Erd­ka­bel er­set­zen Frei­lei­tun­gen

Die EnBW-Toch­ter Net­ze BW be­ginnt mit dem Bau ei­nes neu­en Um­spann­wer­kes bei Troch­tel­fin­gen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/ LAUCHERT -

TROCHTELFINEN/GAM­MER­TIN­GEN (sz) - Mit dem Bau des neu­en Be­triebs­ge­bäu­des hat die Fir­ma Net­ze BW die hei­ße Pha­se bei der Er­neue­rung des Um­spann­werks in Troch­tel­fin­gen ein­ge­läu­tet. Die­se wie­der­um bil­det das Herz­stück ei­ner um­fas­sen­den Mo­der­ni­sie­rung der Strom­net­ze auf der Alb. So wer­den bei­spiels­wei­se auch Erd­ka­bel ver­legt, die die al­ten Frei­lei­tun­gen er­set­zen sol­len. Das teilt Net­ze BW mit.

Ins­ge­samt an die 20 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert die EnBW-Toch­ter in­ner­halb we­ni­ger Jah­re in der Re­gi­on mit den Eck­punk­ten Engs­tin­gen, Gam­mer­tin­gen, Pfron­stet­ten und Ho­hen­stein. Bis En­de 2016 sol­len so rund 70 Ki­lo­me­ter der bis­he­ri­gen 20 000-Volt-Mit­tel­span­nungs­frei­lei­tun­gen als Erd­ka­bel aus­ge­führt sein. Die be­deu­tends­te Maß­nah­me ist je­doch die rund zehn Mil­lio­nen Eu­ro teu­re Er­neue­rung des Um­spann­werks (UW) in Troch­tel­fin­gen, qua­si der „Spin­ne im Netz“. In die­sen Ta­gen wur­de das Fun­da­ment für das Be­triebs­ge­bäu­de ge­legt. Dar­auf er­rich­tet der Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer Cteam An­la­gen­tech­nik in der kom­men­den Wo­che aus Fer­tig­tei­len das neue Schalt­ge­bäu­de.

Fast wie beim „Bre­zel­ba­cken“läuft es bei der Erd­ver­ka­be­lung von 20 000-Volt-Frei­lei­tun­gen auf der Alb. Die sei­en zum Teil in die Jah­re ge­kom­men und ge­ne­rell stö­rungs­an­fäl­li­ger ge­gen­über Wit­te­rungs­ein­flüs­sen, vor al­lem bei Stür­men und Eis, weiß Hans Knoll. Der für die Pla­nung in der Re­gi­on ver­ant­wort­li­che Net­zin­ge­nieur im Re­gio­nal­zen­trum Bi­be­rach sieht aber den „enor­men Zu­wachs bei den de­zen­tra­len Strom­er­zeu­gern“als Haupt­grund für die Mo­der­ni­sie­rung. Vor al­lem die Fo­to­vol­ta­ik- und Bio­gas­an­la­gen hät­ten die Mit­tel­span­nungs­net­ze „nach und nach an die Gren­ze der Be­last­bar­keit“ge­bracht. Des­halb ver­le­ge die Net­ze BW jetzt Erd­ka­bel mit ei­nem Qu­er­schnitt von 300 mm2 an­statt der bis­her ge­bräuch­li­chen Frei­lei­tun­gen mit 50 oder 95 mm2. „Da­mit er­hö­hen wir die Ka­pa­zi­tät deut­lich und nach­hal­tig“. Ein Strang führt nach Hart­hau­sen Be­gon­nen wur­de das Mo­der­ni­sie­rungs­pa­ket im Jahr 2012 mit der Erd­ver­ka­be­lung von drei Lei­tungs­strän­gen aus dem UW Troch­tel­fin­gen in öst­li­che Rich­tung. Ein Strang wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr bis ins Ge­wer­be­ge­biet von Hart­hau­sen fer­tig­ge­stellt. Vor­aus­sicht­lich 2016 soll er, ko­or­di­niert mit Bau­maß­nah­men für die Glas­fa­ser­ver­le­gung, bis nach Gam­mer­tin­gen ge­führt wer­den.

Längst ab­ge­schlos­sen ist die Er­neue­rung des Ab­schnitts der Lei­tung, die das UW Troch­tel­fin­gen mit dem Schalt­werk Gam­mer­tin­gen ver­bin­det, bis Bron­nen. Auf die­ser Stre­cke hat die Net­ze BW be­reits al­le Mas­te und die 400 Me­ter lan­ge Tal­über­span­nung über die Lau­chert ent­fernt, so­dass nichts mehr an den frü­he­ren Zu­stand er­in­nert. Für die im­mer grö­ße­ren Ma­schi­nen in der Land­wirt­schaft kön­nen Mas­te ei­ne Be­hin­de­rung dar­stel­len; für unacht­sa­me Fah­rer von Lkw-Kip­pern wer­den die Lei­tun­gen mit­un­ter so­gar zur Ge­fahr. Die al­ten Frei­lei­tun­gen wer­den ge­ne­rell nach In­be­trieb­nah­me der neu­en Erd­ka­bel ab­ge­baut – zur Ver­mei­dung von Flur­schä­den meist in der ve­ge­ta­ti­ons­ar­men, dunk­len Jah­res­zeit.

FOTO: PRIVAT

Der Lö­wen­an­teil der sieb­zig Ki­lo­me­ter Erd­ka­bel ver­läuft über frei­es Ge­län­de und kann mit­hil­fe ei­nes Ka­bel­pflugs sehr zü­gig ver­legt wer­den. Im Hin­ter­grund sieht man ei­ne 20 000- Volt- Frei­lei­tung, al­so der Typ Lei­tun­gen, der durch die Maß­nah­men be­reits er­setzt wur­de be­zie­hungs­wei­se dem­nächst er­setzt wer­den kann.

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