Lang­läu­fer im Um­bruch

Das deut­sche Team will die Tour de Ski zur Ei­gen­wer­bung nut­zen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

LEN­ZER­HEI­DE (SID/sz) - Vor dem Auf­takt der Tour de Ski am Neu­jahrs­tag in Len­zer­hei­de/Schweiz be­mü­hen sich die deut­schen Lang­läu­fer trotz mä­ßi­ger Er­folgs­aus­sich­ten um Zu­ver­sicht. In ei­nem Jahr oh­ne WM oder Olym­pi­sche Spie­le bie­tet das pres­ti­ge­träch­ti­ge Etap­pen­ren­nen (1. bis 10. Ja­nu­ar) durch die Schweiz, Deutsch­land und Ita­li­en ei­ne der we­ni­gen Chan­cen auf ei­ne gro­ße öf­fent­li­che Wahr­neh­mung.

„Die Tour de Ski ist de­fi­ni­tiv das High­light in die­sem Jahr, dar­auf ha­ben wir al­le hin­ge­fie­bert“, sagt der sport­li­che Lei­ter Andre­as Schlüt­ter: „Je­der im Team hat den Fo­kus auf die­se Ren­nen ge­legt und sein Trai­ning da­nach aus­ge­rich­tet.“Ent­spre­chend groß sei des­halb vor dem Frei­stil-Sprint am Frei­tag (16 Uhr/ZDF und Eu­ro­sport) die Vor­freu­de im La­ger der Deut­schen: „Sie sind heiß. Das merkt man.“

Da­bei wird be­züg­lich der Am­bi­tio­nen klar dif­fe­ren­ziert. Wäh­rend die Frau­en in der Vor­jah­res-Sieb­ten Ni­co­le Fes­sel (Oberst­dorf) ein hei­ßes Ei­sen für das Ge­samt­klas­se­ment und in De­ni­se Herr­mann (Ober­wie­sen­thal) und Han­na Kolb (Bu­chen­berg) zwei Kan­di­da­tin­nen für vor­de­re Plät­ze im Sprint in ih­ren Rei­hen ha­ben, ist bei den Män­ner nie­mand in Sicht, der in der Welt­spit­ze mit­hal­ten könn­te.

„Bei den Frau­en sind die Er­geb­nis­se aus dem Vor­jahr der Maß­stab“, sagt Schlüt­ter: „Die Män­ner ste­cken im Um­bruch. Da ha­ben wir kei­ne Ar­ri­vier­ten, die mit viel Er­fah­rung auf­war­ten kön­nen.“Zu­mal Tim Tscharn­ke, der im Vor­jahr noch sen­sa­tio­nell die vor­letz­te Etap­pe ge­won­nen hat­te, im Form­tief steckt und gar nicht zum Auf­ge­bot ge­hört.

Nach dem Ab­schied des glück­lo­sen Bun­des­trai­ners Frank Ull­rich im Früh­jahr steckt das DSV-Team im Neu­auf­bau. Nach zwei me­dail­len­lo­sen Welt­meis­ter­schaf­ten 2013 und 2015 und schwa­chen Olym­pi­schen Spie­len 2014 (ein­mal Bron­ze) wol­len die Deut­schen mit ei­nem neu­en Trai­ner­team bis zu Olympia 2018 wie­der um Sie­ge lau­fen. Die Tour de Ski ist nur ein Zwi­schen­schritt.

Den Ge­samt­sieg wer­den bei der 10. Aus­tra­gung wohl die al­les über­ra­gen­den Nor­we­ger un­ter sich aus­ma­chen. Top­fa­vo­rit Mar­tin Johns­rud Sund­by könn­te den drit­ten Er­folg in Se­rie fei­ern. Bei den Frau­en ist an­ge­sichts der Ba­by­pau­se der Vor­jah­res­sie­ge­rin Ma­rit Björ­gen die Welt­cup-Füh­ren­de The­re­se Jo­haug ers­te Sieg­an­wär­te­rin. Ge­fähr­lich wer­den kön­nen den bei­den ih­re Lands­leu­te Pet­ter Nor­t­hug oder Ing­vild Flug­stad Öst­berg.

Im deut­schen La­ger ist man glück­lich, dass die Heim­ren­nen am 5. (Sprints) und 6. Ja­nu­ar (Mas­sen­start) in Oberst­dorf trotz Schnee­man­gels statt­fin­den. „Wir ha­ben lan­ge ge­zit­tert, aber die Oberst­dor­fer woll­ten sich das ein­fach nicht mehr aus der Hand neh­men las­sen“, sagt Schlüt­ter. „Für uns ist die­ser Ter­min un­heim­lich wich­tig, denn all­zu vie­le Chan­cen, uns den ei­ge­nen Fans zu prä­sen­tie­ren, ha­ben wir nicht.“

FOTO: DPA

Fa­vo­rit aus Nor­we­gen: Mar­tin Johns­rud Sund­by.

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