Vor­wür­fe ge­gen Ju­gend­amt nach Tod ei­nes Klein­kinds

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - PANORAMA -

HAM­BURG (dpa) - Zwei Ta­ge nach dem Tod des ein­jäh­ri­gen Tay­ler in Ham­burg ist noch un­klar, wor­an der Jun­ge ge­nau starb. Ver­mut­lich wur­de er zu­vor stark ge­schüt­telt. Das Er­geb­nis der Ob­duk­ti­on vom Sonn­tag lie­ge aber noch nicht vor, sag­te Ober­staats­an­walt Cars­ten Ri­nio am Mon­tag. Wann mit ei­nem Er­geb­nis zu rech­nen sei, konn­te er nicht sa­gen.

Er­mit­telt wird laut Ri­nio ge­gen die 22 Jah­re al­te Mut­ter des Kin­des und ih­ren 26 Jah­re al­ten Le­bens­ge­fähr­ten, der nicht der Va­ter ist. Bei­de sind auf frei­em Fuß. Laut Staats­an­walt­schaft gibt es noch kei­ne aus­rei­chen­den Be­wei­se, um sie fest­zu­neh­men. Der Mann be­fin­de sich der­zeit auf ei­ner Ur­laubs­rei­se in Spa­ni­en.

Tay­ler war im Au­gust mit ei­nem Schlüs­sel­bein­bruch ins Kran­ken­haus ge­bracht wor­den. Der Jun­ge kam in ei­ne Pfle­ge­fa­mi­lie. Der Ver­dacht auf Kör­per­ver­let­zung ließ sich da­mals nicht er­här­ten. Die Mut­ter ha­be an­ge­ge­ben, sie sei mit dem Ba­by im Arm vom Tram­po­lin ge­fal­len, hieß es in Me­dien­be­rich­ten. Ei­ne An­zei­ge wur­de nicht er­stat­tet.

Im Ok­to­ber kam das Kind zu­rück zur Fa­mi­lie. Am 12. De­zem­ber wur­de Tay­ler ins UKE ein­ge­lie­fert. Ei­nen Tag zu­vor soll ei­ne so­zi­al­päd­ago­gi­sche Be­treue­rin blaue Fle­cken bei dem Jun­gen fest­ge­stellt ha­ben. Laut „Spie­gel Online“ha­be der Jun­ge we­gen mo­to­ri­scher Stö­run­gen vor­her zeit­wei­se ei­nen Kopf­schutz ge­tra­gen, weil er sich im­mer wie­der ge­sto­ßen ha­be. Da­her sei die So­zi­al­ar­bei­te­rin we­gen der Blut­er­güs­se nicht miss­trau­isch ge­wor­den.

Un­ter­des­sen hat die po­li­ti­sche De­bat­te be­gon­nen. FDP und CDU wol­len den Fall im Fa­mi­li­en­aus­schuss der Han­se­stadt de­bat­tie­ren.

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