„Dich­ter Flug­ver­kehr“über Ma­don­na di Cam­piglio

Ös­ter­reichs Skistar Mar­cel Hir­scher ent­geht beim Nacht­sla­lom nur knapp ei­nem schwe­ren Un­fall

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

MA­DON­NA DI CAM­PIGLIO (SID/ dpa/sz) - Mar­cel Hir­scher nahm die Bei­na­he-Ka­ta­stro­phe am En­de mit viel Hu­mor. „Dich­ter Flug­ver­kehr in Ita­li­en!“, schrieb der ös­ter­rei­chi­sche Skistar auf sei­ner Face­book-Sei­te. Dar­über plat­zier­te er ein Bild, das erah­nen lässt, wie ge­fähr­lich die gan­ze Sa­che war: Ei­nen Me­ter hin­ter ihm krach­te ei­ne Ka­me­ra-Droh­ne­auf die Pis­te.

„Mar­cel hat­te so viel Glück, dass das nicht viel schlim­mer aus­ge­gan­gen ist. Das ist nicht ak­zep­ta­bel“, schimpf­te der US-ame­ri­ka­ni­sche Welt­meis­ter Ted Li­ge­ty via Twit­ter. Hir­schers Ant­wort: „Ja, das war ver­rückt. Ich bin ge­schockt.“Dem Ge- samt­welt­cup­sie­ger der ver­gan­ge­nen vier Win­ter war be­wusst, wie viel Glück er bei dem Zwi­schen­fall hat­te. „Ich ha­be mein Weih­nachts­ge­schenk heu­er schon frü­her er­hal­ten. Ich bin un­ver­letzt“, sag­te der 26-Jäh­ri­ge.

Mar­kus Wald­ner, Renn­di­rek­tor des In­ter­na­tio­na­len Ski-Ver­ban­des Fis, war nach dem Nacht­sla­lom, den der über­ra­gen­de Nor­we­ger Hen­rik Kristof­fer­sen vor Hir­scher und des­sen über­ra­schend star­kem Lands­mann Mar­co Schwarz ge­wann, mäch­tig sau­er. „Es war aber aus­ge­macht, dass der Pi­lot nicht über die Stre­cke fliegt, son­dern nur über den Kor­ri­dor“, sag­te Wald­ner. „Doch im zwei­ten Lauf ist der dann im­mer wei- ter rein ge­flo­gen. Ein Wahn­sinn, was da pas­siert ist. Das ist ei­ne Schwei­ne­rei und das wird Kon­se­quen­zen ha­ben. Wir sind an ei­ner Ka­ta­stro­phe knapp vor­bei­ge­schrammt.“Der Prä­si­dent des Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees, Lo­ren­zo Con­ci, zeig­te sich „scho­ckiert, dass so et­was pas­siert ist. Wir ha­ben sehr, sehr viel Glück ge­habt.“

Mit der meh­re­re tau­send Eu­ro teu­ren Ka­me­ra-Droh­ne wur­den Über­kopfauf­nah­men der Renn­läu­fer ge­macht. Sie lie­fer­te lan­ge ein­drucks­vol­le Bil­der – bis zum vor­letz­ten Läu­fer: An der Stel­le, auf der das plötz­lich au­ßer Kon­trol­le ge­ra­te­ne Flug­ge­rät auf­schlug, war Hir­scher nur ei­nen Wim­pern­schlag zu­vor vor- bei­ge­fah­ren. Der für die Droh­ne ver­ant­wort­li­che Fern­seh­rech­te-In­ha­ber In­front ent­schul­dig­te sich bei Hir­scher und der Fis für den „un­glück­li­chen Zwi­schen­fall“.

Für die Fis steckt in die­sem Vor­fall auch ein Di­lem­ma: Ei­ner­seits will der Sport be­wor­ben und jün­ge­ren Fans schmack­haft ge­macht wer­den, spek­ta­ku­lä­re Luft­bil­der oder auch neue Wett­kämp­fe wie der Par­al­lelRie­sen­sla­lom tags zu­vor hel­fen da. An­de­rer­seits zählt der Si­cher­heits­as­pekt: Beim Ren­nen am Mon­tag et­wa sa­hen man­che Kri­ti­ker die Ge­sund­heit der Sport­ler bei Kol­li­sio­nen ge­fähr­det. Letzt­lich war auch da al­les glimpf­lich aus­ge­gan­gen.

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