Kreml macht Stim­mung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Klaus-Hel­ge Do­nath po­li­tik@ schwa­ebi­sche. de

Es ist schon der drit­te Pro­zess, der dem ehe­ma­li­gen Öl-Ma­gna­ten Mich­ail Cho­dor­kow­ski droht. Ein al­ter Fall, der längst ge­klärt zu sein schien. Hät­te sich der Mord­ver­dacht in frü­he­ren Pro­zes­sen er­här­ten las­sen, wä­re es ein­fach ge­we­sen, den eins­ti­gen Ge­gen­spie­ler des Kreml le­bens­lang weg­zu­schlie­ßen. Da­her fehlt der An­kla­ge die Glaub­wür­dig­keit. Es geht nicht um die Über­füh­rung ei­nes Tä­ters. Cho­dor­kow­ski lebt im Exil und wird sich oh­ne­hin nicht frei­wil­lig in die Höh­le des Lö­wen be­ge­ben. Das wis­sen auch die Klä­ger. Der Kreml macht Stim­mung. Wie­der ist das hei­mi­sche Pu­bli­kum der Adres­sat. Ge­gen die Olig­ar­chen der 1990er-Jah­re zu trom­meln, wirft im­mer Di­vi­den­de ab. Au­ßer­dem wird nächs­tes Jahr ge­wählt. Das De­ba­kel nach den ge­fälsch­ten Du­ma­wah­len 2011 darf sich nicht wie­der­ho­len. Cho­dor­kow­skis Stif­tung Of­fe­nes Russ­land ist nur noch ei­ne von we­ni­gen Ein­rich­tun­gen, die dem Wi­der­spruch pro­fes­sio­nel­len Rah­men bie­tet. Ge­ra­de die­se Ex­klu­si­vi­tät er­höht aus Kreml­sicht das Ge­fah­ren­po­ten­zi­al.

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