Puz­zle mit Phan­tom

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REISE & ERHOLUNG - Von Bar­ba­ra Wald­vo­gel

Tat­ort Köln: Be­nutzt (Sa., ARD, 20.15 Uhr) - Zu Weih­nach­ten zeigt sich die ARD groß­zü­gig und schickt den „Tat­ort“Köln schon am Sams­tag über die Bild­schir­me. Und am Sonn­tag kommt als Nach­schlag ein „Tat­ort“aus Wies­ba­den. Das Kal­kül ist er­kenn­bar: Mit dem Quo­ten­brin­ger will das Ers­te zum Jah­res­en­de noch ein­mal so rich­tig auf­trump­fen. Am Sams­tag geht das auch oh­ne zu viel Blut über die Büh­ne. Es gibt nur ei­ne Lei­che. Das Op­fer, der Fi­nanz­be­ra­ter Less­nik, war einst Part­ner von Kars­ten Hol­ler, der vor ei­nem Jahr für tot er­klärt wur­de. Bei ei­ner Mo­tor­rad­tour mit Less­nik durch die Sa­ha­ra war Hol­ler spur­los ver­schwun­den. Schenk (Diet­mar Bär) und Ballauf (Klaus J. Beh­rendt) müs­sen nun müh­sam die kom­pli­zier- ten Puz­zle­tei­le zu­sam­men­su­chen, die schließ­lich ein nie­der­träch­ti­ges Bild von il­le­ga­len Iran-Ge­schäf­ten und geld­gie­ri­gen Ak­teu­ren zei­gen. Vor al­lem aber däm­mert es den bei­den Kom­mis­sa­ren, dass Hol­ler ja gar nicht tot sein muss – sein Leich­nam wur­de nie ge­fun­den.

Das Buch von Jens Ma­ria Merz be­leuch­tet prä­zi­se mensch­li­che Ab­grün­de. Im Mit­tel­punkt steht das Phan­tom Hol­ler, das sei­ne Mit­men­schen nur als Mit­tel zum Zweck der Geld­ver­meh­rung be­nutzt. Al­ler­dings ist das Gan­ze we­nig auf­re­gend, weil sehr viel er­klärt wer­den muss. Auch die Ver­fol­gungs­jag­den der Kom­mis­sa­re wir­ken eher be­hä­big als mit­rei­ßend. Erst zum Fi­na­le zieht Re­gis­seu­rin Dagmar Se­u­me die Span­nung an.

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