Ex­per­te für heik­le Ver­fah­ren

Der deut­sche Ju­rist Hans-Joa­chim Eckert un­ter­sucht den Fi­fa-Skan­dal

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

BER­LIN (dpa) - Er­ho­lung fin­det Hans-Joa­chim Eckert (Foto: AFP) im Wald. Er sam­melt ger­ne Pil­ze. Der deut­sche Ju­rist braucht auch die­sen Aus­gleich. Die Cau­sa „Blatt­i­ni“for­dert ihn. Der Fi­fa-Rich­ter Eckert gilt als Ex­per­te für heik­le Ver­fah­ren. Der Vor­sit­zen­de der recht­spre­chen­den Kam­mer hat­te der oft kri­ti­sier­ten Ethik­kom­mis­si­on des Fuß­ball-Welt­ver­bands schon mit den vor­läu­fi­gen Su­s­pen­die­run­gen von Fi­fa-Chef Jo­seph Blat­ter und Ue­fa-Prä­si­dent Mi­chel Pla­ti­ni Re­spekt ver­schafft.

Eckert ist ein er­fah­re­ner Ju­rist, seit fast 40 Jah­ren ist er in ver­schie­de­nen Be­rei­chen der Recht­spre­chung tä­tig. Seit drei Jah­ren führt der 67-Jäh­ri­ge die recht­spre­chen­de Kam­mer. Eckert hat auch den Be­richt zum Vor­ge­hen der Fi­fa bei der um­strit­te­nen WM-Ver­ga­be an Russ­land (2018) und Ka­tar (2022) un­ter­zeich­net.

Von Ok­to­ber 2005 bis Ju­li die­ses Jah­res be­schäf­tig­te sich Eckert als Vor­sit­zen­der ei­ner Gro­ßen Wirt­schafts­straf­kam­mer beim Land­ge­richt München I mit Kor­rup­ti­on, Steu­er­be­trug und Wirt­schafts-Straf­sa­chen, aber auch or­ga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät, Geld­wä­sche, In­ter­net­und Com­pu­ter­Kri­mi­na­li­tät. Da­mit scheint er bes­tens ge­rüs­tet für sein Amt bei der Fi­fa. Eckert muss­te sich in der jüngs­ten Cau­sa al­ler­dings auch mit hef­ti­gem Ge­gen­wind aus­ein­an­der­set­zen. Das me­dia­le Echo fiel in Rich­tung des Hob­by-Pil­ze­samm­lers auch teil­wei­se kri­tisch aus, nach­dem Mit­te De­zem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res Fi­faChe­f­er­mitt­ler Micha­el Gar­cia frus- triert sei­nen Rück­tritt ein­ge­reicht hat­te.

Der US-Ame­ri­ka­ner hat­te mög­li­che Kor­rup­ti­ons­fäl­le rund um die WM-Ver­ga­ben 2018 und 2022 un­ter­sucht, in ei­nem 430 Sei­ten lan­gen Be­richt zu­sam­men­ge­fasst und an Eckert wei­ter­ge­ge­ben. Der Münch­ner Rich­ter sah nach ei­ner ers­ten Durch­sicht der Ak­ten aber „kei­ne gra­vie­ren­den Ver­stö­ße“bei den Bie­ter­ver­fah­ren zu den WM-Tur­nie­ren, wo­mit er welt­wei­te Kri­tik und Un­ver­ständ­nis ern­te­te.

Von 1991 bis 2003 war Hans-Joa­chim Eckert als Staats­an­walt und Ober­staats­an­walt in München tä­tig, dort un­ter an­de­rem ver­ant­wort­lich für Da­ten­schutz, NS-Ge­walt­ver­bre­chen und Wirt­schafts-Straf­sa­chen. Eckert wirk­te bei ver­schie­de­nen Pro­jek­ten der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on in Bul­ga­ri­en, Ser­bi­en und in der Tür­kei mit.

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