Ge­wer­be­steu­er gibt Hand­lungs­spiel­raum

Sig’dorf nimmt 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro mehr ein – Rück­la­gen stei­gen auf sechs Mil­lio­nen Eu­ro

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/LAUCHERT - Von Thi­lo Berg­mann

SIG­MA­RIN­GEN­DORF - Sig­ma­rin­gen­dorf hat 2014 mehr als dop­pelt so viel Steu­ern ein­ge­nom­men wie ge­plant. Vor al­lem die Ge­wer­be­steu­er be­scher­te der Ge­mein­de mit ih­ren 3500 Ein­woh­nern Grund zur Freu­de. Auch für das lau­fen­de Jahr sagt die Ver­wal­tung be­reits ein Plus vor­aus. Die Kehr­sei­te des un­ver­hoff­ten Geld­se­gens: Mit den ge­stie­ge­nen Ein­nah­men stei­gen auch die Fi­nanz­ab­ga­ben an Kreis und Land.

Bür­ger­meis­ter Alois Hen­ne ist glück­lich. „Das Jahr 2014 war ein Jahr, wie wir es noch nie hat­ten“, sag­te er in der Ge­mein­de­rats­sit­zung am Mon­tag­abend. Die Ge­mein­de plan­te für 2014 Steu­er­rein­nah­men von 2,8 Mil­lio­nen Eu­ro ein – es wur­den 6,5 Mil­lio­nen. Die Ge­wer­be­steu­ern la­gen 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro über den Er­war­tun­gen. Die Rück­la­gen der Ge­mein­de lie­gen jetzt bei rund sechs Mil­lio­nen Eu­ro. Alois Hen­ne dank­te den Fir­men in Sig­ma­rin­gen­dorf für ih­ren Ein­satz und sag­te: „Wir ste­hen den Un­ter­neh­men zur Sei­te.“Dies gel­te zum Bei­spiel für Bau­vor­ha­ben, die in en­ger Ko­ope­ra­ti­on und schnell mit der Ver­wal­tung um­ge­setzt wer­den kön­nen.

„Das Er­geb­nis ver­lei­tet uns nicht zu Über­mut“, sag­te der Bür­ger­meis­ter nüch­tern, auch wenn die Ge­mein­de seit 2009 schul­den­frei ist. Gro­ße In­ves­ti­tio­nen im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren die An­schaf­fung ei­nes neu­en Feu­er­wehr­au­tos und ei­nes neu­en Trak­tors so­wie die In­nen­sa­nie­rung im ge­mein­de­ei­ge­nen Gast­hof Hirsch. Die rund 60 An­ge­stell­ten, die auf dem Lohn­zet­tel der Ge­mein­de ste­hen, wa­ren um 65 000 Eu­ro güns­ti­ger. Auch weil die Stel­le des Haupt­amts­lei­ters 2014 nicht be­setzt war, wur­den rund 37 000 Eu­ro ge­spart. Die Kin­der­häu­ser der Ge­mein­de ver­ur­sa­chen mit Ab­stand die größ­ten Aus­ga­ben in Sig­ma­rin­gen­dorf. Bei 670 000 Eu­ro la­gen die Aus­ga­ben, die nicht durch Ge­büh­ren und Zu­schüs­se ge­deckt wa­ren. Alois Hen­ne hob aber den Stel­len­wert der so­zia­len In­fra­struk­tur im Ort her­vor. „Das muss uns die Kin­der­be­treu­ung auch wert sein“, sag­te er. Ein Plus wird auch für 2015 er­war­tet Durch die hö­he­ren Ein­nah­men stei­gen auch die Ab­ga­ben an Kreis und Land. 2016 wird sich das gu­te Fi­nanz­jahr da­bei be­merk­bar ma­chen, er­klär­te Hen­ne – das müs­se man in der Haus­halts­pla­nung für 2016 be­rück­sich­ti­gen, denn im­mer zwei Jah­re im Vor­aus wer­den die Fi­nanz­ab­ga­ben be­rech­net. Auch für das lau­fen­de Jahr hat die Ver­wal­tung be­reits ein Haus­halts­plus aus­ge­rech­net. Stimmt die Vor­her­sa­ge, so sei­en ei­ne Mil­li­on Eu­ro Steu­ern mehr zu er­war­ten, als an­ge­nom­men, sag­te der Bür­ger­meis­ter. Das Geld sei für den Neu­bau der Sport­hal­le „In der Au“und die Stra­ßen­sa­nie­rung auch not­wen­dig, so Hen­ne.

Der Ei­gen­be­trieb „Was­ser und Wär­me­ver­sor­gung“mach­te 2014 ei­nen Ge­winn von 11 000 Eu­ro, be­rich­te­te Käm­me­rer Hart­mut Diesch. Der Was­ser­ver­brauch sei 2014 ge­gen­über dem Vor­jahr um 4000 Ku­bik­me­ter ge­stie­gen und lag bei 160 000 Ku­bik­me­ter. Die Was­ser­ver­lus­te der Vor­jah­re konn­ten be­ho­ben wer­den, sag­te Bür­ger­meis­ter Alois Hen­ne. Im Ge­gen­satz zur Ge­mein­de hat der Ei­gen­be­trieb Schul­den, sie be­lau­fen sich auf et­wa ei­ne Mil­li­on Eu­ro.

ARCHIVFOTO: DPA

Po­ten­te Be­trie­be sor­gen in Sig­ma­rin­gen­dorf da­für, dass viel zu­sätz­li­ches Geld in die Ge­mein­de­kas­se fließt.

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