Deut­sche rech­nen mit An­schlag im nächs­ten Jahr

In eu­ro­päi­schen Me­tro­po­len gel­ten am Sil­ves­ter­abend stren­ge Si­cher­heits­vor­keh­run­gen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

BER­LIN/PA­RIS/BRÜSSEL (dpa) - Die Ge­fahr wei­te­rer is­la­mis­ti­scher An­schlä­ge schwebt wie ein Da­mokles­schwert über eu­ro­päi­schen Groß­städ­ten. Zwei Drit­tel der Bun­des­bür­ger rech­nen mit ei­nem An­schlag der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Is­la­mi­scher Staat (IS) in Deutsch­land im nächs­ten Jahr.

Mit ei­nem Groß­auf­ge­bot der Po­li­zei und strik­ten Zu­gangs­kon­trol­len sol­len in eu­ro­päi­schen Me­tro­po­len der ge­wach­se­nen Ter­ror­ge­fahr bei Neu­jahrs­fei­ern be­geg­net wer­den. Zu­gleich wur­de am Mitt­woch aber be­tont, dass es kei­ne kon­kre­ten Hin­wei­se auf is­la­mis­ti­sche An­schlä­ge ge­be. In Ber­lin fin­det die größ­te Open-Air-Sil­ves­ter­par­ty Deutsch­lands un­ter ver­schärf­ten Si­cher­heits­maß­nah­men statt. Auf dem Ge­län­de selbst sind nach An­ga­ben der Ver­an­stal­ter erst­mals gro­ße Ta­schen und Ruck­sä­cke ver­bo­ten.

In Frank­reich sind die schon seit den Ter­ror­at­ta­cken vom Ja­nu­ar mit höchs­ter Alarm­stu­fe gel­ten­den Vor­keh­run­gen noch ver­stärkt wor­den. Lan­des­weit wer­den rund 60 000 Po­li­zis­ten und Mi­li­tärs die Nacht ins neue Jahr ab­si­chern. Am Sil­ves­ter­abend ist das of­fi­zi­el­le Feu­er­werk in Pa­ris ab­ge­sagt, pri­va­te Böl­ler und Ra­ke­ten sind dort zu Sil­ves­ter oh­ne­hin im­mer ver­bo­ten.

In Brüssel gab Bür­ger­meis­ter Yvan Ma­y­eur am Abend be­kannt, dass das all­jähr­li­che Sil­ves­ter­feu­er­werk, zu dem 50 000 Men­schen auf ei­ner Fest­mei­le in der In­nen­stadt er­war­tet wur­den, die­ses Mal aus­fällt. „Es ist bes­ser, wenn wir kei­ne Ri­si­ken ein­ge­hen“, sag­te er. Die Be­hör­den hat­ten An­schlags­plä­ne für die Sil­ves- ter­nacht auf­ge­deckt und zwei Ter­ror­ver­däch­ti­ge in Haft ge­nom­men.

Im Zen­trum Lon­dons sind laut Po­li­zei rund 3000 Po­li­zis­ten auf den Stra­ßen. Aus­drück­lich heißt es aber: „Un­se­re Plä­ne sind rei­ne Vor­sichts­maß­nah­men und nicht die Fol­ge ir­gend­wel­cher kon­kre­ter Geheimdienstinformationen.“Wer das Feu­er­werk am Lon­don Eye aus der Nä­he be­trach­ten will, braucht ein Ti­cket.

Die Bun­des­bür­ger ge­hen in­zwi­schen mehr­heit­lich da­von aus, dass auch Deutsch­land zum Ziel ei­nes An­schlags wird. Zwei Drit­tel rech­nen mit ei­nem IS-An­griff im nächs­ten Jahr. Nur 17 Pro­zent glau­ben nach ei­ner Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts You­Gov nicht dar­an. Wei­te­re 17 Pro­zent mach­ten kei­ne An­ga­ben. Deutsch­land ist bis­her von grö­ße­ren is­la­mis­ti­schen Ter­ror­an­schlä­gen ver­schont ge­blie­ben.

FOTO: DPA

Zur Sil­ves­ter­par­ty in Ber­lin dür­fen Be­su­cher kei­ne Ruck­sä­cke und gro­ße Ta­schen mit­brin­gen.

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