USA er­lau­ben Pri­vat­fir­men Roh­stoff­ge­win­nung im All

Space Act soll An­sprü­che von In­ves­to­ren stär­ken

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

NEW YORK (AFP) - Im Welt­raum lo­cken Schät­ze wie Gold, Pla­tin, Ni­ckel oder Ei­sen­erz. Und ein neu­es USGe­setz, kurz Space Act ge­nannt, könn­te schon bald ei­nen wah­ren Gold­rausch im All aus­lö­sen. En­de No­vem­ber un­ter­zeich­ne­te Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma den „US Com­mer­ci­al Space Launch Com­pe­ti­tiven­ess Act“und er­öff­ne­te den Un­ter­neh­men sei­nes Lan­des da­mit of­fi­zi­ell die Mög­lich­keit, kom­mer­zi­el­len Berg­bau im All zu be­trei­ben. Der Space Act un­ter­läuft die Idee, dass der Welt­raum der ge­sam­ten Mensch­heit glei­cher­ma­ßen zu For­schungs­zwe­cken of­fen steht und stärkt die An­sprü­che von In­ves­to­ren, Pro­fit aus Welt­raumPro­jek­ten zu schla­gen – zu­min­dest nach US-Recht.

Die Kos­ten für die kom­mer­zi­el­len Pio­nie­re im All sind zwar der­zeit noch ex­or­bi­tant. Aber wäh­rend vie­le gro­ße Un­ter­neh­men da­vor zu­rück­schre­cken, lo­ten klei­ne­re Wett­be­wer­ber ih­re Aus­sich­ten aus. Mit von der Par­tie ist auch Goog­le-Mit­grün­der Lar­ry Pa­ge, des­sen 2012 ge­star­te­tes Un­ter­neh­men Pla­ne­ta­ry Re­sour­ces sich als „As­te­ro­iden-Berg­bau­ge­sell­schaft“be­zeich­net.

Bis­lang sei­en po­ten­zi­el­le In­ves­to­ren skep­tisch ge­we­sen, ob Pri­vat­un­ter­neh­men im All ge­winn­brin­gend ar­bei­ten könn­ten, sagt Chris Le­wi­cki, Chef von Pla­ne­ta­ry Re­sour­ces. Der Space Act „er­laubt uns nun, Kun- den und In­ves­to­ren ei­ne Ab­si­che­rung zu bie­ten, wäh­rend wir un­ser Welt­raum­ge­schäft auf­bau­en“, er­läu­tert Le­wi­cki und froh­lockt: „Un­se­re Geld­ge­ber sind be­geis­tert“. Er­kun­dungs­mis­si­on schon 2017 Nach An­ga­ben der US-Raum­fahrt­be­hör­de Nasa sind rund 1500 As­te­ro­iden von der Er­de aus re­la­tiv leicht zu er­rei­chen. Auf et­wa je­dem Zehn­ten da­von wer­den wert­vol­le Res­sour­cen ver­mu­tet. Edel­me­tal­le und an­de­re Roh­stof­fe we­cken bei vie­len Fir­men Be­gehr­lich­kei­ten, doch die Raum­fahrt­in­dus­trie selbst hat es vor al­lem auf et­was ganz an­de­res ab­ge­se­hen: Was­ser­vor­kom­men auf den Klein­pla­ne­ten könn­ten näm­lich das Pro­blem der Ener­gie­ver­sor­gung im Welt­raum deut­lich ver­klei­nern.

Das ge­fro­re­ne H2O auf den As­te­ro­iden könn­te Raum­fahr­zeu­gen und Sa­tel­li­ten in Zu­kunft die Mög­lich­keit bie­ten, ih­re Tanks di­rekt im All mit Was­ser­stoff auf­zu­fül­len, und so bei­spiels­wei­se Rei­sen zum Mars lo­gis­tisch er­heb­lich ver­ein­fa­chen und ver­bil­li­gen.

Die ers­ten Er­kun­dungs­mis­sio­nen könn­ten laut Pla­ne­ta­ry Re­sour­ces und dem Kon­kur­ren­ten Deep Space In­dus­tries schon 2017 an­lau­fen; ein Be­ginn des Welt­raum-Berg­baus sei für 2020 vor­stell­bar. Die Un­ter­neh­men rech­nen mit In­ves­ti­tio­nen von bis zu drei Bil­lio­nen US-Dol­lar.

FOTO: DPA

Nasa- Ex­per­ten ver­mu­ten auf 150 erd­na­hen As­te­ro­iden wert­vol­le Roh­stoff­vor­kom­men.

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