Rea­lis­tisch und abs­trakt

Die Wer­ke des Ma­lers Chris­ti­an Schad be­kom­men ei­ge­nes Mu­se­um in Aschaf­fen­burg

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KULTUR - Von Chris­tia­ne Glä­ser

ASCHAF­FEN­BURG (dpa/ lby) - Der Künst­ler Chris­ti­an Schad (1894-1982) ist be­rühmt für sei­ne abs­trak­ten Fo­to­gram­me und für sei­ne rea­lis­ti­schen Por­träts, die die Zeit der 1920er-Jah­re präg­ten. Vor al­lem in Ame­ri­ka mach­te er zwi­schen den bei­den Welt­krie­gen mit sei­nen Wer­ken von sich re­den.

1982 starb Schad, nach­dem er fast 40 Jah­re sei­nes Le­bens in Aschaf­fen­burg ge­lebt hat­te. Ab 2017 soll Schads um­fas­sen­des Schaf­fen in ei­nem ei­ge­nen Mu­se­um do­ku­men­tiert wer­den. Die Stadt plant das welt­weit ers­te und ein­zi­ge Chris­ti­an-Schad-Mu­se­um.

Rund 4,6 Mil­lio­nen Eu­ro wird das kos­ten, mehr als die Hälf­te da­von sind För­der­mit­tel von Bund, Län­dern und dem Be­zirk Un­ter­fran­ken. Die Samm­lung be­steht aus mehr als 3000 Wer­ken al­ler Gat­tun­gen. Die hat­te Schads Wit­we Bet­ti­na ih­rer Chris­ti­an-Schad-Stif­tung ver­macht, die das Werk ih­res Man­nes nicht nur prä­sen­tie­ren, son­dern auch wis­sen­schaft­lich auf­be­rei­ten soll. Welt­wei­te Bil­der­su­che Mu­se­ums­lei­ter wird Tho­mas Rich­ter sein. Schon jetzt hat er al­le Hän­de voll zu tun. Erst kürz­lich reis­te er in die USA, um ei­ner Samm­le­rin ein be­rühm­tes Schad-Werk ab­zu­kau­fen – die Scha­do­gra­phie Nr. 11. Da­bei han­delt sich um ein Fo­to­gramm – ei­ne Fo­to­gra­fie, die oh­ne Ka­me­ra ent­stan­den ist. Da­für hat Schad ver­schie­de­ne Ge­gen­stän­de auf ein licht­emp­find­li­ches Pa­pier ge­legt und es mit Ta­ges­licht be­lich­tet.

Die­se Tech­nik führte zu abs­trak­ten Bil­dern und war nach dem Ers­ten Welt­krieg weg­wei­send, als die Künst­ler die­ser Zeit nach neu­en We­gen in der Kunst such­ten. „Die mo­der­ne Kunst, wie wir sie heu­te ken­nen, wur­zelt in der Re­bel­li­on der Künst­ler die­ser Zeit und da­mit auch in den Ar­bei­ten Schads“, sag­te Mu­se­ums­lei­ter Rich­ter der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. An die­sem Mon­tag will Rich­ter das Werk der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tie­ren. 31 Scha­do­gra­phi­en 31 Scha­do­gra­phi­en hat der im ober­baye­ri­schen Mies­bach ge­bo­re­ne Künst­ler ge­schaf­fen, 27 da­von sind noch voll­stän­dig er­hal­ten. Die meis­ten von ih­nen hän­gen in gro­ßen Häu­sern in New York, Los Angeles, Pa­ris und Zü­rich. Und sie sind sehr viel wert. Für die ge­ra­de ein­mal hand­tel­ler­gro­ßen Wer­ke wer­den bei Auk­tio­nen rund 200 000 Eu­ro ver­langt und auch ge­zahlt.

„Es war wich­tig, dass wir ei­ne Scha­do­gra­phie im Be­stand ha­ben, um das Werk Schads lü­cken­los prä­sen­tie­ren und da­mit sei­ne künst­le­ri­sche und die ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lung die­ser Zeit zei­gen zu kön­nen“, er­klär­te Rich­ter die In­ves­ti­ti­on, die vom Bund und auch von den Län­dern fi­nan­ziert wur­de. „Da­mit sind wir die ein­zi­ge deut­sche In­sti­tu­ti­on mit ei­ner Scha­do­gra­phie. Das ist für uns ein gro­ßes Ge­schenk, dass wir das zei­gen dür­fen.“

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FOTOS: DPA

Zwei Bil­der aus der Samm­lung Schad: Die Scha­do­gra­phie Nr. 11 ( li.) stammt aus dem Jahr 1919 und „ Bet­ti­na“von 1942.

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