Fir­men pla­nen Wind­parks auf der Alb

Für Bin­gen, Ve­rin­gen­stadt und In­ne­rin­gen wer­den ers­te Plä­ne vor­ge­stellt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - IMMOBILIEN - Von Ignaz Stös­ser

RE­GI­ON - In Sa­chen Windkraft hat es im ab­ge­lau­fe­nen Jahr in den Ge­mein­den des Lau­cherttals und der Alb ei­ni­ge Über­ra­schun­gen ge­ge­ben. Für das größ­te Auf­se­hen sorg­te Bin­gen: Die Ge­mein­de und die Fir­ma Ener­con prä­sen­tier­ten Plä­ne für den Bau von vier Wind­rä­dern, die zü­gig um­ge­setzt wer­den soll­ten. Aber auch für Wind­parks bei Ve­rin­gen­stadt und In­ne­rin­gen wur­den Plä­ne prä­sen­tiert. In Ket­ten­a­cker wur­de ein Wind­mess­mast auf­ge­stellt.

Es war ein rich­ti­ger Pau­ken­schlag, als der Bin­ger Bür­ger­meis­ter Jo­chen Fet­zer und der Ener­con-Ver­tre­ter Hei­ko Rü­pel im Ju­li die Wind­park­plä­ne in der Schwä­bi­schen Zei­tung prä­sen­tier­ten. Vor al­lem das Tem­po, mit dem Ener­con zu Wer­ke ge­hen woll­te, sorg­te in der Be­völ­ke­rung für Un­ru­he. Die Fir­ma hat­te schon Grund­stücks­ver­hand­lun­gen ge­führt. Zwei Wind­rä­der soll­ten im fürst­li­chen Wald an der Stra­ße Sig­ma­rin­gen-Bin­gen ent­ste­hen, wei­te­re zwei auf ge­mein­de­ei­ge­nen Flä­chen in Rich­tung Lau­cher­thal. Bis März 2016 soll­ten die Gut­ach­ten für den Bau­an­trag er­stellt wer­den. Im Herbst 2016 woll­te Ener­con be­reits Ro­dun­gen vor­neh­men und We­ge bau­en las­sen. Für Au­gust/Sep­tem­ber 2017 war die In­be­trieb­nah­me ge­plant.

Schnell reg­te sich Wi­der­stand in der Be­völ­ke­rung. Ei­ne In­ter­es­sen­ge­mein­schaft wur­de ge­bil­det. Bei­de Sei­ten hiel­ten In­fo­ver­an­stal­tun­gen ab und schließ­lich gab es noch mal ei­ne, die von ei­nem pro­fes­sio­nel­len Mo­de­ra­tor ge­lei­tet wur­de. Hier ver­sprach Ener­con, auch den von der Be­völ­ke­rung fa­vo­ri­sier­ten Stand­ort auf der An­hö­he in Rich­tung Wilf­lin­gen zu prü­fen. Das ge­schieht zur Zeit. So wird auf bei­den mög­li­chen Stand­or­ten der­zeit Wind mit der La­ser-Me­tho­de ge­mes­sen. Im Früh­jahr sol­len die Er­geb­nis­se prä­sen­tiert wer­den. Wo ge­baut wird, ist der­zeit noch of­fen. Der ur­sprüng­li­che Zeit­plan von Ener­con ist nicht mehr zu hal­ten.

In Ve­rin­gen­stadt ging es dann im Ok­to­ber ähn­lich über­ra­schend, aber deut­lich ge­räusch­lo­ser zu wie in Bin­gen. Hier hat­ten Bür­ger­meis­ter Ar­min Christ und der Ge­mein­de­rat be­schlos­sen, die Bür­ger in ei­ner In­fo­ver­an­stal­tung über das Vor­ha­ben „Wind­park“zu in­for­mie­ren. Auf der An­hö­he in Rich­tung In­ne­rin­gen will die EnBW drei Wind­rä­der bau­en. In der In­fo­ver­an­stal­tung wur­den vor al­lem we­gen des be­fürch­te­ten Lärms Be­den­ken ge­äu­ßert. Ei­ne In­ter­es­sen- ge­mein­schaft wur­de nicht ge­bil­det und öf­fent­lich kei­ne wei­te­ren Be­den­ken vor­ge­bracht. Noch in die­sem Jahr soll­ten Pacht­ver­trä­ge ab­ge­schlos­sen, in der ers­ten Hälf­te des Jah­res 2018 soll ge­baut wer­den.

Grö­ße­re Be­den­ken gibt es in In­ne­rin­gen. Ge­mein­de­rat und Bür­ger­meis­te­rin Dagmar Kus­ter ver­zich­te­ten auf ei­ne In­fo­ver­an­stal­tung. Bei zwei Ent­hal­tun­gen stimm­te der Ge­mein­de­rat da­für, dass der Pacht­ver­trag mit der EnBW ab­ge­schlos­sen wird. Al­ler­dings ha­ben vier Rä­te we­gen Be­fan­gen­heit nicht mit­ge­stimmt. In In­ne­rin­gen gibt es vor al­lem Be­den­ken, weil die Ge­mein­de so­wohl im Süd­wes­ten (Ve­rin­ger Wind­park) als auch im Nord­os­ten von Wind­parks um­ge­ben wer­de. Die we­ni­gen Wind­park­geg­ner in der Ge­mein­de kün­dig­ten an, ge­richt­lich ge­gen den Bau der Wind­parks vor­zu­ge­hen.

In Ket­ten­a­cker ist es im Lau­fe des Jah­res zu­neh­mend still ge­wor­den. Hier kämpft der Ver­ein für Mensch und Na­tur schon seit ei­ni­gen Jah­ren ge­gen den ge­plan­ten Wind­park. Im Som­mer stell­te die EnBW nun ei­nen Wind­mess­mast auf, der ein Jahr lang ste­hen soll. Die Da­ten will der Ener­gie­ver­sor­ger auch für die Pla­nung des In­ne­rin­ger und des Ve­rin­ger Wind­parks her­an­zie­hen.

ARCHIVFOTO: IGNAZ STÖS­SER

Nach­dem die Ge­mein­de­ver­wal­tung Bin­gen und die Fir­ma Ener­con mit ih­ren Wind­park­plä­nen an die Öf­fent­lich­keit ge­hen, ma­chen sich Be­sorg­nis und Un­mut un­ter den Bin­ger Bür­gern breit.

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