Nach Ex­plo­si­on wird wie­der Brot ge­ba­cken

In den bei­den neu­en Öfen des Back­hau­ses Ket­ten­a­cker ha­ben 110 Bro­te Platz

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/ LAUCHERT - Von Sa­bi­ne Rösch

KET­TEN­A­CKER - Heu­te ist Groß­back­tag im Ket­ten­a­cker Back­haus. Zwei neue Öfen ste­hen Back­haus­meis­te­rin Dia­na Ri­ver­off zur Ver­fü­gung. Die Stadt Gam­mer­tin­gen ent­schied sich nach der ver­hee­ren­den Ex­plo­si­on im Früh­jahr, das Back­haus zu sa­nie­ren und wei­ter zu be­trei­ben.

Fast neun Mo­na­te nach dem Un­glück, bei dem der al­te Back­ofen ex­plo­dier­te, dür­fen sich die Ket­ten­a­cker nun wie­der über Brot, Zopf, Den­net­le und Ge­bäck vom ei­ge­nen Back­haus freu­en. Mit gro­ßer Span­nung fand ver­gan­ge­ne Wo­che der ers­te Pro­be­back­tag statt. Dia­na Ri­ver­off hat­te zu­vor die Auf­ga­be, die bei­den Back­öfen sechs Ta­ge lang tro­cken zu hei­zen. Das be­deu­te­te, täg­lich Feu­er zu ma­chen und die Öfen auf Tem­pe­ra­tur zu brin­gen, da­mit die Scha­mott­stei­ne rich­tig aus­trock­nen und für das Brot­ba­cken be­reit sind.

„Das ist wie­der ab­so­lu­tes Neu­land für mich, denn je­der Ofen ist an­ders“, sagt Dia­na Ri­ver­off. Der vor­he­ri­ge Ofen wur­de mit Bu­chen­holz, die neu­en wer­den aus­schließ­lich mit Fich­te be­stückt. Auf­grund der Grö­ße und Tie­fe der Öfen wer­den Me­ter­schei­te ein­ge­legt. Zum Pro­be­back­tag war Felix Rom­mel von der Fir­ma Häuss­ler an­we­send, von der die Öfen stam­men. Auf­grund sei­ner Er­fah­rung hat er wert­vol­le Tipps im Um­gang mit den neu­en Öfen. Er er­klär­te, wie Holz am bes­ten ein­ge­legt und wie das Brot ein­ge­schos­sen wird, wie die Tem­pe­ra­tur zu über­prü­fen und re­gu­lie­ren ist und vie­les mehr.

Ag­nella Grom und Chris­ta Guhl ha­ben be­reits mor­gens um acht Uhr be­gon­nen, ver­schie­de­ne Brot­tei­ge her­zu­stel­len. Fast 50 Ki­lo­gramm Mehl wur­den zu Misch-, Din­ke­lo­der Kör­ner­brot­teig­lin­gen ver­ar­bei­tet, wei­te­re fünf Ki­lo­gramm Mehl zu See­len und Den­net­le. Zu Weiß- und Zopf­brot wur­den et­wa sie­ben Ki­lo­gramm Mehl ver­ar­bei­tet. „Das Be­stü­cken der Öfen muss ganz schnell ge­hen“, sag­te Felix Rom­mel, da­mit der Hit­ze­ver­lust mög­lichst ge­ring sei und das Brot bei ge­schlos­se­ner Hit­ze le­cker kross ba­cken kön­ne. „Der neue Schie­ber ist schwer, da muss ich mich erst dran ge­wöh­nen“, sag­te Dia­na Ri­ver­off beim Ein­schie­ßen der Brot­lai­be. Trotz­dem ging es ruck zuck, bei­de Öfen wa­ren in kür­zes­ter Zeit mit 110 Brot­lai­ben be­stückt. Al­les klappt bes­tens Schon bald zog der le­cke­re Duft von frisch ge­ba­cke­nem Brot durch die Räu­me. St­un­den spä­ter, als al­le Teig­lin­ge ge­ba­cken wa­ren, gab es zu­frie­de­ne Ge­sich­ter, denn al­les hat bes­tens ge­klappt, und der neue Ofen hat sei­ne Feu­er­tau­fe be­stan­den.

Die Be­stell­lis­te di­rekt vor den Weih­nachts­fei­er­ta­gen am zwei­ten Pro­be­back­tag ist noch et­was län­ger als sonst. Orts­vor­ste­her Mat­thi­as Gul­de freut sich sehr, dass nun in Ket­ten­a­cker wie­der ge­ba­cken wird. Dank­bar er­wähnt Gul­de, dass die Back­ge­mein­schaft die letz­ten Mo­na­te in den Back­häu­sern von Hart­hau­sen und Feld­hau­sen ihr Brot ba­cken konn­te. „Aber jetzt sind wir na­tür­lich froh, dass un­ser ei­ge­nes Back­haus wie­der in Be­trieb ist“, so Gul­de. Am 24. April 2016, et­wa ein Jahr nach der Ex­plo­si­on, soll dann ei­ne of­fi­zi­el­le Ein­wei­hungs­fei­er statt­fin­den. Bis da­hin sol­len noch ei­ni­ge Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren ge­macht wer­den.

FOTO: SR

Sie freu­en sich über die neu­en Back­öfen im Ket­ten­a­cker Back­haus ( von links): Orts­vor­ste­her Mat­thi­as Gul­de, Chris­ta Guhl und Ag­nella Grom ( die bei­den be­rei­ten den Teig zu), Dia­na Ri­ver­off ( Back­haus­meis­te­rin) und Felix Rom­mel von der Fir­ma Häuss­ler, der die Ein­wei­sung macht.

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