Flä­chen ge­nüg­ten den Na­tu­ra-2000An­for­de­run­gen. Ein Vi­deo fin­den Sie un­ter www. schwa­ebi­sche. de/ na­tur­schutz- bun­des­wehr Na­tu­ra- 2000- Ge­bie­te, die aus Fau­na- Flo­ra- Ha­bi­tat- ( FFH) und Vo­gel­schutz­ge­bie­ten be­ste­hen, bil­den ein zu­sam­men­hän­gen­des eu­ro­päi­sches öko­lo­gi­sches Schutz­ge­biets­netz. Die­se Ge­bie­te sind zen­tra­ler Be­stand­teil des eu­ro­päi­schen Na­tur­schut­zes, der zum Ziel hat, ei­nen güns­ti­gen Er­hal­tungs­zu­stand der na­tür­li­chen Le­bens­räu­me und wild­le­ben­den Tier- und Pflan­zen­ar­ten von ge­mein­schaft­li­chem In­ter­es­se zu be­wah­ren oder wie­der­her­zu­stel­len. Für die Um­set­zung sind in Deutsch­land grund­sätz­lich die Bun­des­län­der zu­stän­dig. Vie­le na­tur­schutz­fach­lich wert­vol­le Be­rei­che der Na­tu­ra- 2000- Ge­bie­te ste­hen in der Ver­fü­gungs­be­fug­nis des Bun­des und wer­den mi­li­tä­risch ge­nutzt. Die am Mon­tag in Stet­ten un­ter­schrie­be­ne Ver­ein­ba­rung re­gelt das Zu­sam­men­wir­ken bei der recht­li­chen Si­che­rung und Pfle­ge der mi­li­tä­risch ge­nutz­ten Na­tu­ra- 2000- Flä­chen in ganz Ba­den- Würt­tem­berg ( sz).

FOTO: SE­BAS­TI­AN MU­SOLF

Sie un­ter­zeich­nen in Stet­ten die Ver­ein­ba­rung zum Schutz von Na­tur und Land­schaft auf mi­li­tä­risch ge­nutz­ten Flä­chen in Ba­den-Würt­tem­berg (von links): Mi­nis­ter Alexander Bon­de, Staats­se­kre­tär Mar­kus Gr­ü­bel und Axel Kun­ze von der Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.