Die Vor­fahrt muss mal wech­seln

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Micha­el Braun wirt­schaft@ schwa­ebi­sche. de

Deutsch­lands Ar­beits­markt geht es so gut. Ein kla­res Ur­teil, ob der Min­dest­lohn nun trag­bar ist oder nicht, ist kaum zu fäl­len. Ar­beits­markt­ex­per­ten ei­nes ge­werk­schafts­na­hen For­schungs­in­sti­tuts lie­gen wohl rich­tig mit ih­rer Bi­lanz nach ei­nem Jahr: „Die Ver­kün­der von Hor­ror­sze­na­ri­en sind bla­miert.“

Nicht falsch aber auch, die Äu­ße­rung des In­sti­tu­tes der deut­schen Wirt­schaft, die Na­gel­pro­be kom­me erst in Zei­ten des Ab­schwungs. Noch wich­ti­ger viel- leicht: Die De­bat­te um ei­nen hö­he­ren Min­dest­lohn ver­deckt ei­ne an­de­re. Die, ob nicht an­de­re Po­li­tik­be­rei­che nun mal Vor­fahrt ha­ben soll­ten. Nach Müt­ter­ren­te, Ren­te mit 63 und Min­dest­lohn kann der Aus­bau der So­zi­al­po­li­tik hint­an­ste­hen. Es gibt ge­nug zu kon­so­li­die­ren, zu­dem muss der Staat auch noch an­de­res im Au­ge ha­ben: sei­ne In­fra­struk­tur, die In­no­va­ti­ons­freu­de sei­ner Wirt­schaft, die Aus­bil­dung des Nach­wuch­ses.

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