Rat bringt Bio­en­er­gie­dorf Stor­zin­gen auf den Weg

Nah­wär­me­netz soll ent­ste­hen – Stet­ten er­hebt Ab­ga­be

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH -

STET­TEN AM KALTEN MARKT (sgr) Das ge­plan­te Bio­en­er­gie­dorf Stor­zin­gen nimmt Form an: Der Stet­tener Ge­mein­de­rat hat in sei­ner jüngs­ten Sit­zung dem Ab­schluss ei­nes We­ge­nut­zungs­ver­trags zu­ge­stimmt. Die­ser be­inhal­tet zu­dem ei­ne Kon­zes­si­ons­ab­ga­be von ei­nem Pro­zent der Ent­gel­te aus Ver­sor­gungs­leis­tun­gen, die für die Er­rich­tung ei­nes Nah­wär­me­net­zes in Stor­zin­gen be­nö­tigt wer­den.

Wie be­rich­tet, will der Bio­gas­an­la­gen­be­trei­ber Frank Mors aus Stor­zin­gen mit der Fir­ma So­lar­com­plex aus Sin­gen die Ab­wär­me aus sei­ner An­la­ge in ein noch zu er­rich­ten­des Nah­wär­me­netz im Stet­tener Orts­teil Stor­zin­gen ein­spei­sen. Um das Netz aus­bau­en zu kön­nen, müs­sen sei­tens der Ge­mein­de öf­fent­li­che Plät­ze und Stra­ßen zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Da­zu hat­te der Rat in ei­ner nicht öf­fent­li­chen Sit­zung be­reits zu­ge­stimmt. Zeit­gleich sol­len bei die­ser Bau­maß­nah­me un­ter an­de­rem Vor­aus­set­zun­gen für Breit­band­an­schlüs­se ge­schaf­fen wer­den.

In der Vor­be­ra­tung hat­te das Gre­mi­um be­schlos­sen, dass die Nut­zung öf­fent­li­cher Stra­ßen und We­ge nicht un­ent­gelt­lich er­fol­gen kann. Je­doch sei man sich des Mehr­wer­tes hin­sicht­lich der öko­no­mi­schen und öko­lo­gi­schen Be­deu­tung des Nah­wär­me­net­zes be­wusst, sag­te Bür­ger­meis­ter Ma­ik Lehn. Des­halb ha­be der Rat be­schlos­sen, nur ein Pro­zent der Ent­gel­te aus den er­wirt­schaf­te­ten Ver­sor­gungs­leis­tun­gen zu er­he­ben. Lehn schätz­te, dass dar­aus ein jähr­li­cher Be­trag von et­wa 1250 Eu­ro an die Ge­mein­de zu­rück­flie­ßen wird. „Die­se ge­rin­ge Sum­me zeigt, dass wir da­mit nicht die Ge­mein­de­kas­se auf­sto­cken wol­len.“

Nach der im Sep­tem­ber durch­ge­führ­ten Bür­ger­ver­samm­lung und der da­bei deut­lich ge­wor­de­nen po­si­ti­ven Grund­stim­mung hat­te auch der Stor­zin­ger Ort­schafts­rat mit fünf Ja- und ei­ner Nein-Stim­me für das Pro­jekt ge­stimmt. Al­ler­dings, das mach­te Ge­mein­de­rat Rai­ner Letsch (Freie Wäh­ler) aus Stor­zin­gen deut­lich, be­auf­trag­te der Ort­schafts­rat so­wohl die Ver­wal­tung als auch den Ge­mein­de­rat, Al­ter­na­ti­ven zu prü­fen. Da­bei wur­de vor­ge­schla­gen, ob die Ge­mein­de nicht selbst das Nah­wär­me­netz be­trei­ben könn­te. Auch die Grün­dung ei­ner Ge­nos­sen­schaft, die als Be­trei­ber fun­giert, sei vor­stell­bar. Lehn: Ge­mein­de kann Pro­jekt nicht selbst stem­men Bür­ger­meis­ter Lehn hob je­doch her­vor, dass ein sol­ches Pro­jekt von der Ge­mein­de nicht ge­stemmt wer­den kön­ne: „Wir ha­ben we­der die Ka­pa­zi­tä­ten noch das er­for­der­li­che Know-how.“Die Fir­ma So­lar­com­plex sei zwar kei­ne Ge­nos­sen­schaft, son­dern ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft, aber je­der Bür­ger kön­ne sich durch Zeich­nen von An­tei­len an dem Un­ter­neh­men be­tei­li­gen und hier­bei sei­ne Stimm­rech­te wahr­neh­men. Au­ßer­dem be­trei­be So­lar­com­plex in der Re­gi­on seit vie­len Jah­ren er­folg­rei­che Nah­wär­me­net­ze, „so­dass wir nicht er­ken­nen kön­nen, dass wir mit die­ser Fir­ma kei­nen ver­läss­li­chen Part­ner an un­se­rer Sei­te hät­ten“, ar­gu­men­tier­te der Stet­tener Bür­ger­meis­ter.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.