Kiel macht das Ti­tel­ren­nen wie­der span­nend

Das 31:20 ge­gen die Rhein-Neckar Lö­wen wird über­schat­tet vom Wa­den­bein­bruch von Patrick Gro­etz­ki

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

KIEL (dpa/SID/sz) - Der 31:20 (12:9)Kan­ter­sieg von Ti­tel­ver­tei­di­ger THW Kiel ge­gen Ta­bel­len­füh­rer Rhein-Neckar Lö­wen hat das Ti­tel­ren­nen in der Hand­ball-Bun­des­li­ga vor der sechs­wö­chi­gen EM-Pau­se wie­der span­nend ge­macht. Am Sonn­tag lie­ßen die Lö­wen ein 27:25 (16:9) ge­gen den SC Mag­de­burg fol­gen, Kiel ge­wann 31:28 beim Ber­gi­schen HC, ver­lor da­bei aber Ka­pi­tän Re­né Toft Han­sen, der mit Ver­dacht auf ei­ne schwe­re Knie­ver­let­zung aus­schied. Im Mit­tel­punkt stand al­ler­dings noch im­mer das Spit­zen­spiel vom Vor­weih­nachts­tag.

„Ge­gen ei­nen der­art star­ken Geg­ner muss­te schon viel klap­pen, aber jetzt sind wir wie­der im Ren­nen. Zwei Punk­te und 22 To­re auf­ge­holt, das ist groß­ar­tig“, sag­te THW-Ma­na­ger Thors­ten Storm. Mit le­dig­lich zwei Zäh­lern Rück­stand auf die Mann­hei­mer ist der 21. Ti­tel für den THW kei­ne Uto­pie mehr. Bei ei­ner Nie­der­la­ge und sechs Punk­ten Rück­stand hät­te er wohl al­le Träu­me be­en­den kön­nen. Ne­ben der Plei­te schmerz­te die Lö­wen auch der Aus­fall von Patrick Gro- etz­ki (26). Der Rechts­au­ßen er­litt kurz vor En­de der ers­ten Halb­zeit oh­ne Fremd­ein­wir­kung ei­nen Wa­den­bein­bruch, für die EM im Ja­nu­ar in Po­len fällt er da­mit aus. Zu­vor hat­te be­reits Lö­wen- und Na­tio­nal­ka­pi­tän Uwe Gens­hei­mer pas­sen müs­sen. Ein Fa­ser­riss in der Wa­de und ei­ne Rei­zung der Achil­les­seh­ne set­zen den Links­au­ßen au­ßer Ge­fecht. Da­mit müs­sen die Mann­hei­mer eben­so wie die DHB-Aus­wahl auf die Flü­gel­zan­ge Num­mer 1 ver­zich­ten.

Oh­ne die bei­den be­kam der Vi­ze­meis­ter nach der Pau­se ei­ne „Lehr­stun­de“er­teilt, wie Lö­wen-Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen die zum En­de hin im­mer ein­sei­ti­ge­re Par­tie nann­te. Vor­wür­fe mach­te er sei­nem Team aber nicht: „Zum Schluss stand da ei­ne sehr jun­ge Mann­schaft auf dem Feld.“

Es war die Pha­se, in der die Gast­ge­ber ih­re gan­ze Rou­ti­ne aus­spiel­ten und sich von der 27:34-Heim­nie­der­la­ge im Vier­tel­fi­na­le des DHB-Po­kals

AN­ZEI­GE ei­ne Wo­che zu­vor ge­gen Flens­burg bes­tens er­holt zeig­ten. Ga­rant für den Sieg war in ers­ter Li­nie Tor­hü­ter Niklas Lan­din. Im Po­kal ge­gen Flens­burg noch der „Seu­chen­vo­gel“, wehr­te der Dä­ne ge­gen sei­nen Ex-Ver­ein 20 Wür­fe ab – ei­ne Quo­te von fast 50 Pro­zent. THW-Coach Al­f­red Gis­la­son fehl­ten da bei­na­he die Wor­te: „Ei­ne über­ra­gen­de Leis­tung, die mich fast sprach­los macht.“Und im An­griff über­nahm Jo­an Cañel­las mit neun Tref­fern die Rol­le des an­ge­schla­ge­nen Dom­a­goj Duvn­jak. Der Spiel­ma­cher konn­te we­gen ei­ner Fuß­ver­let­zung nur spo­ra­disch ein­ge­setzt wer­den. „Ich bin zu­frie­den, das war mein Tag“, sag­te Cañel­las zu sei­ner mit Ab­stand bes­ten Sai­son­leis­tung.

HSV-Trai­ner Micha­el Bieg­ler kün­dig­te der­weil an, er wer­de den Klub, der In­sol­venz an­ge­mel­det hat, am Sai­son­en­de de­fi­ni­tiv ver­las­sen. Der 54Jäh­ri­ge ist par­al­lel als pol­ni­scher Na­tio­nal­trai­ner tä­tig.

FOTO: DPA

Wie­der oben­auf: Kiel und Jo­an Ca­nellas.

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