Stadt hat kei­nen fi­nan­zi­el­len Spiel­raum

Trotz mehr Ge­wer­be­steu­er als im Vor­jahr – Et­li­che In­ves­ti­tio­nen sind ge­plant

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN/ MENGEN/ GÖGE/ SCHEER - Von Ve­ra Ro­meu

MEN­GEN - Die Stadt­ver­wal­tung Men­gen hat in der letz­ten Sit­zung des Jah­res den Rä­ten den Haus­halts­plan­ent­wurf 2016 in die Weih­nachts­pau­se mit­ge­ge­ben. Men­gens Bür­ger­meis­ter Ste­fan Bubeck kün­dig­te an, der Ent­wurf wer­de in der Sit­zung am 12. Ja­nu­ar be­ra­ten und vor­aus­sicht­lich am 26. Ja­nu­ar be­schlos­sen. Die Frak­tio­nen wer­den sich in­tern be­ra­ten: Käm­me­rer Karl-Heinz Ehr­mann bot an, wie je­des Jahr an den Be­ra­tun­gen der Frak­tio­nen teil­zu­neh­men und die Fra­gen zu be­ant­wor­ten.

Bür­ger­meis­ter Bubeck ging auf die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der Stadt ein: Trotz Ge­wer­be­ein­nah­men von vor­aus­sicht­lich sechs Mil­lio­nen Eu­ro (2015 wa­ren es fünf Mil­lio­nen Eu­ro) wer­de die Stadt kei­nen Spiel­raum ha­ben, es müs­se wei­ter­hin auf Kon­so­li­die­rung ge­setzt wer­den, denn al­lein die Kreis­um­la­ge und die Ge­wer­be­steu­er­um­la­ge wer­de rund 5,3 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten. Er schlug dem Ge­mein­de­rat vor, die Kre­dit­er­mäch­ti­gung von 5,25 Mil­lio­nen Eu­ro der Haus­halts­jah­re 2014 bis 2015 auf­zu­lö­sen und für 2016 ei­ne neue Kre­dit­er­mäch­ti­gung zu ver­an­schla­gen. CDUFrak­ti­ons­spre­cher Man­fred Moll und Rä­tin Brun­hil­de Rai­ser ga­ben da­für Ap­plaus. Ge­bäu­de wer­den sa­niert Von 90 Ge­bäu­den, die der Stadt ge­hö­ren, müss­ten 54 ge­ne­ral­sa­niert wer­den, sag­te Bubeck. Man­che wer­den auch ver­kauft. In den kom­men­den Jah­ren wer­de die Stadt rund 100 Mil­lio­nen Eu­ro in In­stand­set­zun­gen in­ves­tie­ren müs­sen. Ne­ben Kre­di­ten und Zu­schüs­sen wer­de die Stadt Ei­gen­mit­tel ein­brin­gen müs­sen. Das kom­mu­na­le Auf­sichts­amt ha­be der Stadt 2015 die Kon­so­li­die­rung des Haus­halts ins Stamm­buch ge­schrie­ben: So wer­de der Ge­mein­de­rat am 12. Ja­nu­ar Kon­so­li­die­rungs­maß­nah- men be­schlie­ßen, um dem Land­rats­amt Sig­ma­rin­gen das deut­li­che Si­gnal zu sen­den, dass die Stadt ih­re struk­tu­rel­le Pro­ble­me ernst­haft an­ge­he, so Bubeck.

Im Haus­halts­plan­ent­wurf 2016 ste­hen trotz der an­ge­spann­ten Si­tua­ti­on be­trächt­li­che In­ves­ti­tio­nen: die Sa­nie­rung der Ablach­hal­le, der Pavillon der Son­nen­lu­ger­schu­le, die Blochin­ger Fest­hal­le, die Sport­hal­le der Re­al­schu­le, die Er­schlie­ßung des En­net­a­cher Wohn­ge­biets „Im Win­kel“, In­ves­ti­tio­nen im Ge­wer­be­ge­biet der Meß­kir­cher­stra­ße, Brand­schutz­maß­nah­men in der En­net­a­cher Bür­ger­hal­le, der Bau des Ge­hund Rad­wegs Rul­fin­gen-Ziel­fin­gen und Hoch­was­ser­schutz­maß­nah­men. Auch ste­hen Mit­tel für den Bau ei­ner Un­ter­kunft für Flücht­lin­ge be­reit. Ehr­mann stellt Eck­da­ten vor Karl-Heinz Ehr­mann stell­te die Eck­da­ten des Haus­halts­plan­ent­wurfs 2016 vor: Der Haus­halt hat ein Vo­lu­men von 35 Mil­lio­nen Eu­ro, da­von hat der Ver­wal­tungs­haus­halt 25 Mil­lio­nen Eu­ro und der Ver­mö­gens­haus­halt zehn Mil­lio­nen Eu­ro. Aus dem Ver­wal­tungs­haus­halt wer­den 400 000 Eu­ro dem Ver­mö­gens­haus­halt zu­ge­führt. Bei Rea­li­sie­rung al­ler Maß­nah­men wird die Stadt En­de 2016 zehn Mil­lio­nen Eu­ro Schul­den ha­ben, sag­te Ehr­mann.

Der Spre­cher der CDU-Frak­ti­on Moll ging auf die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der Stadt ein: Er dank­te den Ge­wer­be­trei­ben­den in der Stadt für die fünf Mil­lio­nen Eu­ro, die sie 2015 an Ge­wer­be­steu­er be­zahlt ha­ben. „Es ist ei­ne tol­le Ge­schich­te, wenn man weiß, dass es nächs­tes Jahr sechs Mil­lio­nen Eu­ro Ge­wer­be­steu­er sein wer­den und es frü­her ein­mal drei Mil­lio­nen DM wa­ren: Das ist ei­ne Ver­dop­pe­lung!“, rech­ne­te CDUFrak­ti­ons­spre­cher Moll vor und lob­te die Leis­tungs­fä­hig­keit der Ge­wer­be­trei­ben­den.

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