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Der VfB Stuttgart steht nach dem Pflicht­sieg in Je­na erst­mals seit 2012 im Po­kal-Ach­tel­fi­na­le

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

JE­NA (SID/dpa/sz) - Er lag rich­tig. Schon Ta­ge vor dem Spiel hat­te Alexander Zor­ni­ger ver­kün­det, dass es in Je­na „ek­lig“wer­den wür­de. Und tat­säch­lich be­hielt der VfB-Trai­ner recht: Sei­ne Stutt­gar­ter müh­ten sich beim Drit­ten der Re­gio­nal­li­ga Nord­ost zu ei­nem ver­dien­ten, aber glanz­lo­sen 2:0 (1:0) und ste­hen so­mit im Ach­tel­fi­na­le des DFB-Po­kals. Auch wenn der Sieg des kri­seln­den Bun­des­li­gis­ten nicht son­der­lich schön an­zu­se­hen war, so bleibt doch die Tat­sa­che, dass der VfB erst­mals seit 2012 die zwei­te Run­de im Cup-Wett­be­werb über­stan­den hat. Und sonst? Für Coach Zor­ni­ger gibt es et­was Ru­he vor dem wich­ti­gen Li­ga-Spiel am Sonn­tag ge­gen den kampf­star­ken Auf­stei­ger SV Darm­stadt 98.

Ka­pi­tän Mar­tin Har­nik (22.) und Alex­an­dru Ma­xim (90.+2/Hand­elf­me­ter) si­cher­ten den Gäs­ten beim kras­sen Au­ßen­sei­ter in Thü­rin­gen den Sieg. We­gen Hand­spiels auf der Li­nie hat­te Ni­clas Erl­beck (90.+1) die Ro­te Kar­te ge­se­hen. Der drei­ma­li­ge DDR-Meis­ter Je­na ver­pass­te hin­ge­gen ei­ne Über­ra­schung. Im Fe­bru­ar 2008 hat­te der da­ma­li­ge Zweit­li­gist den Deut­schen Meis­ter mit 7:6 nach Elf­me­ter­schie­ßen im Vier­tel­fi­na­le aus dem Wett­be­werb ge­wor­fen. „Dann wird es auch mal eng“Dies­mal wur­de es nichts mit der von Je­nas Trai­ner Vol­kan Uluc er­hoff­ten „ma­gi­schen Nacht“, der VfB ließ dem Viert­li­gis­ten vor al­lem in Halb­zeit eins we­nig Raum. „Wir sind gut ins Spiel ge­kom­men und ha­ben früh das 1:0 ge­macht“, sag­te Zor­ni­ger. Wirk­lich zu­fried­ne war er je­doch nicht. „Wir ha­ben es dann lei­der ver­passt, schnell das zwei­te Tor zu ma­chen“, nör­gel­te der VfB-Coach, „und dann wird es auch mal eng.“Erst recht, wenn man be­denkt, dass der Bun­des­li­ga-16. un­ter gro­ßem Druck in die Be­geg­nung ge­gan­gen war. In zehn Li­ga­spie­len hat­te es sie­ben Nie­der­la­gen ge­ge­ben. Mit 23 Ge­gen­tref­fern hat der drei­ma­li­ge Po­kal­sie­ger die schwächs­te Ab­wehr.

Oh­ne die ver­letz­ten Mit­tel­feld­ab­räu­mer Se­rey Dié (Mus­kel­ver­let­zung) und Lu­kas Rupp (Hand­bruch) agier­ten die Stutt­gar­ter je­doch nur ganz zu An­fang ver­hal­ten, ehe sie wie er­war­tet die Kon­trol­le über­nah­men. Nach ei­ner schö­nen Ein­zel­leis­tung er­ziel­te der Ös­ter­rei­cher Har­nik aus kur­zer Dis­tanz die ver­dien­te Füh­rung. Zu­vor hat­ten die spie­le­risch recht li­mi­tier­ten Jena­er zwar mu­tig nach vorn ge­spielt, ka­men da­bei aber bis zur Pau­se nur durch Veli­mir Jo­va­no­vic (35.) zu ei­ner kla­ren Tor­chan­ce.

Carl Zeiss Je­na, der ehe­ma­li­ger Fi­na­list im Eu­ro­pa­po­kal, hat­te in der ers­ten Run­de den Ham­bur­ger SV (3:2 n.V.) aus dem Wett­be­werb ge­wor­fen. An die­se Leis­tung konn­te die Mann­schaft von Trai­ner Uluc je­doch nicht an­knüp­fen. Oft agier­te das Team über­has­tet und we­nig krea­tiv. Im­mer­hin bil­de­ten 18 000 Zu­schau­er im aus­ver­kauf­ten Ernst-Ab­be-Sport­feld in Je­na die bis­lang größ­te Ku­lis­se in der Nach­wen­de­zeit. Durch Zu­satz­tri­bü­nen wur­de die Ka­pa­zi­tät er­höht, zu­dem kam für et­wa 100 000 Eu­ro ei­ne mo­bi­le Flut­licht­an­la­ge zum Ein­satz. Dies war nö­tig, da die ei­gent­li­chen Mas­ten des Sta­di­ons nach ei­ner Saa­le-Flut 2013 ent­fernt wer­den muss­ten.

Nach dem Sei­ten­wech­sel dräng­te Je­na auf den Aus­gleich und brach­te die Stutt­gar­ter De­fen­si­ve meh­re­re Ma­le in Be­dräng­nis. Al­ler­dings fehl­te es zu oft an der Prä­zi­si­on. Der VfB hat­te trotz­dem zeit­wei­se grö­ße­re Pro­ble­me, sich vom Druck zu be­frei­en. Es dau­er­te bis zur 62. Mi­nu­te, ehe Har­nik die nächs­te gu­te Tor­mög­lich­keit hat­te – und ver­gab. Er­neut Har­nik (64.) so­wie Ti­mo Baum­gartl (65.) hät­ten dann vor­zei­tig al­les klar ma­chen kön­nen. „Wir wa­ren spä­ter nicht mehr ganz zu­frie­den mit un­se­rem Auf­tre­ten“, sag­te Coach Zor­ni­ger, „und es pas­sie­ren Din­ge, die ei­nem nicht so ge­fal­len. Ins­ge­samt war es aber ein ab­so­lut ver­dien­ter Sieg.“Ein Sieg, den Ma­xim mit sei­nem cool ver­wan­del­ten Stra­stoß si­cher­stell­te.

FOTO: DPA

Um­kämpf­tes Du­ell im Ernst-Ab­be-Sport­feld: Stutt­garts Da­ni­el Schwab ge­gen Veli­mir Jo­va­no­vic (links) von Carl Zeiss Je­na.

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