Süd­wes­ten er­war­tet noch ein gu­tes Wirt­schafts­jahr

Sta­tis­ti­ker ge­hen für 2016 von 1,5 Pro­zent Wachs­tum aus

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Klaus Wie­sche­mey­er

STUTTGART - Bil­li­ges Öl, nied­ri­ge Zin­sen, schwa­cher Eu­ro, wach­sen­der Kon­sum dank ge­stie­ge­ner Löh­ne – die Wirt­schaft im Süd­wes­ten blickt hoff­nungs­froh auf das Jahr 2016. Das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt geht von ei­nem leicht ge­brems­ten wei­te­ren Wirt­schafts­wachs­tum aus: Er­reicht Ba­den-Würt­tem­berg 2015 wohl ein Re­al­wachs­tum von zwei Pro­zent, er­war­ten die Sta­tis­ti­ker für 2016 ei­nen Rück­gang auf 1,5 Pro­zent. Da­mit lä­ge das Land leicht un­ter dem er­war­te­ten Bun­des­schnitt von 1,6 Pro­zent.

Doch da Pro­gno­sen be­kannt­lich dann be­son­ders schwie­rig sind, wenn sie die Zu­kunft be­tref­fen, schließt Sta­tis­tik­amts­che­fin Car­mi­na Bren­ner auch nicht aus, dass Ba­den-Würt­tem­berg nach zwei star­ken Jah­ren auch 2016 noch ei­nen Ex­port­re­kord drauf­legt. Be­reits 2014 hat­te der Süd­wes­ten mit Aus­fuh­ren im Wert von 180,7 Mil­li­ar­den Eu­ro das un­ge­fähr dop­pelt so be­völ­ke­rungs­rei­che Nord­rhein-West­fa­len als ex­port­stärks­tes Bun­des­land erst­mals über­run­det. Und das trotz Russ­lan­dEm­bar­go, Sy­ri­en­krieg und ChinaSchwä­che. Wirt­schafts­mi­nis­ter Nils Schmid (SPD) lob­te denn auch die Stär­ke in den klas­si­schen Ab­neh­mer­län­dern: 2015 leg­ten Auf­trä­ge aus Groß­bri­tan­ni­en und Po­len mas­siv zu, die Ex­por­te in die USA wuch­sen ge­gen­über 2014 so­gar um et­wa ein Vier­tel. Schmid lob­te auch die Ar­beit sei­ner Lan­des­re­gie­rung, die trotz na­hen­der Schul­den­brem­se kräf­tig in In­fra­struk­tur in­ves­tie­re. Die Flücht­lings­kri­se wirkt zu­dem der­zeit wie ein staat­li­ches Kon­junk­tur­pro­gramm: Stel­len wer­den ge­schaf­fen, Din­ge des täg­li­chen Be­darfs ge­braucht, Ge­bäu­de her­ge­rich­tet oder neu ge­baut. Licht und Schat­ten auf dem Bau Aus­ge­rech­net bei der Bau­wirt­schaft gab es in den nun aus­ge­wer­te­ten ers­ten neun Mo­na­ten 2015 Licht und Schat­ten: Wäh­rend im öf­fent­li­chen Hoch- und Tief­bau so­wie im Wirt­schafts­bau mehr Ar­beits­stun­den an­fie­len als im Vor­jahr, ver­zeich­ne­te der Stra­ßen­bau ein Mi­nus. Der Neubau von Woh­nun­gen ging so­gar zu­rück, mehr Bau­fir­men gin­gen plei­te.

Ob der war­me Win­ter dem Bau ei­nen zu­sätz­li­chen Schub gibt, ist sta­tis­tisch noch nicht er­fasst. Al­ler­dings kön­ne er ei­ne „an­ek­do­ti­sche Evi­denz“bei­steu­ern, sag­te Nils Schmid. Kurz vor der Vor­stel­lung der Wachs­tums­zah­len hat­te er die Land­tags­bau­stel­le in Stuttgart be­sich­tigt. Und dort wur­de flei­ßig in al­len Ge­wer­ken ge­ar­bei­tet.

FOTO: DPA

Nils Schmid auf der Bau­stel­le im Stutt­gar­ter Land­tag.

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