Di­ckes Ren­ten­pols­ter trotz Mehr­aus­ga­ben

Müt­ter­ren­te und Ren­te mit 63 wir­ken sich nur ge­ring aus – Wirt­schaft will Ent­las­tung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Ras­mus Buch­stei­ner und dpa

BER­LIN - Die Rück­la­ge der Ren­ten­ver­si­che­rung liegt trotz Mehr­aus­ga­ben für Müt­ter und die Ren­te mit 63 fast beim Re­kord­stand des ver­gan­ge­nen Jah­res. Wie aus ei­ner Auf­stel­lung des Bun­des­ver­si­che­rungs­amts her­vor­geht, be­trug die Re­ser­ve En­de No­vem­ber 33,9 Mil­li­ar­den Eu­ro. Ein Jahr zu­vor lag sie bei ei­nem Re­kord von 35,1 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Grund ist die po­si­ti­ve Be­schäf­ti­gungs­la­ge, die für ho­he Ein­nah­men sorgt. So­mit mach­ten sich die Mehr­aus­ga­ben des Ren­ten­pa­kets aus Müt- ter­ren­te und ab­schlags­frei­er Ren­te mit 63 kaum ne­ga­tiv be­merk­bar. Sie lie­gen 2015 bei mehr als acht Mil­li­ar­den Eu­ro. Ins­ge­samt wird die Ren­te im lau­fen­den Jahr ge­schätzt durch 206 Mil­li­ar­den Eu­ro aus Bei­trä­gen so­wie mehr als 62 Mil­li­ar­den Eu­ro Bun­des­zu­schüs­se fi­nan­ziert.

„Bei 33,9 Mil­li­ar­den Eu­ro Plus in der Ren­ten­kas­se ist es Zeit, zu han­deln. Die Un­ter­neh­men brau­chen ei­ne Ent­las­tung“, sag­te Chris­ti­an von Stet­ten (CDU), Vor­sit­zen­der des Par­la­ments­krei­ses Mit­tel­stand in der Uni­ons­frak­ti­on. Er for­der­te, die so­ge­nann­te Vor­fäl­lig­keit der So­zi­al­ver- si­che­rungs­bei­trä­ge, wo­nach die­se be­reits im lau­fen­den Lohn­mo­nat und nicht erst am 15. des Fol­ge­mo­nats zu zah­len sind, wie­der rück­gän­gig zu ma­chen. 2006 hat­ten die Un­ter­neh­men nach Ein­füh­rung die­ser Re­ge­lung 13- statt zwölf­mal Bei­trä­ge ab­füh­ren müs­sen – aus Sicht der Wirt­schaft ein kos­ten­lo­ser Kre­dit an die So­zi­al­ver­si­che­run­gen. „Die Vor­fäl­lig­keit muss weg“, sag­te auch Cars­ten Lin­ne­mann (CDU), Vor­sit­zen­der der Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­ver­ei­ni­gung der Uni­on. 2006 sei das Ver­spre­chen ge­we­sen, die Re­ge­lung rück­gän­gig zu ma­chen, so­bald es die La­ge der Ren­ten­ver­si­che­rung wie­der zu­las­se, sag­te von Stet­ten. Kos­ten zwi­schen 14 und 15 Mil­li­ar­den Eu­ro sei­en an­ge­sichts der Fi­nanz­la­ge ver­tret­bar.

Auch die Wirt­schaft un­ter­stützt den Vor­stoß. Der vor­ge­zo­ge­ne Zah­lungs­ter­min für die Bei­trä­ge stel­le ei­ne er­heb­li­che Dop­pel­be­las­tung bei der Lohn­ab­rech­nung dar, er­klär­te Achim Dercks, Vi­ze-Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges. Man müs­se Lö­sun­gen ent­wi­ckeln, um die Be­trie­be von die­ser un­nö­ti­gen bü­ro­kra­ti­schen Last zu be­frei­en.

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