Sanf­ter Schmu­se­kurs

Rap­per Chris Brown schlägt lei­se Tö­ne an

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SZENE - Von Oli­ver Lin­sen­mai­er

RA­VENS­BURG - Ein di­ckes Lob vor­weg. Das neue Al­bum „Royal­ty“(So­ny Mu­sic) von Chris Brown ist bis oben hin voll­ge­packt. 18 Songs – da be­kommt man et­was für sein Geld. Doch wäh­rend die Quan­ti­tät stimmt, lässt die Qua­li­tät lei­der zu wün­schen üb­rig. Schließ­lich hö­ren sich die 18 Ti­tel mehr oder we­ni­ger gleich an. Das muss man auch erst ein­mal schaf­fen. Doch viel ent­täu­schen­der ist ei­gent­lich die kon­se­quen­te Mo­no­to­nie des mu­si­ka­li­schen Ge­schmu­ses. Da könn­te das Al­bum auch als „Ku­schel­rap XXX“durch­ge­hen. Mit HipHop hat das Gan­ze nur noch we­nig zu tun. Oh­ne­hin be­wegt sich der 26-jäh­ri­ge Chris Brown ja eher im schwer zu fas­sen­den R’n’BSeg­ment und hat in die­sem auch be­reits 2011 ei­nen Gram­my für sein Al­bum „F.A.M.E.“ein­ge­heimst.

Den­noch: Das ins­ge­samt ach­te Al­bum des Künst­lers und nach „Fan of A Fan: The Al­bum“mit Ty­ga be­reits die zwei­te Plat­te in die­sem Jahr und wird bei den treu­en Fans si­cher­lich gut an­kom­men. Chris Brown er­fin­det sich zwar nicht neu, lie­fert aber das ab, was er kann. Und ver­ein­zelt bricht er dann doch mi­ni­mal aus sei­nem nor­ma­len Ras­ter aus. So bei „No Fil­ter“. Es scheint an die­ser Stel­le wur­de an­schei­nend tat­säch­lich ver­ges­sen, den et­was stär­ke­ren Beat her­aus­zu­fil­tern. Aber ge­nau das ge­fällt. Auch bei „Fi­ne by Me“und „Ze­ro“gibt es noch et­was mehr Dri­ve. Mehr aber lei­der auch nicht. Al­les in al­lem hät­te man ger­ne noch ein paar an­de­re Sei­ten von Chris Brown ge­hört.

Stol­zer Pa­pa Ei­ne gibt es aber dann doch noch und auf die wird man fast schon ag­gres­siv hin­ge­wie­sen: Die Ver­bun­den­heit zu sei­ner klei­nen Toch­ter Royal­ty, der nicht nur der Al­bum­ti­tel ge­wid­met ist. Auch hat sie es ge­mein­sam mit dem stol­zen Va­ter auf das Co­ver und mehr­fach in das CD-Book­let ge­schafft. Und dann noch die Ver­öf­fent­li­chung so kurz vor Weih­nach­ten – ein Schelm wer Bö­ses denkt. Ver­kaufs­schä­di­gend ist an­ders. Hof­fent­lich ist bei all der mu­si­ka­li­schen Mo­no­to­nie die Ent­täu­schung un­ter dem Weih­nachts­baum nicht all­zu groß. Aber ein Trost bleibt: Chris Brown will pro Al­bum, das sich vor dem 24. De­zem­ber ver­kauft, je ei­nen Dol­lar an ei­ne wohl­tä­ti­ge Or­ga­ni­sa­ti­on spen­den. Na im­mer­hin.

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