Über­grif­fe im Kran­ken­haus wer­den we­ni­ger

Stärk: „Si­cher­heits­dienst hat sich be­währt“– Im No­vem­ber wur­de er elf­mal ein­ge­setzt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Von Micha­el He­scheler

SIG­MA­RIN­GEN - Die Zahl der Über­grif­fe auf Mit­ar­bei­ter im Sig­ma­rin­ger Kran­ken­haus ist im ver­gan­ge­nen Mo­nat zu­rück­ge­gan­gen. Die Kran­ken­haus­lei­tung be­rich­tet, dass der Si­cher­heits­dienst im No­vem­ber elf Mal im Ein­satz war. Der An­teil der Flücht­lin­ge sei er­heb­lich ge­sun­ken. „Der Si­cher­heits­dienst hat sich be­währt“, sagt Pfle­ge­dienst­lei­te­rin Sil­via Stärk. Im Ver­gleich zu den 40 Über­grif­fen im Mo­nat Sep­tem­ber (die SZ be­rich­te­te) san­ken die Zah­len deut­lich.

Die Ver­ant­wort­li­chen des Kran­ken­hau­ses füh­ren die­sen Rück­gang auf den Si­cher­heits­dienst zu­rück. Die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen dem Mit­ar­bei­ter der Si­cher­heits­fir­ma und dem Nacht­dienst ha­be sich zwi­schen­zeit­lich ein­ge­spielt. Der Si­cher­heits­dienst ist seit rund sechs Wo­chen im Ein­satz. Wie be­rich­tet, zeigt er nachts Prä­senz: von Sonn­tag bis Don­ners­tag von 0 bis 6 Uhr und am Frei­tag und Sams­tag von 22 bis 6 Uhr.

Der Mit­ar­bei­ter der Fir­ma steht im ge­sam­ten Kran­ken­haus zur Ver­fü­gung. Je nach Be­darf kön­ne er über ei­nen Piep­ser an­ge­for­dert wer­den. Au­ßer­dem müss­ten Schwes­tern, wenn ihr Nacht­dienst en­de, nicht mehr al­lein zum Au­to ge­hen, be­merk­te ein Kran­ken­pfle­ger im Ge­spräch mit der SZ. Auf Wunsch be­glei­te sie der Si­cher­heits­dienst. So­wohl in der Not­auf­nah­me als auch in den an­de­ren Ab­tei­lun­gen ist das Pfle­ge­per­so­nal nachts über­wie­gend al­lein im Di­enst.

Ei­ne Kran­ken­schwes­ter er­in­nert sich an ei­nen Pa­ti­en­ten, der nach ei­ner Ope­ra­ti­on auf­ge­wacht sei und Pa­nik be­kom­men ha­be. „Da wir ihn nicht ver­stan­den ha­ben, ist er im­mer ag­gres­si­ver ge­wor­den“, sagt die Schwes­ter. In sol­chen Fäl­len un­ter­stützt ent­we­der der Si­cher­heits­dienst oder ein Über­set­zer. Am Emp­fang ist ei­ne Lis­te hin­ter­legt mit Mit­ar­bei­tern, die in sol­chen Fäl­len über­set­zen kön­nen. Al­ko­hol als häu­fi­ge Ur­sa­che Seit Jah­ren schon ha­be das The­ma Si­cher­heit am Ar­beits­platz ei­nen ho­hen Stel­len­wert für die Be­schäf­tig­ten des Kran­ken­hau­ses. Ver­bal oder kör­per­lich an­ge­grif­fen wor­den sei­en sie schon, als es noch kei­ne Erst­auf­nah­me­stel­le für Flücht­lin­ge in Sig­ma­rin­gen gab. Häu­fig sei da­bei Al­ko­hol die Ur­sa­che. Durch die Viel­zahl von in Sig­ma­rin­gen le­ben­den Flücht­lin­gen ha­be sich das Si­cher­heits­be­dürf­nis der Mit­ar­bei­ter ver­stärkt.

Die Be­richt­er­stat­tung in der SZ vor ei­nem Mo­nat hat­te hef­ti­ge Re­ak­tio­nen aus­ge­löst. Rück­bli­ckend sagt Pfle­ge­dienst­lei­te­rin Sil­via Stärk: „Wir woll­ten auf die­se Pro­ble­ma­tik hin­wei­sen und un­ser Per­so­nal schüt­zen.“Es sei aber völ­lig falsch, das ge­stie­ge­ne Si­cher­heits­be­dürf­nis al­lein auf die ho­he Zahl an Flücht­lin­gen zu­rück­zu­füh­ren. Die vie­len Pa­ti­en­ten aus frem­den Kul­tu­ren und Län­dern hät­ten zu ei­ner ge­wis­sen Ve­r­un­si­che­rung bei­ge­tra­gen, so die Ge­schäfts­füh­rung wei­ter. Dies sei je­doch nicht der al­lei­ni­ge Grund für die Ein­füh­rung des Si­cher­heits­diensts ge­we­sen.

Das Kran­ken­haus hat­te die Über­grif­fe in der Ver­gan­gen­heit nicht kon­se­quent an­ge­zeigt, weil die po­li­zei­li­chen Er­mitt­lun­gen häu­fig oh­ne Kon­se­quen­zen blie­ben. Po­li­zei­prä­si­dent Ek­ke­hard Falk sag­te bei der In­fo­ver­samm­lung in der Stadt­hal­le, dass die Po­li­zei die Vor­fäl­le nicht ken­ne. Da­zu Kran­ken­haus-Ge­schäfts­füh­rer Wil­li Römpp: „Ver­ba­le Beleidigungen zei­gen wir nicht an, kör­per­li­che An­grif­fe und Sach­be­schä­di­gun­gen in Zu­kunft da­ge­gen schon.“Zwi­schen­zeit­lich sei­en die Mit­ar­bei­ter be­reit, die Vor­fäl­le schnel­ler zur An­zei­ge zu brin­gen.

FOTO: THI­LO BERGMANN

Die Zahl der Über­grif­fe auf Pfle­ge­kräf­te im Kran­ken­haus ist im ver­gan­ge­nen Mo­nat zu­rück­ge­gan­gen.

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