Wie Neu­wa­gen­käu­fer den Wert­ver­lust mi­ni­mie­ren

Mas­sen­ge­schmack und Ver­brauch be­ein­flus­sen den Preis für den Ge­brauch­ten stark

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - AUTO & VERKEHR -

in Neu­wa­gen ver­liert sehr schnell an Wert, die ers­ten Tau­sen­der sind meist schon weg, wenn das Au­to zu­ge­las­sen vom Hof des Händ­lers rollt. Um mög­lichst we­nig Ver­lust zu ma­chen, gilt es schon bei der Aus­wahl ei­ni­ges zu be­ach­ten. Hans-Ge­org Mar­mit, Kraft­fahr­zeug-Ex­per­te der Sach­ver­stän­di­gen-Or­ga­ni­sa­ti­on KÜS, rät Fol­gen­des:

„Im Schnitt ver­lie­ren Pkw im ers­ten Jahr nach der Erst­zu­las­sung bis zu ei­nem Drit­tel ih­res Wer­tes. Der Wert­ver­lust ist noch vor Ver­si­che­rung und Kraft­stoff der wich­tigs­te Fak­tor bei den Be­triebs­kos­ten. Mi­ni­mie­ren lässt er sich vor al­lem dann, wenn man be­reit ist, sich am Mas­sen­ge­schmack zu ori­en­tie­ren.

Das fängt schon bei der Wahl des Pkw-Mo­dells an, denn gän­gi­ge und be­lieb­te Au­tos las­sen sich ein­fa­cher wei­ter­ver­kau­fen als exo­ti­sche. Das gilt ei­ner­seits für das Seg­ment, an­de­rer­seits aber auch für das kon­kre­te Mo­dell: Klas­si­sche Kom­pakt­wa­gen fin­den schnel­ler In­ter­es­sen­ten als et­wa gro­ße SUV. Ein VW Golf bei­spiels­wei­se dürf­te in der Re­gel leich­ter an ei­nen Ge­braucht­wa­gen­käu­fer zu ver­mit­teln sein als der schon als Neu­wa­gen sel­te­ner nach­ge­frag­te Hy­un­dai Grand San­ta Fe. Re­gel­mä­ßig wer­den in Fach­zeit­schrif­ten Ana­ly­sen zum Rest­wert ver­schie­de­ner Pkw-Mo­del­le ver­öf­fent­licht, sie bie­ten ei­ne gu­te Über­sicht.

Bei den Mo­to­ren ach­ten Ge­braucht­wa­gen­käu­fer im­mer stär­ker auf den Ver­brauch. Wer ei­nen gu­ten Rest­wert er­zie­len will, soll­te al­so auf all­zu vie­le PS ver­zich­ten – es sei denn, es han­delt sich um ei­nen Sport­wa­gen. Zu Langstre­cken­au­tos wie gro­ßen Kom­bis oder zu schwe­ren Fahr­zeu­gen wie SUV pas­sen am bes­ten Die­sel­mo­to­ren, Klein­wa­gen kauft man bes­ser mit Ben­zin­mo­tor.

Auch bei der Far­be nützt ei­ne Ori­en­tie­rung am Main­stream an­statt am ei­ge­nen Ge­schmack dem Wert­er­halt. Schwarz, Grau oder Sil­ber, auch Dun­kel­blau und Weiß gel­ten als de­zen­te Tö­ne des Mas­sen­ge­schmacks. Even­tu­ell kann sich bei Sport- oder schi­cken Stadt­wa­gen ei­ne et­was knal­li­ge­re Far­be an­bie­ten. Vor­sich­tig sein soll­te man bei Mo­de­far­ben. Die noch vor we­ni­gen Jah­ren sehr be­lieb­ten Braun­tö­ne bei­spiels­wei­se sind mitt­ler­wei­le schon nicht mehr so an­ge­sagt.

In Sa­chen Aus­stat­tung ge­hö­ren Kli­ma­an­la­ge und Ra­dio zu den ob­li­ga­to­ri­schen Pos­ten. Auch an der Si­cher­heits­aus­stat­tung soll­te nicht ge­spart wer­den. Die üb­ri­gen Muss-Ex­tras ori­en­tie­ren sich an der Fahr­zeug­klas­se. Wäh­rend zum Bei­spiel ei­ne Le­der­aus­stat­tung bei Klein­wa­gen nicht aus­schlag­ge­bend ist, kann ihr Feh­len in ei­ner Ober­klas­se­li­mou­si­ne die­se na­he­zu un­ver­käuf­lich ma­chen. Ei­ni­ge Ex­tras, die bei Neu­wa­gen ge­fragt sind, ha­ben über­haupt kei­ne Aus­wir­kung auf den Wie­der­ver­kaufs­wert. So sind teu­re Festein­bau-Na­vis schon nach we­ni­gen Jah­ren ver­al­tet und für den Neu­be­sit­zer nicht mehr viel wert.

Ein cle­ver zu­sam­men­ge­stell­tes Au­to reicht aber nicht, um den ma­xi­ma­len Er­lös zu er­zie­len. Das Fahr­zeug will auch re­gel­mä­ßig ge­pflegt und ge­war­tet wer­den, denn kom­plett her­un­ter­ge­fah­ren fin­det auch das ab­so­lu­te Com­mon-Sen­se-Au­to nur schwer ei­nen zah­lungs­wil­li­gen In­ter­es­sen­ten.“(spx)

FOTO: DPA

Schluck­specht? Auch der Benz­in­ver­brauch ent­schei­det mit über den Wie­der­ver­kaufs­wert.

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