En­ter­tai­ner oh­ne Gren­zen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENSCHEN -

Bei „ TV Total“sind die Stu­dio­lich­ter be­reits aus­ge­gan­gen, heu­te Abend heißt es dann auch zum letz­ten Mal „ Schlag den Ra­ab“– und da­mit ist es mit der Fern­seh­kar­rie­re des Köl­ners auf ei­ge­nen Be­schluss hin vor­bei. 49 Jah­re ist ei­gent­lich kein Al­ter zum Auf­hö­ren in ei­nem Me­tier, in dem sich zu­min­dest Män­ner schier end­los tum­meln dür­fen. Al­ler­dings hat Ste­fan Ra­ab be­reits so vie­le Ide­en und Er­fol­ge in sei­ne bis­he­ri­ge Lauf­bahn ge­packt wie meh­re­re Kol­le­gen zu­sam­men­ge­nom­men. Und „ Schlag den Ra­ab“brach­te zwei sei­ner her­aus­ste­chends­ten Merk­ma­le zu­sam­men: Der Mann ist enorm viel­sei­tig und eben­so ehr­gei­zig. So fei­er­te Ra­ab be­reits Er­fol­ge als Mo­de­ra­tor, Kom­po­nist, Sän­ger und Er­fin­der von TV- For­ma­ten – da ist ei­ne Sen­dung, in der ihn Kan­di­da­ten in wild zu­sam­men­ge­wür­fel­ten Spie­len oh­ne Gren­zen her­aus­for­dern, ge­nau das an­ge­mes­se­ne For­mat. Eben­so gren­zen­los scheint der Ehr­geiz von Ra­ab – nur so ließ es sich er­klä­ren, dass er nach dem Sieg beim Eu­ro­vi­si­on Song Con­test mit Lena im dar­auf­fol­gen­den Jahr zur Ti­tel­ver­tei­di­gung gleich noch­mal an­tre­ten woll­te. Be­son­ders sym­pa­thisch macht ihn die­se Ei­gen­schaft si­cher­lich nicht, ist aber ei­ne zen­tra­le Vor­aus­set­zung für das Kon­zept der Sen­dung, bei der Ra­ab bis­lang mehr als zwei Drit­tel der Du­el­le ( 38 von 54) ge­wann. Für ei­ne sol­che Bi­lanz muss man schmerz­frei sein: Zu sei­nen Ver­let­zun­gen wäh­rend der Sen­dung zäh­len ein In­nen­band­riss am rech­ten Knie, meh­re­re Stür­ze mit ei­nem Elek­tro- Roll­stuhl so­wie ein Sturz vom Moun­tain­bike mit meh­re­ren Brü­chen, Ge­hirn­er­schüt­te­rung und dar­aus re­sul­tie­ren­dem Ge­dächt­nis­ver­lust. Auch als er 2008 aus Frust mit der Faust aufs Spiel­pult schlug und da­bei ei­nen Bild­schirm zer­brach, war ei­ne Ver­let­zung die Fol­ge. Der un­be­ding­te Ein­satz für den Sieg nö­tig­te auch Ra­ab- Geg­nern Re­spekt ab. ( Ste­fan Ro­ther)

FOTO: JÖRG CARS­TEN­SEN

Er lässt sich un­gern schla­gen: Ste­fan Ra­ab.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.