Ein Eu­ro­pa der Il­lu­si­on

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Da­nie­la Wein­gärt­ner po­li­tik@ schwa­ebi­sche. de

chön, dass wir drü­ber ge­re­det ha­ben. So un­ge­fähr könn­te man bi­lan­zie­ren, was beim letz­ten EU-Gip­fel des Jah­res 2015 her­aus­ge­kom­men ist. Die Ein­rei­se von Flücht­lin­gen muss ge­ord­net von­stat­ten ge­hen, aber Neue­run­gen wie den Durch­griff ei­ner eu­ro­päi­schen Grenz­trup­pe gibt es frü­hes­tens nächs­ten Som­mer.

Na­tür­lich will man dem bri­ti­schen Pre­mier Da­vid Ca­me­ron in sei­nen Re­form­for­de­run­gen ent­ge­gen­kom­men. Aber die Er­klä­rung da­zu um­fasst ge­ra­de mal vier Zei­len. Der un­ge­lös­te Wi­der­spruch, dass al­le EU-Mit­glie­der Re­for­men wol­len, aber je­der et­was an­de­res dar­un­ter ver­steht, bleibt be­ste­hen.

SEs ist gut, dass sich die eu­ro­päi­schen Staa­ten­len­ker in­zwi­schen fast mo­nat­lich tref­fen. Da­bei muss nicht je­des Mal ein druck­fer­ti­ger Be­schluss her­aus­kom­men. Aber die La­ge an den Au­ßen­gren­zen der EU ist so dra­ma­tisch wie 2008 die Fi­nanz­kri­se. Da­mals ver­stän­dig­ten sich die EU-Län­der rasch auf Not­maß­nah­men. Denn es war klar: Wenn heu­te Spa­ni­en zah­lungs­un­fä­hig wird, kann mor­gen Frank­reich an der Rei­he sein. Beim The­ma Flücht­lin­ge hin­ge­gen glau­ben ei­ni­ge, sich her­aus­hal­ten zu kön­nen. Das aber ist ein ei­nem Eu­ro­pa oh­ne Gren­zen ei­ne Il­lu­si­on.

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