Al­les nur auf Kan­te ge­näht

Der Wehr­be­auf­trag­te Hans-Pe­ter Bar­tels warnt vor per­so­nel­len und ma­te­ri­el­len Lü­cken

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Sa­bi­ne Lenn­artz

BER­LIN - Auf die Bun­des­wehr kom­men im­mer mehr Auf­ga­ben zu. Sy­ri­en, Li­be­ria, Su­dan – welt­weit sind 3000 Bun­des­wehr­sol­da­ten im Ein­satz. Af­gha­nis­tan ist ei­nes der Mandate, seit 2001 der ehe­ma­li­ge Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Pe­ter Struck klar ge­macht hat­te, dass Deutsch­lands Si­cher­heit eben auch am Hin­du­kusch ver­tei­digt wird. Doch wie ver­kraf­tet die Bun­des­wehr das al­les?

„Auf Kan­te ge­näht“sei die per­so­nel­le und ma­te­ri­el­le Aus­stat­tung der Bun­des­wehr, sagt der Wehr­be­auf­trag­te Hans-Pe­ter Bar­tels (SPD). Beim Ma­te­ri­al ist die Aus­stat­tung in wei­ten Be­rei­chen auf 70 Pro­zent ge- setzt wor­den. „Das rächt sich nun, wo wir ei­ne Viel­zahl von Ein­sät­zen von Ma­li bis Irak zu be­strei­ten ha­ben“, sagt Bar­tels der „Schwä­bi­schen Zei­tung“.

„Wenn et­wa Ma­te­ri­al für die Na­to Re­s­pon­se Force ge­stellt wer­den soll, sto­ßen wir wirk­lich ans Li­mit.“Es zei­ge sich, dass al­les auf Kan­te ge­näht sei.

En­de Ja­nu­ar legt Bar­tels sei­nen Jah­res­be­richt vor. „Aus­rüs­tung und Per­so­nal wer­den ei­ne we­sent­li­che Rol­le spie­len, das be­geg­net mir bei al­len Trup­pen­be­su­chen im In­land und im Aus­land, dass Sol­da­ten dar­auf hin­wei­sen, wie eng es ge­wor­den ist. Das liegt auch dar­an, dass in die­sem Jahr doch mehr auf die Bun­des­wehr zu­ge­kom­men ist als man dach­te.“

Der Ver­tei­di­gungs­etat ist laut Bar­tels im­mer noch sehr knapp. „Wir sind im nächs­ten Jahr bei 1,17 Pro­zent des Brut­to­in­land­pro­dukts, in der Na­to hat Deutsch­land dem Ziel zwei Pro­zent zu­ge­stimmt, da­von sind wir mei­len­weit ent­fernt“, so Bar­tels. Aber es wür­de schon hel­fen, 1,2 Pro­zent zu er­rei­chen. Das wä­re dann rund ei­ne Mil­li­ar­de mehr. Der Ver­tei­di­gungs­aus­schuss war­tet auf ei­nen Be­richt der Bun­des­re­gie­rung, wo die Lü­cken sind. Die Fre­gat­ten­lü­cke bei der Ma­ri­ne et­wa ist be­kannt; es gibt nur zehn statt 15 Fre­gat­ten. Die Pio­nie­re bräuch­ten zum Bei­spiel wie­der Brü­cken­le­ge­ge­rät, da­mit sich grö­ße­re Ver­bän­de be­we­gen könn­ten, so Bar­tels.

Mit Span­nung er­war­ten Po­li­ti­ker in Ber­lin auch das neue Weiß­buch, das 2016 die Zie­le der Si­cher­heits­po­li­tik und die Auf­ga­ben der Bun­des­wehr de­fi­nie­ren soll.

FOTO: DPA

Ur­su­la von der Ley­en (CDU) und Hans- Pe­ter Bar­tels ( SPD).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.