Let’s play mit Ste­fan

Ste­fan Kal­lay aus Wein­gar­ten mo­de­riert Com­pu­ter­spie­le - Ein klei­nes On­li­ne-Ga­mes-Ma­ga­zin be­treibt er auch noch

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MULTIMEDIA - Von Ro­bert Kolm

WEIN­GAR­TEN - He­xer Ge­r­alt von Ri­va schleu­dert sei­nen Zau­ber in die Geg­ner­grup­pen, dann greift er mit sei­nen bei­den Schwer­tern an und räumt auf. Ste­fan Kal­lay ist zu­frie­den. Er hat im Spiel „The Wit­cher 3: Wild Hunt“nicht nur die Fein­de be­siegt, son­dern die Sze­ne auch im Kas­ten. Der 23-Jäh­ri­ge aus Wein­gar­ten ist näm­lich ein so­ge­nann­ter Let’s Play­er. Das be­deu­tet, dass er Com­pu­ter­spie­le spielt und das Pro­gramm da­bei auf­zeich­net. An­schlie­ßend lädt er die Clips auf sei­nem Youtube-Ka­nal „Lu­dio92“hoch, wo sie dann je­der se­hen kann.

„Ei­ne pri­ma Mög­lich­keit, die Spie­le an­de­ren Leu­ten zu­gäng­lich zu ma­chen“, er­klärt Kal­lay sein Hob­by. Sehr ger­ne spielt er Rol­len­spie­le und Shoo­ter. Da­bei wer­den die Ga­mes aber nicht nur stu­pi­de ab­ge­filmt, der jun­ge Mann mo­de­riert die Spie­le zu­gleich. Er­klärt, war­um er im Spiel nun die­ses oder je­nes macht. So äh­nelt das Gan­ze am En­de ei­ner Sport­über­tra­gung. „Ähn­lich wie beim Fuß­ball soll­te sich der Mo­de­ra­tor aber nicht zu wich­tig neh­men“, sagt Kal­lay. Die „Let’s plays“, von de­nen es auf Youtube mitt­ler­wei­le un­zäh­li­ge gibt, sind pu­re Un­ter­hal­tung. Der Zu­schau­er er­lebt das Spiel, oh­ne es selbst zu spie­len. „So kön­nen sich po­ten­ti­el­le Käu­fer vor­ab ei­nen Ein­druck von dem Pro­gramm ma­chen. Für Leu­te, die das Ga­me schon ken­nen, ist es ei­ne schö­ne Er­in­ne­rung“, er­klärt Kal­lay. Man­che der Let’s Play­er sind in der Sze­ne re­gel­rech­te Pop­stars, der be­rühm­tes­te dürf­te der Spie­ler „Gron­kh“sein, des­sen Ka­nal rund 3 845 000 Men­schen abon­niert ha­ben. Bei „Lu­dio92“sind es der­zeit deut­lich we­ni­ger, et­wa 1000 Abo­nen­ten hat er.

Zum Auf­neh­men und Schnei­den sei­ner Clips nutzt Kal­lay pro­fes­sio­nel­le Soft­ware, de­ren Ge­brauch er sich selbst bei­ge­bracht hat. Denn ei­gent­lich ist er Ein­zel­han­dels­kauf­mann und be­schäf­tigt sich nicht be­ruf­lich mit der­ar­ti­ger Ma­te­rie. Idee schon 2010 ge­habt Dass Com­pu­ter­spie­le die gro­ße Lei­den­schaft von Ste­fan Kal­lay sind, wird noch an ei­ner an­de­ren Stel­le deut­lich: Er be­treibt seit 2013 das klei­ne On­li­ne-Ga­mes-Ma­ga­zin „Gacc – Ga­mes and Con­so­le Com­mu­ni­ty“. „Die Idee da­zu hat­te ich schon 2010“, er­zählt er. „Es soll­te von An­fang an ein Ma­ga­zin von Spie­lern für Spie­ler sein.“Gacc ist ei­ne klei­ne On­li­neCom­mu­ni­ty, in der fünf Leu­te re­gel­mä­ßig blog­gen, Spie­le vor­stel­len und tes­ten, ih­re Mei­nung da­zu äu­ßern. Über ak­tu­el­le Nach­rich­ten aus dem Netz wird eben­falls be­rich­tet. „Na­tür­lich sind wir kei­ne Kon­kur­renz für die gro­ßen Ga­mes-Ma­ga­zi­ne“, räumt Kal­lay ein. „Wol­len wir auch gar nicht sein, das Gan­ze soll vor al­lem auch Spaß ma­chen.“Re­kru­tiert hat Kal­lay sei­ne Mit­strei­ter über Face­book. Be­such auf der Ga­mes­com Rund 100 Be­su­cher hat die Sei­te pro Tag, sie fi­nan­ziert sich über Wer­bung und ei­ge­nes Geld der Be­trei­ber. „Un­ser Vor­teil ist, dass wir kos­ten­los sind. Am En­de schaut eben doch je­der aufs Geld“, fasst Kal­lay zu­sam­men. Und auch wenn 100 Be­su­cher pro Tag noch aus­bau­fä­hig sind, so war die Gacc-Trup­pe, zu der auch zwei jun­ge Frau­en ge­hö­ren, in die­sem Jahr in Köln auf der Ga­mes­com. Neu­er­schei­nun­gen an­se­hen und Kon­tak­te zu Pu- blis­hern knüp­fen stan­den auf dem Pro­gramm. „Ich war von der Mes­se aber eher ent­täuscht“, sagt der Wein­gar­te­ner. Wirk­lich vie­le der dort ge­zeig­ten Pro­duk­te ha­ben ihn nicht be­geis­tern kön­nen, le­dig­lich das Spiel „Over­watch“, ein team­ba­sier­ter Shoo­ter, ha­be ihm gut ge­fal­len.

Wenn es ge­ra­de kei­ne gu­ten Spie­le gibt, dann ist Kal­lay aber auch noch in ei­ner an­de­ren Mis­si­on un­ter­wegs: Auf der Web­sei­te www. otaku­na­ti­on.de in­for­miert er über Man­gas und Ani­mes in Deutsch­land. „Nur der deutsch­spra­chi­ge Raum, sonst wird es zu viel“. Dann lä­chelt Kal­lay: „Ich glau­be, da­mit ist mei­ne Be­schrei­bung als zo­cken­der Su­per­nerd kom­plett.“ Hier geht es zum Spiele­ma­ga­zin von Ste­fan Kal­lay: schwa­ebi­sche.de/gacc

FOTO: RO­BERT KOLM

Zo­cken und al­le sol­len es se­hen: Ste­fan Kal­lay zeich­net ein Com­pu­ter­spiel auf.

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