Sigmaringen be­kommt Krebs­be­ra­tungs­stel­le

Krebs­zen­trum der SRH-Kli­ni­ken er­hält 145 000 Eu­ro vom Land

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Von Thi­lo Berg­mann

SIGMARINGEN - Das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um för­dert den Auf­bau ei­ner Krebs­be­ra­tungs­stel­le in Sigmaringen mit 145 000 Eu­ro. Der on­ko­lo­gi­sche Schwer­punkt (OSP) der SRHK­li­ni­ken in Sigmaringen hat das Geld für den Auf­bau und den Be­trieb der Be­ra­tungs­stel­le er­hal­ten.

1,2 Mil­lio­nen Eu­ro lässt sich das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um die Krebs­be­ra­tungs­stel­len im Land kos­ten. Dies gab das Mi­nis­te­ri­um am Frei­tag be­kannt. Krebs­be­ra­tungs­stel­len bie­ten für Krebs­pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­ge Be­ra­tung und Hil­fe. Das An­ge­bot der in Ba­den-Würt­tem­berg be­reits be­ste­hen­den Stel­len sei breit ge­fä­chert, sagt An­na Zaora­lek vom So­zi­al­mi­nis­te­ri­um. Es kann oft per­sön­lich, per E-Mail oder te­le­fo­nisch Kon­takt auf­ge­nom­men wer­den. Die Be­ra­tungs­stel­len ver­mit­teln dann me­di­zi­ni­sche Spe­zia­lis­ten, nen­nen An­sprech­part­ner oder den Kon­takt zu Selbst­hil­fe­grup­pen. Das Gan­ze sei für die Pa­ti­en­ten na­tür­lich frei­wil­lig, be­tont sie. Die Be­ra­tungs­stel­len sind lo­kal ver­netzt und auch Bin­de­glied zwi­schen sta­tio­nä­rer Be­hand­lung und der Nach­sor­ge beim Haus­arzt. „Da ist je­mand, an den ich mich wen­den kann“, be­schreibt Zaora­lek das Ge­fühl bei den Be­trof­fe­nen. „Krebs hat nicht nur kör­per­li­che Aus­wir­kun­gen“, sagt sie. Dar­um sei ei­ne An­lauf­stel­le wich­tig.

Der­zeit gibt es acht Krebs­be­ra­tungs­stel­len im Land, mit der För­de­rung sol­len es zwölf wer­den. Das Pro­blem bis­lang: Es gibt kei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung zur Fi­nan­zie­rung der Be­ra­tungs­stel­len über die Kran­ken­kas­sen. Das hemmt den Auf- und Aus­bau, teilt das Mi­nis­te­ri­um mit. Ei­ne frei­wil­li­ge Ver­ein­ba­rung zwi­schen So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger und Kran­ken­kas­sen soll das jetzt än­dern, das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um be­fin­de sich in Ge­sprä­chen da­zu, sagt Zaora­lek. Die För­de­rung des Mi­nis­te­ri­ums reicht bis En­de 2016.

„Wir wol­len al­len Krebs­pa­ti­en­ten im Land er­mög­li­chen, die Hil­fe­an­ge­bo­te der Krebs­be­ra­tungs­stel­len in An­spruch zu neh­men“, so Mi­nis­te­rin Alt­pe­ter. Rund um Sigmaringen gab es bis­lang kei­ne Be­ra­tungs­stel­le, wohl aber ei­nen von 14 on­ko­lo­gi­schen Schwer­punk­ten in Ba­denWürt­tem­berg. Der ist an die SRHK­li­ni­ken im Kreis an­ge­glie­dert, wo jetzt die Be­ra­tungs­stel­le ent­ste­hen wird. Der on­ko­lo­gi­sche Schwer­punkt war für ei­ne Stel­lung­nah­me am Frei­tag nicht zu er­rei­chen. „Der För­der­be­scheid wur­de be­reits ver­schickt“, sagt Zaora­lek.

Der Krebs­ver­band im Land rich­tet auch ei­ne Ko­or­di­nie­rungs­stel­le für die Be­ra­tungs­stel­len ein. Ne­ben Sigmaringen sol­len in Heil­bronn, Pforz­heim, Ra­vens­burg und Ulm Be­ra­tungs­stel­len auf­ge­baut wer­den.

ARCHIVFOTO: DPA

Auf dem Foto un­ter­sucht ei­ne For­sche­rin ei­ne Krebs­zel­le. Weit­rei­chen­de Hil­fe für Pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­ge gibt es bald in Sigmaringen – da­für wird ei­ne Be­ra­tungs­stel­le ge­schaf­fen.

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