Sieb­ter Früh­ling ei­ner Ju­gend­lie­be

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT - Von Joa­chim Lindinger

Das Sport­jahr? Im sub­jek­ti­ven Rück­blick?? Ei­ni­ges Grü­beln hat die Vor­ga­be für die­se Zei­len ih­ren Schrei­ber ge­kos­tet: 2015??? Kei­ne Win­ter­spie­le, je­de Men­ge Se­ve­rin Freund! Der mag hoch ge­schätzt sein (weil nach wie vor wohl­tu­end un­ab­ge­ho­ben), sein Oberst­dorf-Coup aber ist zu prä­sent, sei­ne WM-Gold­sprün­ge wa­ren zu weit im zu teu­ren Skan­di­na­vi­en (und des­halb nicht li­ve mit­er­lebt). Bleibt Eis­ho­ckey, die zwei­te gro­ße Pas­si­on des Chro­nis­ten als Chro­nist. Doch da muss man aus­ho­len.

Muss zu­rück­ge­hen in die 1970erJah­re, muss sich räum­lich aus Süd­würt­tem­berg nach Nord­ba­den den­ken, wo der 13-Jäh­ri­ge ne­ben Schü­ler­pflich­ten der Kür als Fuß­bal­ler frön­te. Recht leid­lich, aber das ist ei­ne an­de­re Ge­schich­te. Viel wich­ti­ger: Der Trai­ner da­mals hat­te ein Fai­b­le für die Puck-Akro­ba­ten des Mann­hei­mer ERC. Akro­ba­ten ... na ja: 2. Bun­des­li­ga, die Wun­den des Ober­haus-Ab­stiegs noch frisch und tief. Egal! Für die zwei zu­min­dest, die aus der C-Ju­gend der DJK Sch­wet­zin­gen nach Ro­ta­ti­ons­prin­zip all­wö­chent­lich mit­durf­ten ins Eis­sta­di­on im Fried­richs­park. Der lin­ke Ver­tei­di­ger er­wisch­te es bes­tens: Erst­mals da­bei war er ge­gen den TEV Mies­bach. Das nicht ganz net­te „Mieees­bach“aus den Steh­platz­blö­cken be­geis­ter­te, das Mann­hei­mer 14:2, die Schnel­lig­keit des Spiels. Al­les.

Die Zu­nei­gung hat sich ge­hal­ten. Auch als die Fuß­ball­kar­rie­re pas­sé war (Kar­rie­re ist ein gro­ßes Wort) und Sch­wet­zin­gen Ex-Hei­mat, als der Jour­na­lis­ten­be­ruf Dis­tanz er­for­der­te zum Su­jet ei­ge­nen Be­rich­tens. Gut, dass ein Sport­re­dak­teur der „Schwä­bi­schen Zei­tung“nur sel­ten Mann­hei­mer Eis­ho­ckey be­ackert ... An­de­rer­seits: scha­de. Folg­ten der Meis­ter­schaft 1979/80 (kein Heim­spiel ver­passt!) doch fünf wei­te­re, bei de­nen das Dau­men­drü­cken aus der Fer­ne ziem­lich Ner­ven kos­te­te. Und noch viel mehr Spiel­zei­ten, die zum Haa­re­rau­fen wa­ren. Un­zäh­li­ge Nie­der­la­gen über In­ter­net-Er­geb­nis­diens­te quit­tiert, di­ver­se Play-off-Ent­täu­schun­gen auch. Lie­ben hieß lei­den.

Bis die­sen April. Das ent­schei­den­de 3:1 in In­gol­stadt an ei­nem ar­beits­frei­en Tag im TV ge­se­hen. Deut­scher Meis­ter 2014/15! Zwar heißt der MERC von einst heu­te „Ad­ler“Mann­heim, ist das of­fe­ne Sta­di­on der ed­len SAP-Are­na ge­wi­chen, spielt Geld im Bud­get (fast) kei­ne Rol­le mehr. Trotz­dem, Ti­tel Nr. 7 tat gut. Auch wenn die Na­men der 1974er-Mies­bach-Be­zwin­ger noch im­mer leich­ter von der Zun­ge ge­hen als die der Rhe­aults, Jou­dreys, Yips von jetzt. Dan­ke Ger­hard Hä­ge­le, Hans Mai­er, Rein­hold Meis­ter, Bernd Schoof, Karl Sche­ytt! We­gen Euch hat­te mein Sport­jahr – 41 Jah­re nach Euch – (s)ei­nen Hö­he­punkt.

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Die Meis­te­rad­ler 2015: Mann­heims Par­ty in In­gol­stadt.

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Bron­ze! Gesa Felicitas Krau­se ( rechts) wird bei der WM sen­sa­tio­nell Drit­te hin­ter Hy­vin Kiy­eng Jep­ke­moi ( links) und Ha­bi­ba Ghri­bi.

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