Was sich 2016 än­dert

Von Kin­der­geld über hö­he­re Ren­ten bis zu Di­s­po­zin­sen – Ein Aus­blick für Ver­brau­cher

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Wolf­gang Mul­ke

BER­LIN - Auch im kom­men­den Jahr tre­ten vie­le Ge­set­zes­än­de­run­gen in Kraft, die die Ver­brau­cher be­tref­fen. Ein Über­blick der wich­tigs­ten Neue­run­gen: Spa­ren und Fi­nan­zen

IBAN: Die al­te Kon­to­num­mer ge­hört ab An­fang Fe­bru­ar 2016 end­gül­tig der Ver­gan­gen­heit an. Dann müs­sen al­le Über­wei­sun­gen über die so­ge­nann­te IBAN (In­ter­na­tio­nal Bank Ac­count Num­ber) ab­ge­wi­ckelt wer­den. Mit die­ser Neue­rung ist auch die Ab­schaf­fung des Last­schrift­ver­fah­rens beim Ein­kauf ver­bun­den, bei dem die Zah­lung per Un­ter­schrift be­stä­tigt wird.

Gi­ro­kon­to: Ins­be­son­de­re ver­schul­de­te Haus­hal­te ha­ben oft das Pro­blem, dass Ban­ken ih­nen die Er­öff­nung ei­nes Gi­ro­kon­tos ver­wei­gern. Das wird sich spä­tes­tens im nächs­ten Sep­tem­ber än­dern. Bis da­hin muss Deutsch­land ge­setz­lich das Gi­ro­kon­to für je­der­mann um­set­zen. So sieht es ei­ne Richt­li­nie der EU vor. Mit die­sem Kon­to kön­nen Ein- und Aus­zah­lun­gen in bar vor­ge­nom­men wer­den, eben­so Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten. Die Ge­büh­ren da­für dür­fen ein an­ge­mes­se­nes Maß nicht über­schrei­ten.

Le­bens­ver­si­che­run­gen: Hier soll­te es ei­ne wich­ti­ge Än­de­rung ge­ben. Die Bun­des­re­gie­rung woll­te den Ga­ran­tie­zins bei pri­va­ten Ren­ten­und Le­bens­ver­si­che­run­gen ab­schaf­fen, hat es sich aber in letz­ter Mi­nu­te an­ders über­legt. Auch künf­tig dür­fen An­bie­ter von Po­li­cen mit ei­ner Min­dest­ver­zin­sung wer­ben. Al­ler­dings fal­len die Er­trä­ge der­zeit mick­rig aus. Ge­ra­de ein­mal 1,25 Pro­zent Zins si­chern die Ver­si­che­run­gen ih­ren Kun­den zu.

Di­s­po­zin­sen: Künf­tig sol­len die Kon­di­tio­nen der Ban­ken und Spar­kas­sen für Überr­zie­hungs­kre­di­te leicht ver­gleich­bar sein. Denn die In­sti­tu­te wer­den ver­pflich­tet, den Di­s­po­zins im In­ter­net zu ver­öf­fent­li­chen. Da­mit kön­nen Ver­gleichspor­ta­le leicht ei­ne Über­sicht über die gel­ten­den Be­din­gun­gen zu­sam­men­stel­len.

Immobilienkredite: Die Bau­her­ren wer­den in­fol­ge ei­ner eu­ro­päi­schen Richt­li­nie bes­ser vor Zwangs­maß­nah­men ge­schützt, wenn die Fi­nan­zie­rung platzt. Die Hy­po­the­ken­ban­ken müs­sen die Bo­ni­tät ih­rer Kun­den ge­nau­er prü­fen und dies auch nach­wei­sen. Er­füllt ein Dar­le­hen­s­an­bie­ter die Vor­ga­ben nicht, kann der Kun­de den Ver­trag je­der- zeit kün­di­gen, oh­ne dass da­für ei­ne Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung er­ho­ben wer­den darf. Fa­mi­lie und So­zia­les

Kin­der­geld: Ei­ne Ku­gel Eis mehr für je­des Kind ist ab dem 1. Ja­nu­ar 2016 drin. Denn das Kin­der­geld wird um zwei Eu­ro im Mo­nat an­ge­ho­ben. An­ge­ho­ben wird un­ter ge­wis­sen Vor­aus­set­zun­gen auch der Kin­der­zu­schlag der Fa­mi­li­en­kas­se. Er steigt von 140 Eu­ro auf 160 Eu­ro. Der Zu­schlag ist an kom­pli­zier­te Be­rech­nun­gen der Be­dürf­tig­keit ge­kop­pelt.

Ren­ten: Ab ers­ten Ju­li wer­den die Ren­ten deut­lich stei­gen. Noch steht das Plus noch nicht ge­nau fest. Ex­per­ten ge­hen von bis zu fünf Pro­zent mehr für die 20 Mil­lio­nen Rent­ner aus. Das wä­ren bei ei­ner Ren­te von 1 000 Eu­ro im­mer­hin 50 Eu­ro oben­drauf.

Hartz IV: Die Re­gel­sät­ze zum Ar­beits­lo­sen­geld II stei­gen am 1. Ja­nu­ar 2016 um fünf Eu­ro, beim Haus­halts­vor­stand auf 404 Eu­ro. Kin­der müs­sen sich mit drei Eu­ro mehr be­gnü­gen.

Wohn­geld: Das Wohn­geld für 870 000 Haus­hal­te wird erst­mals seit sie­ben Jah­ren an die Ent­wick­lung der Mie­ten und Ne­ben­kos­ten an­ge­passt. Das kann im Ein­zel­fall ei­ne be­trächt­li­che An­he­bung des Zu­schus­ses be­deu­ten.

BAföG: Im kom­men­den Herbst stei­gen die BaföG-Sät­ze für Schü­ler, Stu­den­ten und Meis­ter­an­wär­ter um sie­ben Pro­zent an. Der Höchst­satz für Stu­die­ren­de be­trägt dann bis zu 735 Eu­ro, statt bis­her 670 Eu­ro.

Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen: Die Ein­kom­mens­gren­ze für die ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rungs­pflicht steigt 2016 von 4 125 Eu­ro auf 4 237,50 Eu­ro. Bis zu die­sem Mo­nats­brut­to­lohn stei­gen die Bei­trä­ge zur Kran­ken­ver­si­che­rung an. Wer mehr ver­dient, darf in die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung wech­seln. Bei der Ren­ten­ver­si­che­rung steigt die Höchst­gren­ze im Wes­ten auf 6 200 Eu­ro, im Os­ten auf 5 400 Eu­ro im Mo­nat an. Für dar­über hin­aus­ge­hen­de Ge­häl­ter müs­sen kei­ne Bei­trä­ge ent­rich­tet wer­den.

Kran­ken­kas­se: Auf die meis­ten Ar­beit­neh­mer kommt im nächs­ten Jahr ei­ne Er­hö­hung der Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge zu. Die Kas­sen er­he­ben je nach Fi­nanz­la­ge un­ter­schied­li­che Zu­satz­bei­trä­ge, die von den Ver­si­cher­ten al­lei­ne be­zahlt wer­den müs­sen. Wer zu kräf­tig zur Kas­se ge­be­ten wird, darf ein Son­der­kün­di­gungs- recht nut­zen und sich ei­ne güns­ti­ge­re Kas­se su­chen. Kon­sum

Er­näh­rung: Ab En­de nächs­ten Jah­res müs­sen auch die Her­stel­ler ver­pack­ter Le­bens­mit­tel Nähr­wert­an­ga­ben auf das Eti­kett dru­cken.

Elek­tro­ge­rä­te: Al­te Elek­tro­ge­rä­te und an­de­re Elek­tro­nik müs­sen se­pa­rat ent­sorgt wer­den. Da­für gibt es bis­her die kom­mu­na­len Sam­mel­stel­len. Ab En­de Ju­li 2016 kommt ei­ne wei­te­re Stel­le da­zu: Dann müs­sen auch gro­ße Han­dels­ge­schäf­te den Elek­tro­schrott ent­ge­gen­neh­men.

Schad­stof­fe im Spiel­zeug: Schon seit ei­ni­gen Ta­gen gel­ten neue, stren­ge­re Grenz­wer­te für Schad­stof­fe in Kin­der­spiel­zeug und Ver­brau­cher­pro­duk­ten. Das be­trifft die so­ge­nann­ten Weich­ma­cher, die als krebs­er­re­gend und frucht­bar­keits­schä­di­gend gel­ten.

Por­to: Das Brief­por­to steigt wie­der ein­mal an. Die Post er­höht das Ent­gelt für die Zu­stel­lung ei­nes Stan­dard­brie­fes im Ja­nu­ar um acht Cent auf 70 Cent. Teu­rer wer­den auch Ein­schrei­ben. Dort steigt das Por­to für die höchs­te Stu­fe mit ei­gen­hän­di­ger Zu­stel­lung und Rück­schein von 5,75 Eu­ro auf 6,80 Eu­ro.

FOTO: DPA

Al­le Jah­re wie­der: Von 62 auf 70 Cent wird ab Ja­nu­ar 2016 das Por­to für Stan­dard­brie­fe er­höht.

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