Glück­li­che Fü­gun­gen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - un­term­strich@ schwa­ebi­sche. de

Die Weih­nachts­zeit ist die Zeit der vie­len gu­ten Ta­ten. Die Men­schen öff­nen zu­erst ihr Herz und dann den Geld­beu­tel, und dann geht es ih­nen gut, weil sie das Ge­fühl ha­ben, die Welt ge­ret­tet zu ha­ben. Ein biss­chen zu­min­dest. Man­che gu­ten Ta­ten ha­ben ei­ne Vor­ge­schich­te. In un­se­rem Fall ist das ei­ne Kau­sal­ket­te, und die geht fol­gen­der­ma­ßen: Uli Ho­en­eß hat glück­li­cher­wei­se 28,5 Mil­lio­nen an Steu­ern hin­ter­zo­gen. Dann wur­de er glück­li­cher­wei­se er­wischt und im März 2014 zu drei­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Eben­falls glück­li­cher­wei­se ist Uli Ho­en­eß zwi­schen­zeit­lich Frei­gän­ger. Und im Rah­men sei­ner Frei­gän­ge­rei darf er das Weih­nachts­fest glück­li­cher­wei­se zu Hau­se im Häus­lein am Te­gern­see fei­ern.

All die­se glück­li­chen Fü­gun­gen – Steu­er­hin­ter­zie­hung, Knast, Frei­gän­ger­tum – mün­den nun in ei­ner gu­ten Tat. Der Ex-FC-Bay­ern-Chef hat näm­lich beim Ra­dio­sen­der Antenne Bay­ern an­ge­ru­fen und 10 000 Eu­ro ge­spen­det für Men­schen in so­zia­len Not­la­gen. Be­grün­dung: „Da ich mit mei­ner Frau ver­ein­bart ha­be, dass wir uns die­ses Jahr nichts schen­ken, weil ich ja zu Hau­se sein kann, und das ist Ge­schenk ge­nug“, ha­be er sich zu der Spen­de ent­schlos­sen. Ho­en­eß wid­me­te die­sel­be sei­nen An­ge­hö­ri­gen, die es ihm mög­lich ge­macht hät­ten, „die­se so schwie­ri­ge Zeit so zu über­ste­hen“. Dann äu­ßer­te er ei­nen Mu­sik­wunsch, und der Ra­dio­sen­der spiel­te „Hel­lo“von Ade­le.

Im kom­men­den Jahr ent­fal­len all die­se glück­li­chen Fü­gun­gen, weil Uli Ho­en­eß dann vor­aus­sicht­lich ein frei­er Mann ist. Viel­leicht kriegt sei­ne Gat­tin aber wie­der ein schö­nes Weih­nachts­ge­schenk. (nab)

FOTO: DPA

Glück­li­cher­wei­se doch ein Gu­ter: Uli Ho­en­eß.

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