Til ret­tet die Welt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - FERNSEHEN SILVESTER & NEUJAHR - Von Hen­drik Groth

Tat­ort: Der gro­ße Schmerz (Fr., ARD, 20.15 Uhr) und Tat­ort: Fe­ge­feu­er (So., ARD, 20.15 Uhr) - Til Schwei­ger mimt in der Dop­pel­fol­ge „Der gro­ße Schmerz“und „Fe­ge­feu­er“den ganz har­ten Po­li­zis­ten Nick Tschil­ler. Und wie könn­te es an­ders sein: Die­ser Tschil­ler hat ei­nen ex­trem wei­chen Kern. Da­mit die Ge­schich­te nicht zu trä­nen­drü­sig und die Ein­schalt­quo­te hoch wird, ge­sellt sich He­le­ne Fi­scher als Schau­spie­le­rin hin­zu, setzt sich die schwar­ze Pe­rü­cke auf und wirkt so ge­heim­nis­voll wie eis­kalt. Noch et­was Dra­ma­tik? Ham­burg ist durch und durch kor­rum­piert, und na­tür­lich gibt es den un­ver­wüst­li­chen Ma­fia­boss, der seit Jah­ren sei­ne Pri­vat­feh­de mit Tschil­ler aus­ficht. Wenn ei­ner die Welt, par­don Ham­burg, ret­ten kann, dann Nick Tschil­ler.

Wahr­schein­lich hat Schwei­ger zu vie­le Bru­ceWil­lis-Fil­me an­ge­schaut. Und den wild ent­schlos­se­nen Blick, den hat­te schon vor Jahr­zehn­ten Alain De­lon bes­ser drauf. Aber sei es drum. Der Plot ist gar nicht so schlecht, über­ra­schen­de Mo­men­te ein­ge­schlos­sen. Es hat schon lang­wei­li­ge­re „Tat­or­te“ge­ge­ben. An­ge­strengt wirkt es den­noch, wenn Tschil­lers Kol­le­ge Yal­cin Gü­mer sich um Zwei­deu­tig­keit und Selbst­iro­nie be­müht. Bru­tal ist der Film au­ßer­dem, und man ver­steht die NDR-Ver­ant­wort­li­chen, die den Strei­fen aus Pie­tät ge­gen­über den Op­fern der Pa­ri­ser An­schlä­ge im No­vem­ber kurz­fris­tig aus dem Pro­gramm ge­nom­men ha­ben.

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