Pal­mer für Asyl-Aus­sa­ge zu­recht­ge­wie­sen

Flücht­lings­kri­se sorgt für grü­nen Zünd­stoff – Mi­nis­ter­prä­si­dent über AfD-Zu­lauf be­sorgt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ka­ra Ball­arin

STUTTGART - Mit sei­ner Aus­sa­ge „Wir schaf­fen das nicht“zur Flücht­lings­kri­se sorgt Tü­bin­gens Ober­bür­ger­meis­ter Bo­ris Pal­mer (Grü­ne) seit Ta­gen für Schlag­zei­len. Am Di­ens­tag hat sich Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) ein­ge­schal­tet und Pal­mer zu­recht­ge­wie­sen. „Man kann kei­ne Po­li­tik mit Über­schrif­ten ma­chen“, sag­te Kret­sch­mann in Stuttgart.

In ei­nem frei­en Land kön­ne je­der sa­gen, was er wol­le, aber Pal­mer ha­be sich ver­rannt. „Mein Rat ist, sich vor al­lem da­zu zu äu­ßern, wo­für man zu­stän­dig ist.“An den Flucht­ur­sa­chen kön­ne Pal­mer kaum et­was än­dern, an der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on und am Grund­recht auf Asyl wer­de nicht ge­rüt­telt.

Kret­sch­mann äu­ßer­te sich be­sorgt dar­über, dass die AfD in der Wäh­ler­gunst steigt. „Das ist rei­ner Pro­test, denn die AfD hat kei­ne Lö­sun­gen, zu­min­dest kei­ne prak­ti­ka­blen.“Statt­des­sen schü­re die Par­tei Ängs­te.

Sei­ne Sor­ge sei al­ler­dings mit Blick in Nach­bar­staa­ten re­la­tiv. Durch ih­ren Schul­ter­schluss sei es den eta­blier­ten Par­tei­en mög­lich ge­we­sen, die AfD auf ei­nem Le­vel zu hal­ten, der bei Wei­tem nicht an die Er­fol­ge ähn­li­cher Par­tei­en in an­de­ren EU-Staa­ten her­an­reicht.

Das Flücht­lings­the­ma wer­de auch beim Jah­res­fo­rum der Do­nau­raum­stra­te­gie am Don­ners­tag und Frei­tag in Ulm ei­ne Rol­le spie­len, sag­te Eu­ro­pa­mi­nis­ter Pe­ter Fried­rich (SPD) – ob­schon Mi­gra­ti­on nicht zu den elf Po­li­tik­fel­dern ge­hö­re, in de­nen die Do­nau-An­rai­ner ko­ope­rier­ten. Un­garn zu Ko­ope­ra­ti­on be­we­gen 1100 Gäs­te aus dem In- und Aus­land tref­fen sich zu Work­shops und Ge­sprächs­fo­ren. Mit da­bei sind auch Ver­tre­ter von Staa­ten an der Bal­kan­Rou­te, die sich re­strik­tiv ge­gen­über Flücht­lin­gen zei­gen – wie Un­garn.

Das Fo­rum die­ne da­zu, für mehr Ko­ope­ra­ti­on zu wer­ben, sag­te Fried­rich. Zu­dem ge­be es in der Do­nau­raum­stra­te­gie auch die Mög­lich­keit, Sank­tio­nen zu ver­hän­gen – was ein lang­wie­ri­ger Pro­zess sei.

FOTO: DPA

Bo­ris Pal­mer

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