Ge­bäck­her­stel­ler Te­krum ist bald in Schwei­zer Hand

Ra­vens­bur­ger Werk wird von Kam­bly über­nom­men – EU-Markt soll von Ober­schwa­ben aus er­schlos­sen wer­den

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von Jasmin Büh­ler

RA­VENS­BURG - Wie in die­ser Wo­che be­kannt wur­de, über­nimmt der Schwei­zer Ge­bäck­her­stel­ler Kam­bly die Ra­vens­bur­ger Fir­ma Te­krum. Die­se Wo­che wur­de die Be­leg­schaft bei ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung in Ra­vens­burg dar­über in Kennt­nis ge­setzt. Schon im Jahr 2016 soll es mit ers­ten Um­struk­tu­rie­rungs­maß­nah­men los­ge­hen, be­vor das ober­schwä­bi­sche Un­ter­neh­men zum 1. Ja­nu­ar 2017 kom­plett in den Be­sitz der Schwei­zer über­geht. Im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“be­stä­tig­te Kam­bly-Ge­schäfts­füh­rer Hans-Mar­tin Wah­len ent­spre­chen­de In­for­ma­tio­nen.

Seit 2005 ge­hört der Fein- und Eis­ge­bäck­spe­zia­list Te­krum mit sei­nen rund 200 Mit­ar­bei­tern voll­stän­dig zu Gries­son - de Beu­kela­er. War­um der Markt­rie­se den Ra­vens­bur­ger Stand­ort nach zehn Jah­ren auf­gibt, war nicht in Er­fah­rung zu brin­gen. Auf ei­ne An­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung“hieß es: „Wir bit­ten um Ver­ständ­nis, dass wir uns hier­zu nicht wei­ter äu­ßern wol­len.“Ein Blick auf die Home­page von Gries­son ver­rät aber: Im Ge­schäfts­jahr 2014 hat­te man dort mit ei­nem Um­satz­rück­gang von 2,2 Pro­zent zu kämp­fen.

Für die Schwei­zer wird es ver­mut­lich nicht zu­letzt we­gen des star­ken Fran­kens ein lu­kra­ti­ves Ge­schäft ge- we­sen sein. Wel­chen Be­trag ge­nau sie sprin­gen lie­ßen, will Kam­bly-Ge­schäfts­füh­rer Hans-Mar­tin Wah­len je­doch nicht sa­gen.

Die fa­mi­li­en­geführ­te Tra­di­ti­ons­fir­ma – mit Sitz in Trub­scha­chen (Kan­ton Bern) – ist hier­zu­lan­de kaum be­kannt, exis­tiert in der Schweiz aber schon seit mehr als 100 Jah­ren. Knapp die Hälf­te sei­nes 160Mil­lio­nen-Fran­ken-Um­sat­zes macht der Ge­bäck­her­stel­ler mit Ge­schäf­ten in­ner­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on. Der Kauf des deut­schen Un­ter­neh­mens ist für die Schwei­zer hin­ge­gen Neu­land. „Das ist un­ser ers­ter Schritt ins Aus­land“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Wah­len. Et­was Ver­gleich­ba­res ha­be es in der Fir­men­ge­schich­te noch nicht ge­ge­ben. „Wir fül­len da­mit ei­ne stra­te­gi­sche Lü­cke“, er­läu­tert Wah­len. Mit an­de­ren Wor­ten: Man wol­le wach­sen und den eu­ro­päi­schen Markt von Ra­vens­burg aus wei­ter er­schlie­ßen. Ra­vens­burg als „fi­xer Stand­ort“Was die Plä­ne für Te­krum an­be­langt, so be­ab­sich­tigt man, die Ra­vens­bur­ger Fir­ma „neu zu po­si­tio­nie­ren“. „Wir möch­ten et­was aus der Mar­ke ma­chen und in das Werk in­ves­tie­ren“, ver­spricht der Kam­bly-Ge­schäfts­füh­rer. Wie sich die Über­nah­me auf die Ar­beits­plät­ze in Ra­vens­burg aus­wirkt, kön­ne er aber noch nicht sa­gen. Fest steht je­den­falls, dass Kam­bly-Ge­bäck vor Ort pro­du­ziert wer­den soll. „Wir ha­ben vor, das Werk zu ei­nem fi­xen Stand­ort zu ma­chen und best­mög­lich aus­zu­las­ten“, so Wah­len.

Die bis­he­ri­ge In­ha­ber­fir­ma Gries­son - de Beu­kela­er wird Te­krum noch bis En­de des Jah­res 2016 füh­ren. Zum 1. Ja­nu­ar 2017 über­neh­men dann die Schwei­zer. Die Kam­bly-Be­leg­schaft wird da­mit von 420 auf gut 620 Mit­ar­bei­ter an­wach­sen. Laut Wah­len wer­de schon im nächs­ten Jahr „in neue Her­stell­pro­zes­se in­ves­tiert“.

Ra­vens­burg wird bis auf Wei­te­res aber nicht nur das ers­te, son­dern auch das ein­zi­ge Toch­ter­un­ter­neh­men von Kam­bly im Aus­land sein. Denn noch wei­ter ex­pan­die­ren wol­len die Schwei­zer der­zeit nicht. „Wir ha­ben kei­ne Ge­lüs­te nach mehr“, so Ge­schäfts­füh­rer Wah­len.

FOTO: ARCHIV/ CHRIS­TI­AN METZ

Seit dem Jahr 2005 ge­hört der Fein- und Eis­ge­bäck­her­stel­ler Te­krum mit sei­nen rund 200 Mit­ar­bei­tern voll­stän­dig zu Gries­son - de Beu­kela­er. Zu den Grün­den, war­um man den Stand­ort Ra­vens­burg nun auf­gibt, will man sich dort nicht äu­ßern.

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