Win­ter­lin­ger er­fin­det Schlaf­par­fum

Heil­prak­ti­ker Hel­mut Mai­er mel­det sei­ne Er­fin­dung beim Pa­tent­amt an

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/ LAUCHERT - Von Ga­b­rie­le Loges

WIN­TER­LIN­GEN - Der Heil­prak­ti­ker Hel­mut Mai­er aus Win­ter­lin­gen hat ein neu­ar­ti­ges Par­fum, das bei Ent­span­nungs- und Schlaf­pro­ble­men hel­fen soll, zum Pa­tent an­ge­mel­det. Seit er im Ru­he­stand ist, setzt sich der aus­ge­bil­de­te The­ra­peut noch in­ten­si­ver als zu­vor mit Na­tur­heil­kun­de und Neu­ro­wis­sen­schaf­ten aus­ein­an­der. Seit meh­re­ren Ge­ne­ra­tio­nen be­schäf­tigt sich die Fa­mi­lie mit Kräu­tern, die dem Kör­per, und Weis­hei­ten, die der See­le hel­fen. Ers­te Rück­mel­dun­gen be­stä­ti­gen ihm, dass das Par­fum die ge­wünsch­te Wir­kung zeigt.

1974 er­öff­ne­te Hel­mut Mai­er ei­ne ei­ge­ne Pra­xis als Heil­prak­ti­ker in Ried­lin­gen. 2009 ver­kauf­te er die­se und zog wie­der in sei­nen Hei­mat­ort Win­ter­lin­gen. Hier lebt er mit acht Wild­hir­schen und ei­nem zah­men Reh am Wald­rand. Na­tur pur. Im In­nern des Hau­ses wird je­doch schnell klar, dass Mai­er nicht von sei­ner Fa­mi­lie und Men­schen ab­ge­schie­den lebt: Der Com­pu­ter ist online, die Fotos an der Wand er­zäh­len von drei er­wach­se­nen Kin­dern, die teil­wei­se in die Fuß­stap­fen des Va­ters ge­tre­ten sind, Bü­cher, DVDs und Ord­ner ste­hen in den Re­ga­len. Mai­er forscht, geht auf Kon­gres­se oder gibt Se­mi­na­re in kli­ni­scher Hyp­no­se, hält mit- hil­fe der mo­der­nen Tech­nik Kon­takt zur Welt und vor al­lem zu den Neu­ro­wis­sen­schaf­ten, die er als sein „gro­ßes Hob­by“be­zeich­net.

Schon früh ging er un­ge­wöhn­li­che We­ge. So bil­de­te er sich nach sei­ner Aus­bil­dung, die ihm auch gründ­li­ches Wis­sen in Aku­punk­tur ver­mit­telt hat­te, bei meh­re­ren Be­su­chen in Chi­na wei­ter. In Win­ter­lin­gen lebt man bo­den­stän­dig. Das In­ter­es­se und die An­wen­dung von na­tur­heil­kund­li­chen Ver­fah­ren sind schon im­mer ein The­ma in der Fa­mi­lie: „Mein Va­ter war Bä­cker, aber von Psy­cho­lo­gie und Phi­lo­so­phie hat er mehr ver­stan­den als an­de­re.“Die Bü­cher des Va­ters hält Mai­er in Eh­ren.

Zu­erst mach­te der 1948 ge­bo­re­ne Sohn ei­ne Leh­re als Dro­gist. Sein Groß­va­ter be­trieb ei­ne Dro­ge­rie, die­se soll­te der En­kel ei­nes Ta­ges über­neh­men. Sei­nen Pflicht­wehr­dienst trat er beim Sa­ni­täts­dienst in Stet­ten am kal­ten Markt an. Dort wur­de ihm der Apo­the­ken- und Sa­ni­täts­dienst an­ver­traut, für ihn ein „gro­ßes Sprung­brett“in Rich­tung Me­di­zin. Nach ein­ein­halb Jah­ren be­such­te er zwei­ein­halb Jah­re ganz­tä­gig die Heil­prak­ti­ker-Fach­schu­le in München. Sein elf Jah­re jün­ge­rer Bru­der wur­de Arzt, be­schäf­tigt sich als Anäs­the­sist auf an­de­re Wei­se mit dem Schlaf. Die bei­den Brü­der tau­schen sich re­gel­mä­ßig zum The­ma aus.

Das neu ent­wi­ckel­te „Ent­span­nungs- und Schlaf­par­fum“ist kein Arz­nei­mit­tel und wirkt über den Ge­ruchs­sinn: „Über die Atem­luft und den Ge­ruchs­sinn ge­lan­gen Duft­mo­le­kü­le di­rekt ins Ge­hirn.“Wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen ha­ben ge­zeigt, dass Jas­minDuft­mo­le­kü­le in der La­ge wa­ren, die glei­chen An­dock­stel­len im Ge­hirn zu be­set­zen wie angst­min­dern­de Stof­fe: „Sol­che Ben­zo­dia­ze­pi­ne sind vie­len Men­schen un­ter dem Na­men Va­li­um be­kannt.“Ein Ar­ti­kel des deut­schen Me­di­zi­ners und Ge­ruchs­for­schers Hanns Hatt brach­te ihn auf die Idee, mit die­sen In­halts­stof­fen zu ar­bei­ten. Jasmin, Gera­nie, Bal­dri­an, Pas­si­ons­blu­me, Jo­han­nis­kraut, Hop­fen und La­ven­del ge­hö­ren in sei­ne Mi­schung.

sag­te Heil­prak­ti­ker Hel­mut Mai­er.

Von der Wir­kung wa­ren die Brü­der schnell über­zeugt, aber sie roch lei­der mehr als un­an­ge­nehm. Mai­er such­te ei­ne Lö­sung: „Zu­sam­men mit ei­nem Par­fü­meur ge­lang es uns, ein wun­der­ba­res Par­fum zu kre­ieren und die­ses beim Deut­schen Pa­tent­amt an­zu­mel­den.“Schon die An­mel­dung zum Pa­tent ist ei­ne Odys­see, ein di­cker Ord­ner er­zählt die­se Ge­schich­te. Aber auch die Na­mens­fin­dung war nicht leicht: „Man muss im­mer dar­auf acht­ge­ben, dass man mit dem Arz­nei­mit­tel­recht kei­ne Schwie­rig­kei­ten be­kommt.“Die Brü­der ei­nig­ten sich auf den Na­men „Dr. Mai­ers Ent­span­nungs- & Schlaf­par­fum“. Das hört sich se­ri­ös – und doch nicht wie ei­ne Arz­nei – an.

Nach ei­ner Pro­be­pha­se im Fa­mi­li­en-, Freun­des- und Kol­le­gen­kreis wag­ten sie sich an die Öf­fent­lich­keit. Für Mai­er ist klar: „Es ist ein su­per gut duf­ten­des Par­fum, das be­ru­hi­gend, ent­span­nend und schlaf­för­dernd wirkt.“Die bes­ten Rück­mel­dun­gen hat er für das Par­fum bis­her von Müt­tern, die es ih­ren Schul­kin­dern vor Klas­sen­ar­bei­ten oder Prü­fun­gen ge­ben. Auch von ei­ni­gen Zahn­ärz­ten wird es be­reits bei ängst­lich-ner­vö­sen Pa­ti­en­ten ein­ge­setzt. Die Ur-Ur-Groß­mut­ter der Brü­der Mai­er ist üb­ri­gens beim Kräut­er­sam­meln er­fro­ren. Aber so kalt wird es zum Glück nicht mehr auf der Alb.

„Mein Va­ter war Bä­cker, aber von Psy­cho­lo­gie und Phi­lo­so­phie hat er mehr ver­stan­den als

an­de­re“,

FOTO: GA­B­RIE­LE LOGES

Heil­prak­ti­ker Hel­mut Mai­er lebt in Win­ter­lin­gen in ei­nem Haus am Wald­rand. Von hier pflegt er via In­ter­net Kon­tak­te zur Welt.

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