Iran schickt an­ge­rei­cher­tes Uran

Teheran er­füllt wich­ti­gen Teil des Atom­ab­kom­mens – Lob von Ker­ry und St­ein­mei­er

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

WA­SHING­TON (AFP) - Iran hat meh­re­re Ton­nen schwach an­ge­rei­cher­ten Urans nach Russ­land ver­schifft und da­mit ei­nen wich­ti­gen Teil sei­ner Ver­pflich­tun­gen aus dem Atom­ab­kom­men er­füllt. Die ira­ni­sche Atom­ener­gie­be­hör­de er­klär­te da­zu am Di­ens­tag, da­mit ste­he das end­gül­ti­ge In­kraft­set­zen des Ab­kom­mens kurz be­vor. Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) und sein US-Kol­le­ge John Ker­ry lob­ten die Aus­fuhr der Uran-Be­stän­de als „wich­ti­gen Schritt“. Teheran be­kam im Ge­gen­zug meh­re­re Ton­nen na­tür­li­chen Urans für die künf­ti­ge Ener­gie­pro­duk­ti­on.

Die Aus­lie­fe­rung er­folg­te be­reits am Mon­tag. Ver­schifft wur­den rund elf Ton­nen schwach an­ge­rei­cher­ten Urans. Nach An­ga­ben des US-Au­ßen­mi­nis­te­ri­ums wur­de auf fünf Pro­zent so­wie auf 20 Pro­zent an­ge­rei­cher­tes Uran ins Aus­land ge­bracht, au­ßer­dem auch Alt­me­tall und Brenn­ma­te­ri­al. Er ge­he da­von aus, dass es sich beim Um­fang der Lie­fe­rung um „na­he­zu den ge­sam­ten der­zei­ti­gen Be­stand von an­ge­rei­cher­tem Uran“in Iran hand­le, sag­te Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher Mark To­ner.

Iran er­hielt im Ge­gen­zug na­tür­li­ches Uran aus Russ­land und Ka­sachs­tan, das für Atom­re­ak­to­ren zur künf­ti­gen Ener­gie­ge­win­nung ge­dacht ist. Der Spre­cher der ira­ni­schen Atom­ener­gie­be­hör­de, Beh­rus Ka­mal­wan­di, sag­te da­zu, Iran ha­be rund 200 Ton­nen so­ge­nann­ten Yel­low­ca­ke er­hal­ten. Das Pul­ver­ge­misch dient als Grund­la­ge bei der Uran­an­rei­che­rung.

Es sei nun al­les be­reit für den „letz­ten Schritt“der Um­set­zung der Ver­pflich­tun­gen Te­he­rans, sag­te Ka­mal­wan­di. Die­ser be­inhal­tet den Um­bau des Schwer­was­ser­re­ak­tors in Arak, da­mit die­ser kein Plu­to­ni­um ge­win­nen kann. Da­zu muss der bis­he­ri­ge Kern der An­la­ge zer­stört und durch ei­nen neu­en er­setzt wer­den. „Die Vor­be­rei­tun­gen sind ge­trof­fen“, sag­te Ka­mal­wan­di. Al­les kön­ne be­reits in den kom­men­den Ta­gen voll­endet wer­den. „Wich­ti­ger Schritt“Ker­ry er­klär­te, Iran hal­te of­fen­bar „zen­tra­le Atom­ver­pflich­tun­gen“ein. Dies sei ein „wich­ti­ger Schritt“da­hin, dass Iran sei­ne Zu­sa­ge er­fül­le, nicht mehr als 300 Ki­lo­gramm schwach an­ge­rei­cher­ten Urans zu be­hal­ten. St­ein­mei­er sprach eben­falls von ei­nem der „ers­ten ganz wich­ti­gen Schrit­te zur Um­set­zung“der Atom­ver­ein­ba­rung.

Das Atom­ab­kom­men, das im Ju­li nach lan­gen Ver­hand­lun­gen zwi­schen Iran und der Grup­pe der fünf UN-Ve­to­mäch­te und Deutsch­land in Wi­en ge­schlos­sen wor­den war, er­laubt Iran die fried­li­che Nut­zung der Atom­ener­gie und soll die Ent­wick­lung ei­ner Atom­bom­be un­mög­lich ma­chen.

FOTO: DPA

Ein Wach­mann vor der Atom­an­la­ge in Bus­hehr: Zum Atom­ab­kom­men ge­hört, dass Iran sein an­ge­rei­cher­tes Uran in na­tür­li­ches ein­tauscht.

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