Me­xi­ka­ni­scher Star be­sucht Va­ter in Bin­gen

Va­nes­sa Hup­pen­ko­then mo­de­riert Sport­sen­dun­gen und möch­te Bei­spiel für Ju­gend­li­che sein

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/ LAUCHERT - Von Ignaz Stös­ser

BIN­GEN - Auch Stars und Stern­chen ha­ben in der Re­gel ei­ne Fa­mi­lie, zu der es sie in der Weih­nachts­zeit hin­zieht. Für die me­xi­ka­ni­sche Sport­mo­de­ra­to­rin Va­nes­sa Hup­pen­ko­then ist dies ihr Va­ter, der in Bin­gen lebt. Sie ist nicht nur in ganz Me­xi­ko ei­ne Be­rühmt­heit, son­dern auch in Eu­ro­pa und Deutsch­land in der Fern­seh-, Sport- und Wer­be­bran­che be­kannt. Wäh­rend der Weih­nachts­ta­ge war sie zu Be­such in Bin­gen und hat sich Zeit ge­nom­men für ein Ge­spräch mit der SZ.

Im Mit­tel­punkt des Ge­sprächs stand die Fra­ge, was sie per­sön­lich tun kann, um im Jahr 2016 die Welt ein biss­chen bes­ser zu ma­chen. „Ich möch­te mit mei­nem Le­bens­stil ein Bei­spiel sein für jun­ge Leu­te“, sagt sie ent­schie­den. Mäd­chen und Jungs wür­den im­mer frü­her auf Par­tys ge­hen, wür­den rau­chen und trin­ken. Das sei nie ihr Stil ge­we­sen. Der Sport ha­be bei ihr stets ei­ne zen­tra­le Rol­le ge­spielt.

Bei­spiel­ge­bend für sie war ihr Va­ter Die­ter Hup­pen­ko­then. Er war in sei­ner Ju­gend Fuß­ball­spie­ler beim Bun­des­li­gis­ten Schal­ke 04. Seit ih­rer Kind­heit ist Va­nes­sa Schal­ke-Fan und be­sucht auch heu­te noch Fuß­ball­spie­le in der Schal­ke-Are­na. Schon früh hat der Va­ter dar­auf ge­ach­tet, dass die Toch­ter ziel­stre­bi­ges und dis­zi­pli­nier­tes Ar­bei­ten er­lernt. „Er war ein stren­ger Va­ter, aber er hat mich ge­prägt“, sagt Va­nes­sa Hup­pen­ko­then. Zur Er­klä­rung für sein er­zie­he­ri­sches Wir­ken auf das Töch­ter­chen fügt der Va­ter hin­zu: „Was mei­nen Sie, welch ei­ne Men­ta­li­tät die Me­xi­ka­ner ha­ben?“ Mut­ter ist Me­xi­ka­ne­rin Die Mut­ter von Va­nes­sa Hup­pen­ko­then ist Me­xi­ka­ne­rin, und die Fa­mi­lie hat wäh­rend Va­nes­sas Kind­heit in Me­xi­ko Ci­ty ge­lebt. Die­ter Hup­pen­ko­then hat akri­bisch dar­auf ge­ach­tet, dass die Toch­ter deut­sche Tu­gen­den an­nimmt. Hier hat das Mäd­chen die deutsch­spra­chi­ge Schu­le be­sucht und zum Sport ge­fun­den. Sie hat Hand­ball und Fuß­ball ge­spielt und sich im Eis­kunst­lauf ver­sucht. Hart ar­bei­ten muss­te sie dann, um in ei­ner Män­ner­do­mä­ne, der Sport­mo­de­ra­ti­on, Fuß zu fas­sen.

In­zwi­schen sitzt die 30-Jäh­ri­ge beim größ­ten Fern­seh­sen­der Me­xi­kos und Latein­ame­ri­kas fest im Sat­tel. So hat sie bei­spiels­wei­se für Te­le­vi­sa Fuß­ball­spie­le von der Welt­meis­ter­schaft in Bra­si­li­en mo­de­riert. Durch die­sen Job und ihr gu­tes Aus­se­hen hat sie sich bald auch in der Mo­del­bran­che ei­nen Na­men ge­macht und er­hält in den USA, in Eu­ro­pa und et­li­chen an­de­ren Län­dern der Welt Wer­be- und wei­te­re Auf­trä­ge als Mo­de­ra­to­rin.

Aber nicht nur mit ih­rer Ar­beit und dem Sport will sie ein Bei­spiel für die Ju­gend sein. Sie nimmt im­mer wie­der an Ma­ra­thon­läu­fen teil, die sie meist mit ei­nem gu­ten Zweck ver­bin­det. So setzt sie sich da­für ein, dass ar­men Leu­ten ge­hol­fen wird und dass sie Schu­len be­su­chen kön­nen. Auch für Tie­re hat sie ein Herz. „Al­lein in Me­xi­ko-Stadt gibt es schät­zungs­wei­se drei Mil­lio­nen her­ren­lo­se Hun­de“, sagt sie. Sie sam­melt Als die SZ- Re­dak­ti­on vor dem Be­such bei Va­nes­sa Hup­pen­ko­then über­legt hat, wel­che Fra­gen sie der Sport­jour­na­lis­tin stel­len könn­te, kam die Idee auf, sie nach dem me­xi­ka­ni­schen Fuß­bal­ler Ci­te­ri­to zu fra­gen, der bei Leverkusen spielt. Die Fra­ge pro­vo­zier­te dann ei­nen Schlag­ab­tausch zwi­schen der Fuß­ball­mo­de­ra­to­rin und ih­rem Va­ter, dem frü­he­ren Fuß­bal­ler von Schal­ke 04. Va­nes­sa Hup­pen­ko­then sag­te, dass bald ein wei­te­rer me­xi­ka­ni­scher Spie­ler in Deutsch­land spie­len wer­de, und Geld, da­mit die­se Hun­de ge­impft und ver­mit­telt wer­den kön­nen. Und ganz wich­tig: „Ich möch­te, dass Kin­der er­ken­nen, dass auch ein Tier ein Le­ben hat.“

Bei­spiel­ge­bend will Va­nes­sa Hup­pen­ko­then auch mit ih­rer Er­näh­rung sein. Sie isst kein ro­tes Fleisch und zwar sei das Mar­co Fa­bi­an, der nach Frankfurt kä­me. „ Das ist gut für den me­xi­ka­ni­schen Fuß­ball, das me­xi­ka­ni­sche Spiel­sys­tem gleicht sich dem deut­schen zu­neh­mend an“, so die Toch­ter. Die­se Aus­sa­ge brach­te den Va­ter auf die Pal­me: „ Die Spiel­sys­te­me pas­sen nie und nim­mer zu­sam­men“, meint er. Die Me­xi­ka­ner sei­en auf dem Fuß­ball­platz viel zu ver­spielt, bei den Deut­schen wer­de ge­kämpft. Die Toch­ter be­hielt dann aber das letz­te Wort: „ Du siehst doch seit Jah­ren kei­nen Fuß­ball mehr.“( ist) kein Ge­flü­gel. „Das tue ich aus Re­spekt vor die­sen Tie­ren“, sagt sie, „sie wer­den schnell hoch­ge­züch­tet und mit Hor­mo­nen und Me­di­ka­men­ten voll­ge­stopft.“Sie er­nährt sich haupt­säch­lich von Fisch, Ge­mü­se, Früch­ten und Milch­pro­duk­ten.

Durch ih­re Le­bens­hal­tung hat es Va­nes­sa Hup­pen­ko­then ganz nach oben ge­bracht. Doch es fließt auch me­xi­ka­ni­sches Blut in ih­ren Adern. Das äu­ßert sich dar­in, dass sie trotz der vie­len Ar­beit zwi­schen­durch auch mal die See­le bau­meln las­sen und das Le­ben ge­nie­ßen kann. Sie liest sehr ger­ne und ver­bringt Zeit mit Freun­den und ih­ren Hun­den. „Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten, glück­lich zu sein“, sagt sie. Ei­ne Fa­mi­lie hat sie al­ler­dings noch nicht. Sie war ver­hei­ra­tet mit ei­nem me­xi­ka­ni­schen Ban­ker, doch die Ehe hielt nur zwei Jah­re. In­zwi­schen ist sie ge­schie­den.

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FOTO: IGANZ STÖS­SER

Va­nes­sa Hup­pen­ko­then ist es ge­wohnt, vor der Ka­me­ra zu ste­hen. Hier steht sie in der Tür zum Win­ter­gar­ten ih­res Va­ters Die­ter Hup­pen­ko­then in Bin­gen. Im Hin­ter­grund ist der Bin­ger Kirch­turm zu se­hen.

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