Po­len setzt Re­form in Kraft

Prä­si­dent un­ter­schreibt Ge­setz zum Ver­fas­sungs­ge­richt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

WARSCHAU (AFP) - Un­ge­ach­tet in­ter­na­tio­na­ler Pro­tes­te hat der pol­ni­sche Prä­si­dent An­drzej Du­da ein um­strit­te­nes Ge­setz zur Re­form des Ver­fas­sungs­ge­rich­tes in Kraft ge­setzt, das des­sen Ar­beit zu be­hin­dern droht. Du­da un­ter­zeich­ne­te das Ge­setz am Mon­tag, wie das Prä­si­di­al­amt in Warschau mit­teil­te. Die Ar­beit der Ver­fas­sungs­hü­ter wird da­mit neu ge­re­gelt und er­heb­lich er­schwert. Kri­ti­ker se­hen dar­in ei­nen An­griff auf die Un­ab­hän­gig­keit der Jus­tiz und be­fürch­ten, dass das Ver­fas­sungs­ge­richt durch das neue Ge­setz lahm­ge­legt wer­den könn­te.

Das von der rechts­kon­ser­va­ti­ven Re­gie­rungs­par­tei Recht und Ge­rech­tig­keit (PiS) do­mi­nier­te Par­la­ment hat­te den Ge­setz­ent­wurf vor Weih­nach­ten ge­gen den Wi­der­stand der Op­po­si­ti­on im Eil­ver­fah­ren durch­ge­bracht. Der Obers­te Ge­richts­hof Po­lens so­wie Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen hat­ten das Vor­ha­ben zu­vor kri­ti­siert.

Auch das Men­schen­rechts­kom­mis­sa­ri­at der Ver­ein­ten Na­tio­nen zeig­te sich be­sorgt. Der frü­he­re pol­ni­sche Prä­si­dent Lech Wa­le­sa for­der­te ein Re­fe­ren­dum über vor­ge­zo­ge­ne Neu­wah­len. Die EU for­der­te, das Ge­setz nicht in Kraft zu set­zen, oh­ne vor­her die Aus­wir­kun­gen auf die „Un­ab­hän­gig­keit und die Funk­ti­ons­wei­se“des Ge­richts ge­prüft zu ha­ben.

Laut der Neu­re­ge­lung soll für al­le Ent­schei­dun­gen des Ver­fas­sungs­ge­richts künf­tig ei­ne Zwei­drit­tel­mehr­heit not­wen­dig sein statt wie bis­her ei­ne ein­fa­che Mehr­heit.

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