Oh­ne Ger­da läuft nichts im Ho­tel Ma­ma

Das Thea­ter­team der KLJB Kre­en­hein­stet­ten führt das Stück „Pe­tri Heil und Waid­manns Dank“auf

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Wal­ter Hub­buch

KRE­EN­HEIN­STET­TEN - Mit „Pe­tri Heil und Waid­manns Dank“von Bernd Gom­bold hat das Thea­ter­team der KLJB Kre­en­hein­stet­ten am ers­ten Weih­nachts­fei­er­tag ein mar­kan­tes Thea­ter­stück auf die Büh­ne im Ulrich-Me­ger­le-Saal ge­bracht. Die Thea­ter­freun­de ge­nos­sen ein rund­um ge­konnt in­sze­nier­tes at­trak­tiv Spek­ta­kel mit vie­len Po­in­ten in Wort und Sze­ne­rie

Die Er­war­tun­gen der zahl­rei­chen Gäs­te wur­den nicht ent­täuscht, das Thea­ter­team hat­te zum wie­der­hol­ten Mal ein Lust­spiel aus der Feder von Bernd Gom­bold aus­ge­sucht und über ein paar Wo­chen ein­stu­diert: „Pe­tri Heil und Waid­manns Dank“ist der Ti­tel. Man er­war­te­te wohl Jä­ge­rund Fi­scher­la­tein, doch die­se Er­war­tung wur­de nicht um­ge­setzt, es kam al­so im Büh­nen­spek­ta­kel an­ders, die Po­in­ten wa­ren an­de­rer Art, denn die bei­den Jagd- und Fang­be­ses­se­nen Ru­di (Andre­as Knob­lauch) und des­sen Bru­der Her­mann (Mar­co Blen­der) trie­ben Ru­dis Ehe­frau und Ma­ma Ger­da (Anja Braun) bis zur sprich­wört­li­chen Weiß­glut. Da­bei hal­fen die Toch­ter Ti­na (Jus­ti­ne Kuhn) und Sohn Si­mon (Si­mon Stier) kräf­tig mit. Aus­zeit mit Well­ness­ur­laub Und was ist der „Ca­sus kna­xus“da­bei? Ganz ein­fach: Al­le Vie­re brin­gen ih­re Wä­sche­ber­ge zur Ma­ma Ger­da und rich­ten dar­über hin­aus rund­um mehr oder we­ni­ger Saue­rei im Haus an. Dann ist es aber mal so weit: Das Fass läuft über, und Ger­da ras­tet aus. Laut­hals ent­wi­ckelt sich auf der Büh­ne ein Dia­log, der be­ein­druck­te. En­de des Ge­sche­hens im Hau­se: Ger­da nimmt sich mit ih­rer Freun­din Su­si (Li­sa Bart­hel) ei­ne Aus­zeit mit Well­nes­ur­laub. „Räumt eu­ren Sau­stall sel­ber auf“, war ih­re kon­se­quen­te Re­ak­ti­on. Aber da hat­ten die Manns­bil­der und Kin­der größ­te Pro­ble­me, denn oh­ne Ho­tel Ma­ma?

Aber: Ru­di und Her­mann stört das nicht, denn ein biss­chen ge­ris­sen sind sie schon. Sie ga­beln zwei Ita­lie­ne­rin­nen aus ei­nem Nacht­club auf, in der Hoff­nung, dass die­se ih­nen beim Ord­nung schaf­fen und Kü­chen­dienst hel­fen. Toch­ter Ti­na bringt ih­ren neu­en Freund Ha­rald (Ben­ja­min Fecht) mit nach Hau­se – ei­nen Was­ser­pfei­fe rau­chen­den Öko-Freak, der nicht be­geis­tert, aber die Oma Ro­sa­lin­de (Jen­ny Bart­hel) neu­gie­rig macht. Am Tag, an dem die Ita­lie­ne-

AN­ZEI­GE rin­nen kom­men sol­len, soll­te das Haus sturm­frei sein, was aber fast in die Ho­se geht. Die bei­den Manns­bil­der brin­gen kaum je­mand aus dem Haus kom­pli­men­tiert, trotz lo­cken­der En­gels­zun­gen und Droh­ge­bär­den. Es ge­lingt doch nach ver­zwei­fel­ten Ak­tio­nen und sie tau­chen auf: die bei­den schwar­zen topp hei­ßen Frau­en aus dem Nacht­club. Amo­re, Amo­re, Amo­re wa­ren die ge­flü­gel­ten Wor­te. Die­se tur­bu­len­te Sze­ne­rie ge­lang den Darstel­lern her­vor­ra­gend. Und dann? Es kommt die gro­ße Er­nüch­te­rung, denn hin­ter den Ita­lie­ne­rin­nen ver­ber­gen sich Ger­da und ih­re Freun­din Su­si.

Nach der Abend­vor­stel­lung, nach der der Bei­fall nicht mehr en­den woll­te, dank­te Vor­sit­zen­de Katharina Stier dem Thea­ter­team und den hin­ter der Büh­ne für den Er­folg Ver­ant­wort­li­chen: Souf­fleu­se So­phia We­ber, Lin­da Haf­ner und Anja Braun für die Re­gie, Su­san­ne Steid­le für die Fly­er und Tisch­vor­la­gen, Si­mo­ne Knob­lauch und Alex­an­dra Volk Jan­ke für die Mas­ke, Rolf Bin­der und Frank Ös­ter­le für die Tech­nik. Ein be­son­de­res Dan­ke­schön rich­te­te sie an Andre­as Knob­lauch und Ben­ja­min Fecht, die nicht zur Land­ju­gend ge­hö­rend als Schau­spie­ler das Team mit ih­ren Auf­trit­ten ak­tiv un­ter­stütz­ten. Für all je­ne, die kei­ne Zeit hat­ten für die ers­te Abend­vor­stel­lung, bie­tet die KLJB Kre­en­hein­stet­ten ei­ne zwei­te Auf­füh­rung an am Di­ens­tag, 5. Ja­nu­ar, um 20 Uhr am glei­chen Ort.

FOTO: WAL­TER HUB­BUCH

Ei­ne von zwei Ita­lie­ne­rin­nen bringt hier mehr als nur Le­ben in die Bu­de.

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