Vogt trägt das Ver­eins­wap­pen im Her­zen

In zehn Jah­ren ab­sol­vier­te Vogt über 600 Ein­sät­ze für Ra­vens­burg

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT - Von Alex­an­der Tut­sch­ner

RA­VENS­BURG - Seit über zehn Jah­ren trägt er das Ra­vens­bur­ger Tri­kot, mehr als 600 Spie­le hat er für sei­nen Hei­mat­ver­ein ab­sol­viert, 80 To­re er­zielt und 100 As­sists ge­lie­fert – Ste­phan Vogt (28) ist der Dau­er­bren­ner des Ra­vens­bur­ger Eis­ho­ckeys.

In der Sai­son 2005/2006 mach­te Ste­phan Vogt sei­ne ers­ten Pflicht­spie­le für die ers­te Mann­schaft des EV Ra­vens­burg. Un­ter Trai­ner Ger­hard Brun­ner schaff­te er mit 18 Jah­ren den Sprung in die Ober­li­gamann­schaft . Vogt hat­te das Eis­ho­ckey­spie­len in Ra­vens­burg ge­lernt, ging dann aber für zwei Jah­re nach Bad Tölz, wo er in der DNL spiel­te. Ganz be­son­ders er­in­ner­te er sich an ein Spiel in sei­ner zwei­ten Sai­son, im DEB-Po­kal ging es mit dem EVR ge­gen die gro­ßen Köl­ner Haie. Vogt er­ziel­te das 3:0 für Ra­vens­burg, am En­de ging das Spiel den­noch mit 5:6 nach Ver­län­ge­rung ver­lo­ren. „Das sind schö­ne Er­in­ne­run­gen“, sagt Vogt, wenn er zu­rück­denkt. Mitt­ler­wei­le spielt er sei­ne elf­te Sai­son für Ra­vens­burg, am ver­gan­ge­nen Sams­tag wur­de er für sein 600. Spiel aus­ge­zeich­net.

„Ste­phan ist ei­ne Leit­fi­gur für die To­werstars“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Rai­ner Schan, „er ist auf und ne­ben dem Eis wich­tig für uns.“Vogt sei das Aus­hän­ge­schild des Ver­eins, wich­tig auch für Spon­so­ren und Fans. „Er ist ein Ra­vens­bur­ger durch und durch, er trägt das Ver­eins­wap­pen im Her­zen“, sagt Schan, Vogt le­be für das Ra­vens­bur­ger Eis­ho­ckey. „Auch der Nach­wuchs hat in Vogt ei­nen, zu dem man auf­schau­en kann“, er ha­be ge­zeigt, dass man als Ra­vens­bur­ger Spie­ler auch den Sprung in die ers­te Mann­schaft schaf­fen kann. Ste­phan Vogt ist der­zeit der ein­zi­ge wasch­ech­te Ra­vens­bur­ger im Team.

Vogts größ­ter Er­folg war die Meis­ter­schaft in der 2. Bun­des­li­ga in der Sai­son 2010/2011 un­ter Pe­ter Drai­saitl mit ei­nem Play-off-Fi­nal­sieg ge­gen Schwen­nin­gen, im glei­chen Jahr er­reich­ten die To­werstars auch das Po­kal­fi­na­le (2:3-Nie­der­la­ge ge­gen Ro­sen­heim). „Wenn man so was schon mal er­reicht hat, will man es wie­der schaf­fen“, sagt Vogt. All die Jah­re blieb Vogt sei­nem Hei­mat­ver­ein treu, ob­wohl es auch im­mer wie­der An­ge­bo­te gab. „Ich füh­le mich hier wohl, hier ist mei­ne Fa­mi­lie, die mir im­mer den Rü­cken ge­stärkt hat“, sagt er. Nur we­gen des Gel­des woll­te er nicht wech­seln. Als jun­ger Spie­ler galt Vogt als Hitz­kopf, der sich ab und an nicht un­ter Kon­trol­le hat­te. Ne­ga­ti­ver Hö­he­punkt war ein Faust­schlag ge­gen den Schwen­nin­ger Do­mi­nik Quin­lan 2009, der des­halb im Kran­ken­haus be­han­delt wer­den muss­te. „Ich ha­be da­mals mein Lehr­geld be­zah­len müs­sen“, sagt Ste­phan Vogt heu­te. Mitt­ler­wei­le ist er ge­reift und weiß sei­ne Kräf­te ver­nünf­tig ein­zu­set­zen. „Mei­ne Checks fah­re ich aber nach wie vor zu En­de“, sagt er, „und ich ha­be heu­te na­tür­lich auch ei­ne an­de­re Rol­le im Spiel als da­mals.“

Vogt fühlt sich im­mer noch top­fit, „auch wenn man merkt, dass man kei­ne 20 mehr ist“. Wie vie­le Spie­le noch drauf­kom­men wer­den, ob er gar die 1000 an­grei­fen kann, dar­über macht er sich kei­ne Ge­dan­ken. „Da ge­hört viel da­zu, vor al­lem Ge­sund­heit.“

In der ak­tu­el­len Sai­son lief es für Vogt zu­nächst nicht so gut, nach ei­ner Schul­ter­ver­let­zung in der Vor­be­rei­tung spiel­te er nur in der vier­ten Rei­he und hat­te we­nig Eis­zeit. Nach ei­ni­gen Wo­chen des Frusts platz­te ihm der Kra­gen, er ver­griff sich im Ton ge­gen­über den Trai­nern und wur­de kurz­fris­tig sus­pen­diert. „Grund­sätz­lich er­war­ten wir von Ste­phan, dass er auch mal auf den Tisch haut, wenn es nicht so läuft“, sagt Rai­ner Schan heu­te, „auch wenn das nicht die rich­ti­ge Wort­wahl war.“Vogt sei ei­ner der ganz we­ni­gen Spie­ler, die sich so was mal raus­neh­men könn­ten. Mitt­ler­wei­le hat Vogt sei­nen Platz in der drit­ten Rei­he wie­der, spielt auch im Po­wer­play und macht sei­ne Punk­te, sie­ben To­re und elf As­sists bis­her. Das The­ma sei jetzt er­le­digt, meint Schan, der Fo­kus sei wie­der auf den Er­folg der Mann­schaft aus­ge­rich­tet.

Den hat die Mann­schaft in die­ser Sai­son, der­zeit ste­hen die To­werstars auf Platz drei der Ta­bel­le. „Wir ha­ben jetzt wie­der an­de­re Ty­pen im Team, je­der kämpft für je­den, das hat uns im­mer aus­ge­macht, dass man nie auf­gibt“, sagt Vogt. Man wer­de von Spiel zu Spiel den­ken.

FOTO: FELIX KÄST­LE

Ste­phan Vogt spielt sei­ne elf­te Sai­son für Ra­vens­burg, heu­te Abend geht es im Heim­spiel ge­gen die Star­bulls Ro­sen­heim.

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