Ar­mes Gam­mer­tin­gen!

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/ LAUCHERT - Zum Be­richt vom 17. De­zem­ber „Sport­hal­le: Sa­nie­rung für 1,2 Mil­lio­nen“er­reicht die SZ fol­gen­der Leserbrief.

Ei­nem lang­jäh­ri­gen Ge­mein­de­rat und Ken­ner der kom­mu­nal­po­li­ti­schen Ent­wick­lung in Gam­mer­tin­gen seit fast 40 Jah­ren sei­en ein paar An­mer­kun­gen zu dem Be­richt der SZ zum Haus­halt der Stadt Gam­mer­tin­gen für das Jahr 2016 er­laubt.

Der von Bür­ger­meis­ter Jerg dem Ge­mein­de­rat vor­ge­leg­te Haus­halts­ent­wurf 2016 macht ganz deut­lich, dass die Stadt im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes am En­de ist. Die Rück­la­ge ist über­wie­gend sinn­los ver­braucht, ab­so­lut not­wen­di­ge und seit Jah­ren, ja Jahr­zehn­ten fäl­li­ge In­ves­ti­tio­nen kön­nen künf­tig nur noch mit Kre­di­ten fi­nan­ziert wer­den, und es liegt noch so vie­les im Ar­gen: Wo­her soll das Geld für die vom Bür­ger­meis­ter vor sei­ner Wie­der­wahl ver­spro­che­ne Stadt­hal­le kom­men? Ich ha­be sie schon vor 30 Jah­ren ge­for­dert, als noch Geld ge­nug da war, jetzt möch­te sie auch un­be­dingt Herr Lieb, weil an­dern­falls die Fas­net in Gam­mer­tin­gen ein Pro­blem be­kommt. Aber was wird oh­ne Geld aus der ab­scheu­li­chen Bra­che des Stoll-Reiser-Ge- län­des, was aus dem ma­ro­den Sche­yGe­bäu­de (für ei­ne Stadt­hal­le völ­lig un­ge­eig­net), was wird aus dem her­un­ter­ge­kom­me­nen Park­platz­ge­län­de in der Sig­ma­rin­ger Stra­ße, was aus den zahl­rei­chen Leer­stän­den in der Kern­stadt, was aus der nach wie vor pre­kä­ren ärzt­li­chen Ver­sor­gung? Man hört kein Wort mehr zur Ver­le­gung der Bun­des­stra­ße in die Eu­ro­pa­stra­ße, aber wir ha­ben ei­nen (über­flüs­si­gen) Schloss­flü­gel und ein nun­mehr leer ste­hen­des Bi­b­lio­theks­ge­bäu­de. Das Dach des al­ten Schlos­ses hät­te sa­niert wer­den müs­sen, be­vor man ei­nen un­nö­ti­gen und teu­ren Neubau dran­klatscht. Aber dem­nächst ha­ben wir ein Klo­haus (noch oh­ne „Kunst am Klo“) am Rat­haus, Was­ser­spie­le im Ro­ten Dill so­wie be­leuch­te­te Stadt­mau­er­res­te. Ei­ne „Po­li­tik des Ge­hört­wer­dens“ist in Gam­mer­tin­gen Fehl­an­zei­ge, kei­ne In­for­ma­ti­on der Bür­ger über das kom­mu­na­le Ge­sche­hen, we­der im Amts­blatt, noch auf der Web­sei­te. Statt des­sen Selbst­be­weih­räu­che­rung des Bür­ger­meis­ters mit sei­nem Kon­ter­fei in Se­rie. Ar­mes Gam­mer­tin­gen! Lothar Wa­sel, Gam­mer­tin­gen

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