Kri­tik an See­ho­fers So­li-Vor­schlag

Em­pö­rung bei FDP und Grü­nen – SPD for­dert Klä­rung von Kanz­le­rin Mer­kel

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Andre­as Her­holz und un­se­ren Agen­tu­ren

BER­LIN - SPD, Grüne und FDP ha­ben mit hef­ti­ger Ab­leh­nung auf die Über­le­gun­gen von CSU-Chef Horst See­ho­fer re­agiert, we­gen der Kos­ten für Flücht­lin­ge auf die ge­plan­te Ab­schaf­fung des So­li­da­ri­täts­zu­schlags zu ver­zich­ten. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner nann­te es „ge­ra­de­zu schä­big“, die Bei­be­hal­tung des So­li mit Flücht­lin­gen zu be­grün­den.

„Der Vor­stoß von Herrn See­ho­fer ist ein po­li­ti­sches Täu­schungs­ma­nö­ver, weil Uni­on und SPD nicht we­gen der Flücht­lin­ge das Geld aus­geht, son­dern weil die Rech­nun­gen für ih­re kon­zept­lo­se Ver­tei­lungs­po­li­tik ein­ge­hen“, sag­te der FDP-Chef der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Al­lein Kon­sum und im­mer neue Ste­cken­pfer­de raub­ten Staat, Bür­gern und Wirt­schaft die Kraft für In­ves­ti­tio­nen und Vor­sor­ge. „Die So­li-Ver­län­ge­rung über 2019 hin­aus war und ist ein Wort­bruch, weil die Uni­on kei­ne neu­en Be­las­tun­gen woll­te.“

Grü­nen-Che­fin Si­mo­ne Pe­ter ver­wies dar­auf, dass Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent „an vor­ders­ter Front der So­li-Geg­ner“ge­stan­den ha­be. Sein Vor­schlag „kommt spät und er ist ver­gif­tet“, sag­te Pe­ter. „Die Ent­schei­dung über Auf­nah­me und In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen darf nicht mit dem So­li ver­knüpft wer­den.“Die rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Ma­lu Drey­er (SPD) for­der­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) auf, Klar­heit über die Zu­kunft der Ab­ga­be zu schaf­fen. Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um und die CDU woll­ten den Vor­stoß je­doch nicht kom­men­tie­ren.

CSU-Chef Horst See­ho­fer hat­te die Uni­ons­plä­ne für ei­ne schritt­wei­se Ab­schaf­fung des So­li­dar­zu­schlags zu­vor in­fra­ge ge­stellt. „Wir ha­ben seit der Grenz­öff­nung im Sep­tem­ber ei­ne neue Si­tua­ti­on.“Das sei kei­ne Ab­sa­ge an die For­de­rung nach ei­nem En­de des So­li, „aber wir müs­sen ei­nen Kas­sen­sturz ma­chen mit dem Ziel, her­aus­zu­fin­den, was kön­nen wir uns noch leis­ten? Wenn wir die Zu­wan­de­rung nicht be­gren­zen, wer­den wir kei­nen Spiel­raum ha­ben.“CDU und CSU hat­ten sich im Früh­jahr ver­stän­digt, den So­li von 2019 bis 2029 schritt­wei­se ab­zu­schaf­fen.

Der So­li wur­de kurz nach der deut­schen Ein­heit ein­ge­führt und soll­te ur­sprüng­lich den Auf­bau im Os­ten mit­fi­nan­zie­ren.

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