Um­gang mit AfD ent­zweit Uni­on und SPD

SPD-Vi­ze wirft CDU/CSU An­bie­de­rung vor – Schwä­bisch Gmünd setzt nach An­schlag Si­gnal

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE -

BER­LIN (dpa/AFP) - Mit schar­fen Wor­ten hat Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) rech­te Stim­mungs­ma­che in der Flücht­lings­kri­se kri­ti­siert und vor ei­nem Wett­streit mit der rechts­po­pu­lis­ti­schen AfD ge­warnt. Es ge­he dar­um, Sor­gen der Bür­ger zu lö­sen „und nicht die Pa­ro­len der Dumpf­ba­cken“noch zu über­tö­nen, sag­te Schäu­b­le. SPD-Vi­ze Ralf Steg­ner gei­ßel­te die Uni­on für ih­ren Um­gang mit der AfD und warf ihr vor, sich aus tak­ti­schen Grün­den bei den Rechts­po­pu­lis­ten an­zu­bie­dern, die in jüngs­ten Um­fra­gen an die Zehn-Pro­zent-Mar­ke her­an­kom­men.

Schäu­b­le warn­te die CDU da­vor, bei be­vor­ste­hen­den Land­tags­wahl­kämp­fen auf den Ein­zug der AfD in die Par­la­men­te zu set­zen, um rot-grüne Mehr­hei­ten zu ver­hin­dern. „Es wä­re ver­ant­wor­tungs­los und dumm, auf ei­ne star­ke AfD zu set­zen“, sag­te Schäu­b­le. Im März ste­hen Land­tags­wah­len in Ba­den-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz und Sach­sen-An­halt an. Im grün-rot re­gier­ten Süd­wes­ten liegt die AfD in Um­fra­gen zwi­schen sechs und acht Pro­zent. Bun­des­weit er­reich­te sie zum Jah­res­en­de in der wö­chent­li­chen Em­nid-Um­fra­ge für die „Bild am Sonn­tag“neun Pro­zent. Sie ver­bes­ser­te sich da­mit um ei­nen Punkt im Ver­gleich zur Vor­wo­che.

Steg­ner sag­te, al­len öf­fent­li­chen Be­teue­run­gen zum Trotz hof­fe die Uni­on heim­lich auf den Ein­zug der AfD in mög­lichst vie­le Par­la­men­te. „Mein Ge­fühl ist: Die Uni­on setzt dar­auf, dass die AfD bei den Land­tags­wah­len in die Par­la­men­te ein­zieht und pro­gres­si­ve Mehr­hei­ten dort nicht mehr mög­lich sind“, sag­te Steg­ner. Die CSU bie­de­re sich of­fen­siv bei den Rechts­po­pu­lis­ten an, über­neh­me teil­wei­se de­ren Pa­ro­len. „Und die CDU tut nichts.“Bei den Land­tags­wah­len ge­he es auch um die Fra­ge, ob sich in Deutsch­land die Rech­te eta­blie­re und ob sie das mit­hil­fe der Kon­ser­va­ti­ven tue.

Nach dem Brand­an­schlag auf ei­ne ge­plan­te Flücht­lings­un­ter­kunft in Schwä­bisch Gmünd ha­ben Par­tei­en, Bür­ger und Ver­ei­ne in­des ein Si­gnal ge­gen Frem­den­hass ge­setzt. Der Ge­mein­de­rat ver­öf­fent­lich­te ei­ne „Gmün­der Er­klä­rung“für To­le­ranz und ei­ne of­fe­ne Will­kom­mens­kul­tur, die am Sonn­tag vor dem Rat­haus ver­le­sen wur­de. „Das ist ein fei­ge Tat, an­onym und ag­gres­siv“, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Richard Ar­nold (CDU) zu dem An­griff. Auch die Lan­des­re­gie­rung re­agier­te ent­setzt auf den An­schlag, bei dem nie­mand ver­letzt wur­de. „Ein Brand­an­schlag auf ein Flücht­lings­heim ist im­mer auch ein An­griff auf un­se­re Ge­sell­schaft“, sag­te Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grüne). Si­cher­heits­maß­nah­men um Asyl­be­wer­ber­un­ter­künf­te und Ge­bäu­de, die als sol­che ge­plant sei­en, müss­ten er­höht wer­den, for­der­te CDU-Spit­zen­kan­di­dat Gui­do Wolf.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.