Bund knöpft sich Strom­ver­brauch von Elek­tro­ge­rä­ten vor

Auf­fäl­lig­kei­ten im No­vem­ber: Bund will mit La­b­or­tests die Trans­pa­renz bei Pro­dukt­prü­fun­gen er­hö­hen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (AFP) - Das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um will der In­dus­trie bei der Ener­gie­kenn­zeich­nung von Elek­tro­ge­rä­ten auf den Zahn füh­len. Da­zu soll ab Ja­nu­ar die Bun­des­an­stalt für Ma­te­ri­al­for­schung und -prü­fung (Bam) ei­ge­ne La­b­or­tests vor­neh­men, wie das Mi­nis­te­ri­um in Ber­lin be­kannt gab. So könn­ten Ma­ni­pu­la­tio­nen auf­ge­deckt wer­den, er­klär­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD).

Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (VZBV) be­grüß­te die Initia­ti­ve, da es beim Ener­giela­bel häu­fig Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten ge­be. Her­stel­ler von Elek­tro­ge­rä­ten müs­sen die

AN­ZEI­GE Kun­den über den Strom­ver­brauch und die Ener­gie­ef­fi­zi­enz des je­wei­li­gen Pro­dukts in­for­mie­ren. Da­bei gibt es in der Re­gel sie­ben Ener­gie­ef­fi­zi­enz­klas­sen von A bis G; zum Teil wird die bes­te Klas­se A noch mit Plus­zei­chen wei­ter auf­ge­fä­chert. Al­ler­dings gibt es im­mer wie­der Kri­tik an feh­ler­haf­ten, ir­re­füh­ren­den oder feh­len­den Kenn­zeich­nun­gen.

Für die Über­wa­chung sind ei­gent­lich die Bun­des­län­der zu­stän­dig. Al­ler­dings hat­ten nach An­ga­ben der Bun­des­re­gie­rung vom No­vem­ber nur neun Län­der im ver­gan­ge­nen Jahr re­gel­mä­ßig ent­spre­chen­de La­b­or­tests vor­ge­nom­men. Nun wird der Bund ab Ja­nu­ar selbst tä­tig. Es sei klar, dass das EU-weit ein­heit­li­che Ener­gie­ef­fi­zi­enz­la­bel „nur dann funk­tio­nie­ren kann, wenn die Ver­brau­cher auf die Pro­dukt­an­ga­ben ver­trau­en kön­nen“, er­klär­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Ga­b­ri­el.

„Mit ei­ner deut­li­chen Aus­wei­tung der La­b­or­tests in Deutsch­land wol­len wir die Trans­pa­renz bei Pro­dukt­prü­fun­gen er­hö­hen.“Zwar könn­ten „rechts­wid­ri­ge Ma­ni­pu­la­tio­nen“nicht voll­stän­dig ver­hin­dert wer­den. „Al­ler­dings wer­den wir da­zu bei­tra­gen, dass Ma­ni­pu­la­tio­nen häu­fi­ger ent­deckt wer­den oder gar nicht erst ent­ste­hen.“Der VZBV lobt den Vor- stoß. Dies sei „der rich­ti­ge Weg“, sag­te der Lei­ter des Ge­schäfts­be­reichs Ver­brau­cher­po­li­tik, Ing­mar Stree­se. Er ver­wies auf ei­ne groß an­ge­leg­te Un­ter­su­chung des Ver­bands bei fast 10 000 Haus­halts­ge­rä­ten im No­vem­ber, bei dem zahl­rei­che „Auf­fäl­lig­kei­ten und Un­zu­läng­lich­kei­ten“fest­ge­stellt wor­den sei­en. Der Ver­band ent­deck­te da­mals viel­fach feh­ler­haf­te oder feh­len­de La­bel, be­son­ders bei Fern­se­hern.

Stree­se be­ton­te, die Vor­schrif­ten zur Ef­fi­zi­enz­kenn­zeich­nung sei­en ver­bind­lich und Ver­stö­ße kein „Ka­va­liers­de­likt“. Zu­gleich for­der­te er, die an­ge­sto­ße­ne Über­ar­bei­tung der EU-Ener­giela­bel­ver­ord­nung zü­gig vor­an­zu­trei­ben. Er ver­wies dar­auf, dass die heu­te be­nutz­ten La­bel teil­wei­se ver­wir­rend für Ver­brau­cher sei­en. So sei bei Wasch­ma­schi­nen die schlech­tes­te an­ge­bo­te­ne Klas­se A+, was vie­len Kun­den nicht klar sei.

Die EU-Ener­gie­mi­nis­ter hat­ten sich En­de No­vem­ber für ei­ne Re­form der La­bel­ver­ord­nung aus­ge­spro­chen. Sie sieht un­ter an­de­rem vor, dass die Ge­rä­te mit der ak­tu­ell bes­ten Ener­gie­ef­fi­zi­enz mit der Klas­se B ge­kenn­zeich­net wer­den, um noch Spiel­raum für In­no­va­tio­nen bei neu­en Pro­duk­ten zu ha­ben. End­gül­tig be­schlos­sen ist aber noch nichts. n. e

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